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Noch heute liegen zwölf Hasselblad-Kameras samt Objektiven auf dem Erdtrabanten

Mondfotos mit Zeiss-Technik aus Oberkochen

Mit der Mondlandung vor 40 Jahren ging ein Menschheitstraum in Erfüllung. Die Bilder, die um die Welt gingen, lieferten Hasselblad-Kameras mit Objektiven von Carl Zeiss aus Oberkochen.

20.07.2009
  • WINFRIED HOFELE

Vor genau 40 Jahren, am 20. Juli 1969, verfolgten 600 Mio. Menschen das Ereignis im Fernsehen: "Apollo 11 " landet um genau 21.17 und 39 Sekunden auf dem Mond. Wie jeder gute Tourist hatten die Astronauten Neil Armstrong Armstrong und Edwin Aldrin bei ihrem Spaziergang eine Kamera dabei - eine Hasselblad 500EL mit den Carl Zeiss Objektiven Planar 2,8/80 und Sonnar 5,6/250 mm. Warum hat sich die NASA dafür entschieden? Weil sie bereits damals zu den besten Kameras der Welt gehörte. Wichtigstes Kriterium war dabei die technische Zuverlässigkeit. Die Zeiss-Objektive zeichnen sich durch extrem geringe optische Verzerrung aus. Sie eignen sich daher besonders für geometrische Vermessungen. Da herkömmliche Serien-Objektive auf dem Mond nicht oder nur unzureichend funktionieren, wurde es speziell für diese Mission entwickelt. Das "Mond-Objektiv " besaß andere Schmiermittel und keine Leder- oder Kunststoffteile. "Das haben wir in Kältekammern getestet ", erinnert sich der heute 80-jährige Christian Ludwig, der damals Leiter der Mechanischen Objektiventwicklung bei Carl Zeiss in Oberkochen war. Die Fassungen hatten Druckausgleichsbohrungen und für die Handhabung mit Handschuhen waren die Bedienelemente verändert. Diese Modifikationen waren für Einsätze außerhalb der Weltraumkapseln erforderlich. Auch bei späteren Mondflügen der NASA wurden Hasselblad-Kameras mit Carl Zeiss Objektiven verwendet. "Eigentlich sind die Zeiss-Objektive zufällig zu Ehren gekommen ", lässt Zeitzeuge Christian Ludwig heute durchblicken. Astronaut Alan Shepard habe am 5. Mai 1961 eine mit einem Zeiss-Biogon-Objektiv ausgestattete Hasselblad-Kamera heimlich mit an Bord der Mercury-Kapsel genommen, die ihn die Erde umrunden ließ. Dabei machte er hervorragende Bilder von der Erde und ihrem Trabanten. "Die NASA meinte daraufhin, dass bei den Mondlande-Expeditionen ebenfalls Zeiss-Objektive Verwendung finden müssten ", erzählt Ludwig. In der mechanischen Konstruktion für Objektive seien damals vier bis fünf Mitarbeiter mit der Entwicklung von Objektiven für die Hasselblad-Kamera beschäftigt gewesen. Ludwig: "Die Objektive wurden bezüglich der Schmierung und ihrem Reflexionsvermögen in einer Kältekammer getestet und erhielten eine spezielle Außenlackierung. Der Großteil der bezaubernd schönen Mondbilder wurde mit dem Planar 2,8/80 mm sowie dem Sonnar 5,6/250 mm gemacht ". Hasselblad warb mit den Zeiss-Objektiven. Sie waren im Grunde Serienprodukte, die unverändert den hohen Ansprüchen im Weltall genügten. Noch heute liegen zwölf dieser Kameras auf dem Mond. Sie wurden aus Gewichtsgründen zurückgelassen, nur die Filmmagazine kamen auf die Erde zurück. Info Zum 40. Jahrestag haben der Weltraumexperte Ralf Jaumann und der aus Schwäbisch Gmünd stammende Journalist Ulrich Köhler das Buch "Der Mond " herausgebracht mit viel Wissenwertem und Interviews mit den Astronauten Edwin Aldrin und Thomas Reiter. Erschienen ist es im Fackelträger Verlag, ISBN 978-3-7716-4387-4, 49,95 EUR

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20.07.2009, 12:00 Uhr
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