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Bulanders Vision vom Paradies

Mössingen soll „Streuobsthauptstadt“ werden

FWV-Rat Willi Rudolf sprach von einer „Vision“ des neuen OB, die man gerne unterstütze: Die Geschäftsstelle des überregionalen Landkreis-Verbunds „Schwäbisches Streuobstparadies“ soll in der Pausa angesiedelt werden.

07.12.2011

Von Ernst Bauer

Mössingen. Nicht weniger als sechs Landkreise – Tübingen, Reutlingen, Zollernalb, Esslingen, Göppingen, Böblingen – wollen sich im Januar zu einem Werbeverbund, einem Verein „Schwäbisches Streuobstparadies“ zusammenschließen (siehe auch Kästle). In allen Kreisen, so erklärte OB Michael Bulander am Montag im Gemeinderat, habe man sich Gedanken gemacht, „wie man dieses Potenzial nutzen kann“. Man habe hier zwischen Alb, Neckar und Rems – mit zirka 34 000 Hektar Wiesen und über zwei Millionen Obstbäumen – eine der größten zusammenhängenden Streuobstlandschaften in Europa.

Diese einzigartige Kulturlandschaft „der Superlative“ sei der Bevölkerung und den Touristen bisher viel zu wenig bekannt. Einzelne Initiativen und Institutionen arbeiteten „meist überwiegend für sich“. Deshalb wolle man nun über Kreisgrenzen hinweg zusammenarbeiten, Aktivitäten und Kompetenzen bündeln – um vor allem auch den Tourismus anzukurbeln.

Die Stadt habe bereits ihr Interesse bekundet, im Verein „Schwäbisches Streuobstparadies“ Mitglied zu werden. Ja, mehr noch: Mössingen sei, berichtete Bulander, auch immer wieder als Sitz der Geschäftsstelle, als „Streuobsthauptstadt“ ins Gespräch gebracht worden. Der Landkreis habe signalisiert, den Sitz in der Stadt Mössingen ansiedeln zu wollen.

In der Tonnenhalle ist noch reichlich Platz

Insofern sei das nicht seine Idee, seine „Vision“ gewesen, so der OB. Er habe sich aber natürlich nicht abgeneigt gezeigt. Und: „Wir haben ja die Tonnenhalle!“ – In der riesigen, aufwendig sanierten ehemaligen Fabrikhalle der Textildruckerei Pausa, in die Stadtbücherei, Regionalverband und Diakonie-Sozialstation eingezogen sind, ist oben noch reichlich Platz – direkt gegenüber der Bücherei.

Dort sollte unter den lichten Tonnendächern und Rundbögen des Bauhausarchitekten Manfred Lehmbruck ursprünglich der Mössinger Stadtwerkeladen mit Partnern einziehen; ein Projekt, das im letzten Moment wegen zu erwartender Elektromarkt-Konkurrenz auf der grünen Wiese abgeblasen wurde.

Als idealer Nachbar der Bücherei und potenzieller „Ober-Mieter“ winkte auch Buchhändler Osiander ab: zu wenig Laufkundschaft. Die Stadt fand bisher keinen Nutzer für die Räumlichkeiten, die eigentlich die attraktivsten in der ganzen Tonnenhalle sind; die eine Hälfte des Obergeschosses steht deshalb seit Anbeginn leer.

Laut Bulander hätten diese Pausa-Räumlichkeiten nicht nur den Vorteil der Nähe zum Regionalverband – der für eine Kooperation sehr aufgeschlossen sei; man habe auch Erweiterungsmöglichkeiten, könne ein Streuobst-Café und ein „regionales Schaufenster“ einrichten. Ebenso seien noch weitere Nutzungen im Bereich „Tourismus und Landschaftserhaltung“ denkbar.

Generell unterstrich Bulander im Gemeinderat am Montag: „Wir sollten unbedingt Mitglied werden, damit wir vorne mit dabei sind!“ Mössingen sei mit einem der größten Streuobstgürtel und touristischen Attraktionen vom Bergrutsch bis zum Vogelschutzzentrum geradezu prädestiniert, Zentrale des „Streuobstparadieses“ zu werden. Auch dank Nabu und Netzwerk Streuobst habe man hier „ein enormes Potenzial“. Er verspreche sich positive touristische Effekte für die Stadt und die „Erhaltung unserer wertvollen Kulturlandschaft“.

Dies auch in Kooperation mit dem vom Landkreis geplanten „Plenum“-Projekt. Dazuhin solle, so Bulander, ein Landschafts-Erhaltungsverband ins Leben gerufen, die Arbeit mit Einrichtungen für Behinderte und Langzeitarbeitslose verknüpft werden. Bulander: „Wenn man alle vier Projekte zusammennimmt, wird ein ganz toller Schuh daraus!“

„Ein wirklich tolles Konzept“, bekräftigte Willi Rudolf, er begleite es auch auf Kreisebene. Vor wenigen Tagen habe man im Fernsehen sehen können, was Mössingen noch alles zu bieten habe – etwa die Ökobauern von Talheim.

Oben links geht es zur Bücherei, rechts hinter den gläsernen Rundbögen in Zukunft womöglich ins „Streuobstparadies“: Blick in die Tonnenhalle.Archivbild: Rippmann

Viel Zuspruch bekam Mössingens Rathauschef im Gemeinderat für seine Streuobst-Pläne (siehe auch Zitat Peter Looser).
Nicht nur Mitglied, sondern auch Sitz des Vereins „Schwäbisches Streuobstparadies“ soll Mössingen laut Bulander werden (mit Geschäftsstelle in der Pausa-Tonnenhalle). Am 1. Januar 2012 soll der Verein aus sechs Landkreisen, mindestens 30 Gemeinden und Mitgliedern von Gastronomie bis Brennereien gegründet werden.

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Erstellt:
7. Dezember 2011, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
7. Dezember 2011, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 7. Dezember 2011, 12:00 Uhr

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