Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Der 83-jährige Partylöwe kandidiert bereits zum zweiten Mal ums höchste Amt in Österreich

"Mörtel" Lugner will Präsident werden

Richard Lugner will Österreich eine First Lady aus Deutschland bescheren. Seine Kandidatur macht die Bundespräsidentschaftswahl spannender.

11.02.2016

Von MANFRED MAURER

"Mörtel" Lugner will Präsident werden - Cathy wäre dann First Lady. Foto: dpa

Wien. Erst vor ein paar Tagen durfte sich das Fernsehpublikum noch am Ehekrach der Lugners beim Wiener Opernball ergötzen. Der 83-Jährige und seine 26-jährige Frau stritten vor laufender Kamera dermaßen, dass die Boulevardmedien schon wild über Scheidung spekulierten. Dazu wird es zumindest vorerst nicht kommen.

Denn Richard Lugner kandidiert für die Nachfolge des nach zwei Amtsperioden aus dem Amt scheidenden Bundespräsidenten Heinz Fischer. Und er tut dies im Doppelpack: "Ich, als einziger unabhängiger Kandidat, decke die Nachkriegsgeneration ab", Gattin Cathy werde "als First Lady die junge Generation repräsentieren", erklärt Lugner in einem Video auf YouTube. Das aus dem rheinland-pfälzischen Wittlich stammende Ex-Playboy-Bunny will eigenen Angaben zufolge als "das junge, attraktive Gesicht das moderne Österreich" repräsentieren.

Dass es die beiden mit ihren kongenialen Fähigkeiten zur Befriedigung des Bedürfnisses nach Fremdschämen tatsächlich in die altehrwürdige Hofburg schaffen, ist zwar eher unwahrscheinlich. Als bloßer Jux-Kandidat kann Lugner allerdings auch nicht abgetan werden. Immerhin hat er sich schon einmal um das höchste Amt beworben - und 1998 mit 9,9 Prozent der Stimmen einen Achtungserfolg erzielt.

Damals war er noch mit Gattin "Mausi" verheiratet, seine aktuelle hört auf den Kosenamen "Spatzi" und ist Ehefrau Nummer fünf. Die knapp zehn Prozent sieht der Millionär, der als Baumeister die größte Moschee von Wien erbaut hat, nun als Ausgangslage.

Eine von ihm in Auftrag gegebene Umfrage hat ergeben, dass er schon vor der für heute angekündigten offiziellen Bekanntgabe der Kandidatur bei 10 Prozent liegt.

Lugners eigene Rechnung lässt sogar locker eine absolute Mehrheit erwarten: Er wirbt nämlich damit, dass er keine akademische Ausbildung hat. "Österreich braucht gerade jetzt einen Baumeister aus dem Volk und keinen pensionierten Doktor als Bundespräsident", findet Lugner und verweist auf die bei nur 14 Prozent liegende Akademikerquote in Österreich. Lugners gewagter Umkehrschluss: Er vertrete somit 86 Prozent der Österreicher.

Obwohl diese Rechnung nicht aufgehen wird, könnte Lugners Kandidatur wahlentscheidend sein. Vor allem die Kandidaten rechts von der Mitte müssen um Stimmen fürchten - vor allem der FPÖ-Kandidat Norbert Hofer. Im Kampf um die von den Regierungsparteien SPÖ und ÖVP frustrierten Protestwähler könnte der Lugner Hofer jene Stimmen kosten, die für den Einzug in die Stichwahl, nötig sind.

Zum Artikel

Erstellt:
11. Februar 2016, 08:30 Uhr
Aktualisiert:
11. Februar 2016, 08:30 Uhr
zuletzt aktualisiert: 11. Februar 2016, 08:30 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen?
Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung.
Das Tagblatt bei Whatsapp & Co.
Wir liefern die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region immer aktuell aufs Smartphone: per Whatsapp & Co.

Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp  mit einem entsprechenden Mobilgerät.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+      Google+