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Mo, 15.8.: Colonia Dignidad

Colonia Dignidad

Politthriller über zwei junge Deutsche, die nach dem Militärputsch in Chile in die Fänge einer mörderischen Sekte geraten.

Colonia Dignidad

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01.03.2016
  • Klaus-Peter Eichele

Der damalige CSU-Chef Franz-Josef Strauß war ein gern gesehener Gast und die deutsche Botschaft in Santiago pflegte freundschaftliche Kontakte zur Colonia Dignidad, einer von der Außenwelt abgeschotteten deutschen Kolonie im Süden Chiles. Wie es dort wirklich zuging, schildert jetzt Regisseur Florian Gallenberger im Gewand eines spannenden Politthrillers. Hunderte Menschen wurden in dem Lager über Jahrzehnte hinweg wie Vieh gehalten, um den politischen und geschäftlichen Interessen, vor allem aber den pervers sadistischen Neigungen seines Leiters Paul Schäfer zu dienen. Nach dem Militärputsch im September 1973 wurde es zum Folterzentrum aufgerüstet.

Gallenberger zeigt diese Zustände anhand einer fiktiven Geschichte. Der deutsche Fotograf Daniel (Daniel Brühl), ein aktiver Anhänger des ermordeten sozialistischen Präsidenten Allende, wird nach dem blutigen Staatsstreich in die Colonia verschleppt. Nach mehrtägiger Folter kann er weiteren Misshandlungen entgehen, indem er Gehirnschäden vortäuscht. Auf der Suche nach ihm gibt seine Freundin Lena (Emma Watson) vor, sich der Sekte anschließen zu wollen, und wird tatsächlich aufgenommen.

In der Folge konzentriert sich der Film recht effektiv auf die nervenkitzelnden Aspekte der Konstellation: Lenas stets von Enttarnung bedrohten Bemühungen, ihren Geliebten in dem weitläufigen Areal aufzuspüren; die nicht minder gefährlichen Versuche, aus dem mit Elektrozäunen und Selbstschussanlagen gesicherten Staat im Staat zu entkommen.

Daneben bleibt noch Zeit genug, das höllische Innenleben der Kolonie zu erkunden. Drastisch illustriert Gallenberger die Foltermethoden, die demütigende Sklavenarbeit, die Prozeduren des Einschüchterns und Gefügigmachens der Bewohner. Angedeutet werden der massenhafte sexuelle Missbrauch von Kindern und Menschenversuche mit chemischen Kampfstoffen im Dienst des Pinochet-Regimes. Kein Blatt vor den Mund nimmt der Film, was die wohlwollende Einschätzung und aktive Unterstützung der Colonia durch das offizielle Deutschland angeht. Dieses finstere Kapital der Nachkriegs-Außenpolitik ist bis heute noch nicht ansatzweise aufgearbeitet.

Anatomie einer Psychosekte, die nach außen Dirndlglück, im Innern blanken Terror zelebriert.

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01.03.2016, 06:00 Uhr
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Ein herausragender Film, zu Recht wird er als ein "deutscher Kaurismäki" bezeichnet. Als "Liebesfilm" würde ich ihn allerdings in keinster Weise bezeichnen, diese Szenen sind nur ein kleiner Teil. In erster Linie wird ohne viele Worte die aussichtslose Lage der prekär beschäftigen Menschen gezeigt, die beispielsweise trotz Verbots weggeworfene Lebensmittel direkt am Container im wahresten Sinne des Wortes "verschlingen". Sie versuchen, sich ihre Würde und auch ihren Humor zu bewahren. Interessant ist es, die Kurzgeschichte von Clemens Meyer zu lesen, sie umfasst nur 25 Seiten. Die Umsetzung im Film ist hervorragend gelungen, einige wenige Szenen wurden verändert bzw. hinzugefügt.
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