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Sprungbrett nach Südostasien

Mittelstandsförderung betrat vor 20 Jahren mit dem German Center in Singapur Neuland

Den Impuls gaben Unternehmer aus Baden-Württemberg: Gestern nun feierte das älteste German Center 20-jähriges Bestehen. In Singapur. Es ist unverändert das Sprungbrett für den Markteintritt in Südostasien.

27.10.2015
  • ELISABETH ZOLL

Singapur Wie erkundet man als kleines oder mittelständisches Unternehmen einen Markt, dessen politische, wirtschaftliche und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen einem selbst noch fremd sind? Diese Frage stellten sich vor gut 20 Jahren die Unternehmer Berthold Leibinger und Hans Peter Stihl und gaben damit den Anstoß für das erste German Center in Singapur. "Das German Center Singapur ist der Prototyp für eine äußerst erfolgreiche Serie von German Centern", lobt Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) anlässlich einer Feier in Singapur.

Das Konzept, das inzwischen weltweite Verbreitung gefunden hat, ist einfach. Unternehmen mieten Büros in den Zentren an und nutzen die kollektive Infrastruktur und das Wissen der Mitarbeiter vor Ort. Investitionen werden auf diese Weise überschaubar, Risiken minimieren sich. In Singapur nutzen derzeit 150 Unternehmen diese Möglichkeit, das entspricht einer Auslastung von 99 Prozent.

"Für einen Markteintritt bietet Singapur ideale Voraussetzungen", bestätigt Michael Horn, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der Landesbank Baden-Württemberg, die das German Center finanziert. Im Stadtstaat gibt es so gut wie keine Korruption, die rechtlichen Rahmenbedingungen sind klar und verlässlich, die Behörden gelten als schnell und effizient. Das hat dem Land in der Größe Hamburgs einen Aufstieg ohnegleichen beschert und es zu einer Drehscheibe für den gesamten südostasiatischen Markt werden lassen. Viele Unternehmen bearbeiten von Singapur aus angrenzende Länder.

Doch Singapur will nicht nur Sprungbrett sein. Das Land mit rund 5 Mio. Einwohnern aber dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen Asiens, das jedoch über keine eigenen Rohstoffe verfügt, ist auf Kooperation angewiesen. Für Premierminister Lee Hsien Loong, den Sohn des Staatsgründers Lee Kuan Yew, steht viel auf dem Spiel. Das Wirtschaftswachstum ist Grundlage einer Art Gesellschaftspakt: Wohlstand gegen Freiheitsverzicht.

Bürgerrechte wie Presse- und Demonstrationsfreiheit sind eingeschränkt, Kritik am politischen System oder auch Hetze gegen Religionen wird massiv sanktioniert. Das Land mit unterschiedlichen Ethnien und Religionen und großen sozialen Differenzen propagiert die Vision vom harmonischen Miteinander.

Doch auch feine Risse können sich vertiefen: In Singapur werden zu wenig Kinder geboren, die Gesellschaft altert rapide, ohne dass eine ausreichende soziale Absicherung garantiert ist. Auch der enorme Zuzug von Ausländern - 1,4 Mio. bei 5,4 Mio. Singapurern - führte zu Unmut und Zuzugsbeschränkungen. Das Rezept für Wohlstandssicherung in Zukunft könnte aus der Vergangenheit stammen: Investition in Köpfe und Know-how.

Geht es nach den Wünschen der Regierung, wird sich das jetzt schon so moderne Singapur noch stärker in ein Labor für Zukunftstechnologien wandeln, mit Unterstützung ausländischer Partner, auch jenen aus Baden-Württemberg.

Mittelstandsförderung betrat vor 20 Jahren mit dem German Center in Singapur Neuland
Nils Schmid zusammen mit Steffen Koch, Ständiger Vertreter des deutschen Botschafters in Singapur, vor einer Statue, die einen Aufbauhelfer des Stadt- staates zeigt. Foto: Reiner Pfisterer

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27.10.2015, 12:00 Uhr
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