Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Maschinenbau tritt auf der Stelle

Mittelständisch geprägte Branche will am hohen Beschäftigungsniveau festhalten

Die schwache Weltkonjunktur macht den Maschinenbauern zu schaffen: Ihre Produktion dürfte nicht nur in diesem, sondern auch im nächsten Jahr stagnieren. Trotzdem wollen sie die hohe Beschäftigung halten.

14.10.2015
  • DIETER KELLER

Berlin Ob in China, Südamerika oder Afrika - in vielen Ländern läuft die Konjunktur nicht so gut wie erwartet. Nur in den USA sieht es deutlich besser aus. Das bekommen die deutschen Maschinenbauer zu spüren: Nicht nur in diesem Jahr dürfte ihre Produktion stagnieren und nicht - wie erhofft - um 2 Prozent wachsen. Auch im nächsten Jahr setzt sich dies fort, erwartet der Präsident des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Reinhold Festge.

Noch hat das keine negativen Auswirkungen auf die Arbeitsplätze: Im Juli hatte die Industriebranche mit den meisten Arbeitsplätzen gut 1 Mio. Mitarbeiter, 4000 mehr als ein Jahr zuvor, und Festge geht davon aus, dass dies anhält. Die Kapazitäten sind immer noch zu 84,8 Prozent ausgelastet. Gewinne und Eigenkapitalpolster entwickeln sich positiv, weil die Betriebe vom starken Dollar und dem niedrigen Ölpreis profitieren.

Mit einiger Sorge diskutierten die Unternehmer gestern am Rande des alljährlichen Maschinenbaugipfel in Berlin über den VW-Abgasskandal: Schadet er dem Ruf des "Made in Germany" insgesamt und damit auch den Produkten der Maschinenbauer? Festge strich heraus, seine Branche "hält Regeln und Gesetze ein, liefert beste Qualität und Service und strebt die Technolgieführerschaft auf möglichst vielen Feldern an". Bisher registriert er höchstens schadenfreudige Kommentare im Ausland, aber keine negativen Auswirkungen aufs Geschäft. Wer allerdings Maschinen oder Anlagen an den VW-Konzern liefert, dürfte zu spüren bekommen, dass die Wolfsburger ihre Investitionspläne zusammenkürzen.

Wie viele andere Mittelständler verfolgen auch die Maschinenbauer mit Bangen die Diskussionen um die Reform der Erbschaftsteuer. Festge vermisst positive Signale für potenzielle Nachfolger aus der Familie: "Wie wollen wir sie noch motivieren?" Der derzeitige Gesetzentwurf sei hauptsächlich ein Beschäftigungsprogramm für Steuerberater. Doch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) machte wenig Hoffnungen auf große Änderungen.

Er gab sich zwar zuversichtlich, dass seine Pläne vor dem Verfassungsgericht Bestand haben, auch wenn dies Experten am Vortag in der Anhörung des Bundestags bezweifelt hatten. Eine grundsätzliche Änderung, etwa ein System ohne Ausnahmen und mit niedrigem Steuersatz, hält er weder im Bundestag noch im Bundesrat für durchsetzbar: "Wir machen Gesetze nicht mit Mut, sondern mit Mehrheiten." Handlungsbedarf sieht er nur bei der Bewertung von Unternehmen. Doch das sei so zeitintensiv, dass es erst in der nächsten Legislaturperiode zu realisieren sei.

Bei zwei anderen Anliegen der Wirtschaft stellte Schäuble zumindest Verbesserungen in Aussicht: Angesichts der niedrigen Zinsen verhandelt er mit den Ländern über die Spielregeln bei Rücklagen für Betriebsrenten. Derzeit müssen sie diese in ihren Bilanzen mit 6 Prozent Verzinsung ansetzen, was eine hohe Belastung bedeutet. Zudem hält er es für möglich, Einnahmen aus Patenten und Lizenzen nur zu 50 Prozent zu besteuern, wenn alle großen Industrieländer eine solche Regelung einführen. Dies soll Forschung und Entwicklung attraktiver machen. Allerdings hat er Zweifel, ob dabei die SPD mitmacht.

Mittelständisch geprägte Branche will am hohen Beschäftigungsniveau festhalten
Die deutschen Maschinenbauer halten Gesetze und Regeln ein, betonte VDMA- Präsident Reinhold Festge gestern in Berlin. Foto: dpa

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

14.10.2015, 12:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Heute meistgelesenNeueste Artikel

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular