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Mitfahrbänke sollen in Obernau den ÖPNV ergänzen und eine Verbindung nach Remmingsheim schaffen
In Obernau sollen Mitfahrbänke das Fortkommen aus dem Ort erleichtern. Ortsvorsteher Reinhard Buchholz bekam ein Mitfahrangebot, sobald er fürs Foto Platz genommen hatte. Bild: Bernhard
Modernes Trampen auf der Mitfahrbank

Mitfahrbänke sollen in Obernau den ÖPNV ergänzen und eine Verbindung nach Remmingsheim schaffen

Als sich der Obernauer Ortsvorsteher Reinhard Buchholz für das TAGBLATT-Foto auf die Mitfahrbank Richtung Remmingsheim setzte, hielt sogleich eine Passatfahrerin und fragte, ob der Herr mitfahren wolle. „So schnell kann das gehen“, sagte Buchholz begeistert. Sie schaue immer, ob sie jemanden mitnehmen könne, erzählte die Autofahrerin noch, bevor sie weiterfuhr.

15.09.2017
  • Dunja Bernhard

Im Juli hat der Obernauer Ortschaftsrat zwei Mitfahrbänke aufgestellt: eine an der Bushaltestelle Richtung Rottenburg – „damit man notfalls doch den Bus nehmen kann“ – und eine an der Straße nach Remmingsheim neben dem Pfarrhaus. Wer sich draufsetzt, signalisiert, dass er eine Mitfahrgelegenheit sucht. Für den Fall, dass niemand anhält, hängt ein Schild mit den Telefonnummern von Taxiunternehmen an den Bänken.

Sein Vorgänger Horst Schröder habe eine Umfrage gemacht, was im Ort verbessert werden sollte, erzählt der Ortsvorsteher. Die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln sei besonders häufig genannt worden. Verhandlungen mit Verkehrsgesellschaften seien jedoch langwierig. „So lange wollte der Ortschaftsrat nicht warten“, so Buchholz. Mitglieder des Gremiums hätten sich deshalb umgeschaut, wie andere Gemeinden „pragmatisch-unbürokratisch“ die Anbindung an Nachbarorte verbessert haben.

Die Vorbilder stehen im Norden

Vor allem in Norddeutschland gebe es zahlreiche Mitfahrbänke, sagt Buchholz. In Obernau befinde man sich noch in der Testphase. Die derzeitigen Bänke sind Spenden zweier Ortschaftsräte. Das Gremium habe sich gedacht, dass gerade in den Sommerferien, wenn die Schulbusse wegfallen, die Mitfahrbank ein willkommenes Angebot sei, berichtet Buchholz. In den Ferien sei es dann allerdings gar nicht so gut gelaufen. „Wir hatten nicht bedacht, dass die Familien auch nicht da sind.“

Während die Obernauer nach Rottenburg mehrmals täglich mit der Buslinie 7629 fahren können, gibt es nach Remmingsheim keine Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Für Obernauer ist Remmingsheim mit Nettomarkt, Bäckerei und Metzgerei sowie Apotheke und Poststelle jedoch der nächstgelegene Ort mit verschiedenen Einkaufsmöglichkeiten, erzählt Buchholz. Außerdem wohnten einige ältere Obernauer im Seniorenheim in Remmingsheim.

Jugendliche ohne Führerschein und Senioren, aber auch Familien, die sich kein Auto leisten können oder wollen, sieht Buchholz als hauptsächliche Zielgruppe der Mitfahrbänke. Die Mitnahme erfolgt unentgeltlich. Die Mitfahrer sind über die Haftpflichtversicherung des Autofahrers mitversichert. Haftungstechnisch sei die Gemeinde da raus, sagt der Ortsvorsteher. Die Gemeinde hat nur die Bänke aufgestellt. „Jeder handelt auf seine eigene Verantwortung.“

Zieht so ein Angebot nicht Personen an, die ganz andere Absichten haben, als einen Mitmenschen mit in den nächsten Ort zu nehmen? Es seien vor allem Einheimische und Ortskundige, die sich dort begegnen, erklärt Buchholz. Ob eine Familie ihre jugendliche Tochter mit ihr nicht bekannten Fahrern mitfahren lasse, müsse sie selbst entscheiden. „Jeder kann das Angebot ja immer noch vor Ort ablehnen.“

Gegenbänke erst bei Erfolg

Bisher gibt es die Mitfahrbänke nur aus dem Ort heraus. Wenn sich das Angebot bewährt, sollen in Rottenburg und Remmingsheim auch „Gegenbänke“ für den Rücktransport aufgestellt werden. Diese Sitzgelegenheiten kämen dann von der Stadt. Auch die derzeitigen Obernauer Bänke sollen noch durch städtische ersetzt werden. Die Stadt habe aber nur Bänke, die einzementiert werden müssen, sagt Reinhard Buchholz. „Wir wollten erst den Erfolg abwarten.“

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15.09.2017, 01:00 Uhr
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