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Reutlingen

Mit vollem Bewusstsein gegen das Vergessen der Shoah

In stiller Erinnerung an die Pogromnacht des 9. November 1938 trugen Reutlinger Bürger/innen am Samstagabend brennende Kerzen von der Marienkirche in die Spendhausstraße zur Gedenktafel für die im Holocaust ermordeten Reutlinger Juden. Die Kerzen vor der Gedenktafel seien ein Zeichen dafür, dass viele nicht vergessen wollen, was vor 81 Jahren passiert sei, sagte Pfarrer Martin Burgenmeister vor dem Spendhaus.

11.11.2019

Von möl

Zuvor hatte es eine Gedenkstunde in der Marienkirche gegeben, in der Schülerinnen und Schüler des Isolde-Kurz-Gymnasiums an die Schicksale Reutlinger Juden erinnerten. „Wir stellen uns mit vollem Bewusstsein gegen das Vergessen“, sagte Gabriele Häfele, Schulleiterin des Isolde-Kurz-Gymnasiums. „Aus Respekt vor den Menschen, die unsagbares Leid erlebt haben.“ Die Schülerinnen und Schüler nannten die einzelnen Namen, den Beruf und den Ort, an den die Reutlinger Juden deportiert wurden. Daraufhin zündeten sie für jeden Einzelnen eine Kerze an. Ein kleines Ensemble mit Streichern und einer Klarinette begleitete das Gedenken. Häfele warnte zudem vor der Gefahr des zunehmenden Antisemitismus im Land. Es sei wieder salonfähig geworden, den Sündenbock für alles Schlechte bei den Anderen zu suchen und Menschen nicht mehr als Bereicherung, sondern als Bedrohung anzusehen. Aus Verantwortung für unsere Zukunft, rief Häfele dazu auf, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und Rassismus und Antisemitismus keinen Raum zu geben. Zum Abschluss trug Joseph Rothschild, Tübinger Religionswissenschaftler, zwei Gebete an der Gedenktafel vor der Mauer des Museumsgartens: Das alte Heiligungsgebet „Kaddisch“ sowie das Gebet „El male rachamim“ („Gott voller Erbarmen“). /Bild: Horst Haas

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Erstellt:
11. November 2019, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
11. November 2019, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 11. November 2019, 01:00 Uhr

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