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Mit nur einem Formular legal
Putzfrauen werden in deutschen Privathaushalten nach wie vor meistens schwarz beschäftigt. Foto: dpa
Minijob-Zentrale hilft bei Anmeldung von Putzfee & Co

Mit nur einem Formular legal

Der allergrößte Teil der Haushaltshilfen arbeitet schwarz, also ohne Anmeldung. Dabei ist es ziemlich einfach, diese Arbeit zu legalisieren.

04.08.2016
  • AFP

Berlin. Einkaufen, Babysitten, Putzen, Bügeln und Staubsaugen: Viele lassen sich bei der Hausarbeit helfen. Meist werden Haushaltshilfen allerdings schwarz beschäftigt. Dabei ist der Aufwand gering, sie ordentlich anzumelden. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema:

Wann ist überhaupt von einem Minijob im Haushalt die Rede? Wenn in einem Privathaushalt Aufgaben übernommen werden, die normalerweise auch von Familienmitgliedern erledigt werden könnten, spricht der Gesetzgeber von haushaltsnaher Dienstleistung. Das Monatsentgelt darf im Schnitt nicht über 450 EUR liegen.

Wo können Haushaltshilfen angemeldet werden? Die Minijob-Zentrale der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft Bahn-See ist der zentrale Ansprechpartner. Sie beantwortet sämtliche Fragen zum Thema Minijob und übernimmt die Abwicklung des Melde- und Beitragsverfahrens. Bei Minijobs in Privathaushalten übernimmt sie auch die Anmeldung zur gesetzlichen Unfallversicherung und den Einzug der Beiträge für die Sozialversicherung.

Wie funktioniert die Anmeldung? Mit dem sogenannten Haushaltsscheck – er umfasst lediglich eine DIN-A4-Seite und kann binnen weniger Minuten ausgefüllt werden. Das Formular kann telefonisch bei der Minijob-Zentrale unter der Telefonnummer 0355 / 2902 70799 angefordert oder auch im Internet unter www.minijob-zentrale.de heruntergeladen werden. Der Vordruck muss von Arbeitgeber und Arbeitnehmer unterschrieben und an die Minijob-Zentrale geschickt werden. Alles andere läuft dann automatisch. Mit dem Haushaltsscheck kann die Haushaltshilfe auch wieder abgemeldet werden.

Welche Abgaben werden denn fällig? Private Arbeitgeber zahlen für Haushaltshilfen niedrigere Pauschalbeiträge als gewerbliche Arbeitgeber für Minijobber. Fällig werden jeweils 5 Prozent zur Krankenversicherung und zur Rentenversicherung. Hinzu kommen noch 1,6 Prozent zur gesetzlichen Unfallversicherung, geringfügige Umlagen zum Ausgleich von Arbeitgeber-Aufwendungen im Krankheitsfall und bei Schwangerschaft sowie pauschal 2 Prozent als Lohnsteuer. Insgesamt sind es höchstens 14,9 Prozent des Arbeitsentgelts.

Wie viel teurer ist eine legal beschäftigte Putzfrau? Das lässt sich mit dem Haushaltsscheck-Rechner auf der Internetseite der Minijob-Zentrale oder mit dem Taschenrechner sehr leicht ausrechnen. Verdient die Haushaltshilfe beispielsweise bei einer geringfügigen Beschäftigung die maximal möglichen 450 EUR im Monat, kostet sie zuzüglich aller Abgaben monatlich 517,05 EUR – das sind also 67,05 EUR mehr als im Falle von Schwarzarbeit. Von dieser Summe können steuerzahlende Arbeitgeber 42,50 EUR beim Fiskus geltend machen. Übrig bleibt also ein Mehrbetrag von 24,55 EUR im Monat. Bekommt die Putzfrau 300 EUR im Monat sind es für den Arbeitgeber 344,70 EUR – und nach Abzug der 42,50  EUR letztlich nur 2,20 EUR im Monat mehr als in Schwarzarbeit.

Welche Vorteile bringt die Anmeldung einer Haushaltshilfe? Zu allererst: Schwarzarbeit im Haushalt ist eine Ordnungswidrigkeit. Es drohen Geldbußen von bis zu 5000 EUR . Nach einer Anmeldung ist der Arbeitgeber durch die Unfallversicherung zudem bei Arbeitsunfällen abgesichert, etwa wenn die Haushaltshilfe beim Fensterputzen von der Leiter fällt. Wer Steuern zahlt, kann darüber hinaus bis zu 20 Prozent der gesamten Ausgaben für die private Haushaltshilfe von der Steuerschuld abziehen – maximal werden 510 EUR im Jahr berücksichtigt.

Welche Vorteile haben Haushaltshilfen von einer Anmeldung als Minijobber? Minijobber in Privathaushalten bekommen brutto für netto und erlangen einen Urlaubsanspruch. Außerdem profitieren sie von einer Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und erwerben anteilige Rentenansprüche, die sie aufstocken können.

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04.08.2016, 06:00 Uhr
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