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Fernsehen

Mit leisen Tönen Richtung Krone?

Finale im Dschungelcamp: Was die besonderen Momente waren, wie es mit dem Zuschauer-Interesse aussieht und wer unerwartet zum Titel-Aspiranten wurde.

03.02.2018

Von TINA LISCHKA

Teamchefin Tina York wird heute zur Glücksbotin: Sie darf Daniele und David endlich ihre Zigaretten bringen. 'Alle Infos zu 'Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!' im Special bei RTL.de: www.rtl.de/cms/sendungen/ich-bin-ein-star.html Foto: MG RTL D / Stefan Menne

Köln. Man nehme die altbekannten Rollenmuster: Einen Ex-Fußballer, der die Nerven verliert, ein immerzu kreischendes Reality-Sternchen und die klassische Camp-Mutti. All die stecke man zusammen in die australische Wildnis und lasse sie gelegentlich zu Ekelprüfungen antreten – et voilà: Ein weiteres Staffelfinale von „Ich bin ein Star – holt mich hier raus“ ist erreicht.

Tatsächlich hatte sich RTL nicht viel Neues für die zwölfte Auflage des Dschungelcamps einfallen lassen. Angeguckt wurde es trotzdem. Aber: Die Zuschauerzahlen gingen zurück. Waren es im vergangenen Jahr noch über sieben Millionen, schalteten in diesem Jahr zum Staffelbeginn vor zwei Wochen eine Million weniger ein. An den darauffolgenden Abenden wurde sogar zeitweise die Fünf-Millionen-Marke unterschritten.

Das Format nutzt sich ab

Woran das liegen könnte, weiß Medienwissenschaftlerin Joan Bleicher von der Uni Hamburg: „Die schwachen Quoten sind bedingt durch beginnende Abnutzungseffekte des Formats und dem geringen Bekanntheitsgrad der Teilnehmer.“ Tatsächlich: Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts „YouGov“ kannte jeder Fünfte keinen einzigen der Kandidaten. Oder wem waren Sandra Steffl (sie musste das Camp als Erste verlassen), Kattia Vides oder Jenny Frankhauser vorher ein Begriff?

Und trotzdem: Gerade Frankhauser hat es wider Erwarten weit gebracht. Ob das an der endlosen Menge an undefinierbarem Fraß lag, den sie ohne mit der Wimper zu zucken in der Prüfung mit „Bachelorette“-Gewinner David Friedrich vernichtet hat? Oder aber an ihrer guten Laune (die nur bei Mecker-Daniele kippen konnte)? Keiner weiß das, aber: Die mehr als 10?000 neuen Gefällt-mir-Angaben auf ihrem Facebook-Account sprechen für sich. Die Katzenberger-Halbschwester hat es geschafft, sich unauffällig an ihren Mitstreitern vorbei zu schieben.

Wohingegen Camp-Mutti Natascha Ochsenknecht, einst Favoritin mit dem höchsten Bekanntheitsgrad (immerhin 62 Prozent), bereits an Tag zwölf gehen musste. Die Versuche der 53-jährigen Dreifachmutter, sich als sorgsame Dschungel-Beauftragte zu etablieren, kamen wohl nicht gut an. Nach Schätzungen von „Gehalt.de“ soll sie angeblich am meisten vom Dschungel-Kuchen abbekommen, wie die „Bunte“ berichtet. Mit ihren mutmaßlich 170?000 Euro läge sie dicht hinter Topverdienerin Brigitte Nielsen, die 2016 für ihre zweite Teilnahme 200?000 Euro erhalten haben soll. Im Gegenzug soll(t)en die Kandidaten für Unterhaltung sorgen. Und hier sind wir wieder beim „beginnenden Abnutzungseffekt“. Denn Unvorhersehbares ist nicht passiert. Nach klassischer Dschungelcamp-Manier gab es einen motzenden Matthias Mangiapane (musste das Camp an Tag 14 verlassen), der immer wieder in die Prüfungen gewählt worden war. Dazu einen reizbaren Daniele Negroni auf Zigaretten-Entzug, der es nicht schaffte für ordentlich Zoff am Lagerfeuer zu sorgen und – wie immer – tierische Widerwärtigkeiten, die die Promis hinunterwürgen mussten. Weder das altbekannte Dschungelprüfungs-Opfer noch der Ekelfaktor waren Neuland.

Mit Karacho ins Aus bugsiert

Aber es gab zur Abwechslung auch Prüfungen, die Action ins Spiel brachten. Zum Beispiel die Rutschpartie, bei der Ansgar Brinkmann einen Gymnastikball mit Karacho ins Aus bugsierte. Sogar die Moderatoren Sonja Zietlow und Daniel Hartwich schienen hier einen Moment lang ihren Spaß zu haben – bevor wieder die gewohnte Langeweile im Dschungel Einzug hielt.

Ruhe: So lautete die Devise im Camp. Neben Negronis Zwergenaufständen und dem kurzen Aufbäumen von Brinkmann war nicht viel los. Stattdessen freute man sich über Rippchen vom „Alpaka-Schwein“.

Da aber häufig Kandidaten mit großem Unterhaltungswert und wenig Wissen siegen, stellt sich die Frage: Warum haben so viele Zuschauer für Tina York angerufen? Sie war schließlich für fast alle Dschungelprüfungen gesperrt.

Die Sängerin schlug im Dschungel eher leise Töne an. Mit ihrer authentischen und verwirrten Art hat sie dennoch gepunktet. Am liebsten wäre die 63-Jährige aber längst auf dem Heimweg gewesen: „Bitte vergesst mich und schmeißt mich raus“, forderte sie die Zuschauer am Donnerstagabend auf. Aber wie heißt es so schön: „In der Ruhe liegt die Kraft.“ (mit dpa)

Info Finale bei „Ich bin ein Star – holt mich hier raus“, heute, 22.15 Uhr, RTL.

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Erstellt:
3. Februar 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
3. Februar 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 3. Februar 2018, 06:00 Uhr

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