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Mit gemischten Gefühlen zum Höhepunkt
Form mit Fragezeichen: Simon Schempp von der Ski-Zunft Uhingen ist einer der ganz heißen Medaillenkandidaten in Pyeongchang aber nur, wenn sein Rücken hält. Foto: Hendrik Schmidt/dpa
Olympia-Countdown

Mit gemischten Gefühlen zum Höhepunkt

Für den schwäbischen Biathlon-Weltmeister Simon Schempp bedeuten die Winterspiele in Südkorea eine Reise ins Ungewisse.

06.02.2018
  • MANUELA HARANT

München. Lange musste Simon Schempp zittern, ob er überhaupt die Reise nach Südkorea antreten kann. Doch letztlich saß er dann gestern Nachmittag doch im Flieger LH 718, der den Großteil der deutschen Olympia-Sportler nach Pyeongchang brachte. Auch wenn der Rücken unter Belastung immer noch schmerzt, der Biathlet von der Ski-Zunft Uhingen will sich die große Chance auf die erste Einzelmedaille bei Olympischen Winterspielen nicht nehmen lassen.

„Auf der einen Seite freue ich mich, dass es endlich losgeht, und die Aufregung ist natürlich da“, erzählte Schempp gestern wenige Minuten vor dem Abflug dieser Zeitung. „Auf der anderen Seite hoffe ich, dass die Probleme, die ich zuletzt hatte, allmählich verschwunden sind. Aber letztendlich kann ich das erst unter Wettkampfbelastung sagen“, erklärte Schempp, der seit Monaten unter sehr schmerzhaften muskulären Verspannungen leidet.

Und genau das ist der Punkt: Wären die Rückenprobleme nicht, Simon Schempp wäre hinter den Überfliegern der Saison, Johannes Thingnes Bö aus Norwegen und Martin Fourcade aus Frankreich einer der großen Favoriten auf Edelmetall auf der koreanischen Halbinsel. „Ich weiß, wenn bei mir körperlich alles in Ordnung ist, darf ich mit einem guten Gefühl in die Rennen gehen. Jetzt müssen wir einfach schauen, was mein Rücken unter Belastung macht“, erklärt Schempp. Denn die Probleme tauchen nur auf, wenn der Uhinger Vollgas gibt. „Dann geht die Rückenmuskulatur zu, und das strahlt auch auf Gesäß und Oberschenkel aus, so dass es schwierig ist, sich richtig zu bewegen.“ Denkbar schlecht für eine kraftvolle Langlauftechnik.

Abgesehen davon weiß der gebürtige Mutlanger, wie es geht: Bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi holte Simon Schempp mit der Staffel Silber. Und wie es mit einem großen Triumph bei Einzelwettbewerben klappen kann, zeigte der Schwabe vor einem Jahr bei der WM in Hochfilzen, als er Massenstart-Weltmeister wurde. Das macht die Sehnsucht nach weiteren Momenten wie diesen aber fast noch größer: „Natürlich hofft man, dass man das irgendwie wiederholen kann. Schließlich trainiert man all die Jahre genau darauf hin“, liebäugelt Schempp zumindest mit einer Medaille fürs Team. Als „i-Tüpfelchen“ bezeichnet er zudem eine Einzelmedaille.

Trotz der „gemischten Gefühle“, mit denen der Wahl-Ruhpoldinger seit drei Monaten den Olympischen Winterspielen entgegenblickt, versucht Simon Schempp die Reise nach Pyeongchang möglichst entspannt anzugehen. „Ich hoffe auf eine gute Filmauswahl, habe mir aber zur Sicherheit noch ein gutes Buch mitgenommen“, verriet der 29-Jährige, wie er die Zeit auf dem knapp elfstündigen nach Asien verbringt.

Um 21 Uhr ist Schlafenszeit

Um sich auf die Zeitverschiebung vorzubereiten, ging er zuletzt früher ins Bett und stand früher auf. Insgesamt ist Pyeongchang der Mitteleuropäischen Zeit acht Stunden voraus. „Wir werden uns aber nur um drei bis vier Stunden umstellen“, erklärte Schempp angesichts der Tatsache, dass die olympischen Biathlon-Wettbewerbe vor Ort erst abends beginnen. Gestern versuchte Schempp sich schon gegen 21 Uhr aufs Ohr zu legen, um einigermaßen ausgeschlafen in Pyeongchang anzukommen. Denn schon am Sonntag um 20.15 Uhr (12.15 MEZ) steht für ihn der Sprint als erstes olympisches Rennen an.

Ein Vorteil für Simon Schempp ist dort auf jeden Fall, dass er bei Olympia noch einmal alles auf Null stellen kann. „Wegen der hohen Anspannung bei allen Beteiligten werden die Karten bei so einem Saisonhöhepunkt häufig neu gemischt. Da sind schon so manche Favoriten nicht durchgekommen“, hofft Schempp darauf, dass er die Gunst der Stunde nutzen kann.

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06.02.2018, 06:00 Uhr
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