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VfB Stuttgart

Mit ersten Impulsen schnell erfolgreich

Trainer Tayfun Korkut setzt auf kleine Veränderungen in Offensive und Defensive. Das weckt neue Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt.

13.02.2018

Von WOLFGANG SCHEERER

Ein Herz für den VfB: Daniel Ginzcek erzielte das 1:0-Siegtor gegen Gladbach und hielt die gesamte Spielzeit durch. Foto: Imago

Stuttgart. Wie er denn seine Heimpremiere erlebt habe, wurde Tayfun Korkut nach dem eminent wichtigen 1:0-Zittersieg gegen Borussia Mönchengladbach gefragt. Lapidare Antwort: „Sehr fokussiert aufs Spiel.“ Auch beim Nachhaken kam nur ein weiteres „fokussiert“, dann war der neue VfB-Trainer auch schon durch die Tür hinter dem Podium verschwunden.

Persönliche Befindlichkeiten sind für ihn aktuell kein Thema. Dabei würde man gern tiefer blicken. Schließlich hat der 43-Jährige zwei harte erste Wochen hinter sich. Von lautstarken Zweifeln zahlreicher Fans waren sie begleitet, ob gerade er der Richtige sein könne in der schwierigen Situation nach der Trennung von Hannes Wolf. Die Kritik am vermeintlichen „Erfolglos-Trainer“ blähte sich auf, hatte aber wohl eher eine Blitzableiterfunktion.

Denn im Fokus stehen auch die beiden aus der Vereinsführung, die Wolf gehen ließen und Korkut geholt haben: Präsident Wolfgang Dietrich und Sportvorstand Michael Reschke. Gerade der Vereinsboss musste sich jetzt auf einem Transparent der Ultras sogar als „Lügner, Blender, Spalter“ titulieren lassen. Offenbar sind noch nicht alle restlos überzeugt von der Vision des wiedererstarkten Traditionsklubs, der sich in den Niederungen der zweiten Liga darauf besonnen hat, es künftig besser zu machen. Solange die Stuttgarter also mitten im Abstiegskampf stehen, wird das von Nebengeräuschen begleitet sein. Verhaltenen Beifall gab es zur Begrüßung für Korkut, Proteste oder Pfiffe dagegen nicht. Das Pfeifkonzert am Sonntagabend galt am Ende der Gegenseite: Durch die dritte Niederlage in Serie wird die Arbeit für Korkuts Gladbacher Kollegen Dieter Hecking vor dem Derby gegen Dortmund gewiss nicht leichter.

Das Versprechen, offensiv spielen zu lassen, löste Tayfun Korkut schon mit der Aufstellung ein: Daniel Ginczek kam zum Startelf-Debüt im neuen Jahr als zweite Spitze neben Mario Gomez. Ausgerechnet Ginczek, den hartnäckige Verletzungen immer wieder weit zurückgeworfen haben, zahlte das Vertrauen mit dem Treffer in der fünften Minute zurück, vorbereitet von Gomez. Das passte ebenso gut wie Christian Gentners neue Rolle im offensiven Mittelfeld. Der Kapitän, der zuletzt unter Hannes Wolf verunsichert wirkte (was sich in Rück- und Querpässen ausdrückte) kann nun seine Qualitäten im Spiel nach vorne zeigen. „Es freut mich, dass ich mich in den Dienst der Mannschaft stellen kann“, sagte der Routinier artig. Ebenfalls neu auf der Außenbahn ist der junge, flinke Erik Thommy. Der 23-Jährige kam zur Winterpause aus Augsburg.

Routiniers in anderen Rollen

Als Abräumer im Mittelfeld setzt Korkut anstelle Gentners nun auf den ebenfalls sehr erfahrenen Dennis Aogo, der an der Seite des erst 20-jährigen Argentinier Santiago Ascacibar spielt. In der Abwehrkette überzeugten vor allem der Franzose Daniel Pavard als Innen- und Emiliano Insua, ebenfalls Argentinier, als Außenverteidiger. Im Tor war auf Ron-Robert Zieler wie gewohnt Verlass. Korkut hat mit wenigen Impulsen bereits einiges erreicht. Nun gilt es, das Spiel hinten und vorne weiter zu stabilisieren.

Der gelungene Auftakt gibt dem Trainer die nötige Ruhe für eine konzentrierte Vorbereitung auf die nächste große Aufgabe: Am Sonntag wartet der Tabellensiebte FC Augsburg, ein Stuttgarter Angstgegner. Gelingt Korkut und Co. ausgerechnet dort der ersehnte erste Auswärtssieg der Saison, ist die Mission Klassenerhalt endgültig gut in der Spur.

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Erstellt:
13. Februar 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
13. Februar 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 13. Februar 2018, 06:00 Uhr

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