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Nur Tübingen lehrt Malayalam

Mit einer Gastdozentur stärkt die Uni ihren Südindien-Schwerpunkt

Das Asien-Orient-Institut baut seinen regionalen Schwerpunkt Südindien mit einer sprachwissenschaftlichen Gastdozentur aus. Beim Festakt am Freitag lobten die Redner dieses Alleinstellungsmerkmal Tübingens.

12.10.2015
  • Philipp Koebnik

Tübingen. „Das ist ein großer Beitrag zu einem tieferen Verständnis der indischen Kultur“ und stärke den wissenschaftlichen Austausch zwischen Deutschland und Indien, lobte der indische Konsul Dinesh Setia beim Festakt am Freitag. Knapp hundert Interessierte waren zur Feier der neuen Hermann-Gundert-Gastdozentur für das Asien-Orient-Institut (AOI) in den Pfleghofsaal gekommen.

Von diesem Wintersemester an lehren Dozierende der Thunchath Ezhuthachan Malayalam Universität in Tübingen Malayalam – eine Sprache, die im Südwesten Indiens, vor allem in der Region Kerala, von etwa 33 Millionen Menschen gesprochen wird. Die indische Regierung und die indische Wissenschaftsorganisation University Grants Commission stiften die Gastdozentur, über die indische Medien umfangreich berichteten.

Namensgeber der Dozentur ist der Sprachwissenschaftler Hermann Gundert (siehe Kasten). Sprachunterricht und Lektürekurse stehen im Mittelpunkt der neuen Dozentur, mit der das AOI seinen regionalen Südindien-Schwerpunkt ausbauen will, erklärte Heike Oberlin. Malayalam werde seit mehr als zehn Jahren ausschließlich in Tübingen unterrichtet, sagte Prorektorin Karin Amos. Das bisherige Angebot erhalte dadurch „eine hochkarätige Ergänzung“, Tübingen werde so „zu einem kleinen Zentrum für Malayalam- und Kerala-Studien“.

„In allen kulturwissenschaftlichen Fächern legen wir großen Wert darauf, die Sprachen zu lehren, damit man die Kulturen im Original erleben kann“, betonte Prof. Jürgen Leonhardt, Dekan der Philosophischen Fakultät. Daneben soll die Aufarbeitung von Gunderts Nachlass vorangetrieben werden. Dieser biete „Linguisten wie Indologen einmaliges Material“, so Amos. Diesen Aspekt betonte auch der erste Gastdozent Prof. Scaria Zacharia, ehemaliger Humboldt-Stipendiat und Gundert-Experte.

Ein Kulturprogramm umrahmte den Abend: Gayathri Vasudevan zeigte das traditionelle Tanztheater „Mohiniyattam“ und die Trommler-Gruppe Kalayankary beeindruckte mit einer energiegeladenen Darbietung. Der Festakt war Auftakt zu einem zweitägigen Symposium zur Sprache und Kultur Keralas auf dem Schloss Hohentübingen.

Mit einer Gastdozentur stärkt die Uni ihren Südindien-Schwerpunkt
Festakt zur Hermann-Gundert-Gastdozentur im Pfleghofsaal: Die Tanzaufführung „Mohiniyattam“ beklatschen (von links) Privatdozentin Heike Oberlin, Prof. Gabriele Alex, Gastdozent Prof. Scaria Zacharia, Shri. K. Jayakumar, Vizekanzler der Thunchath Ezhuthachan Malayalam Universität, und Prorektorin Karin Amos. Bild: Sommer

Die Gastdozentur ist benannt nach Hermann Gundert (1814-1893), dem Großvater des Schriftstellers Hermann Hesse, und erweitert das Angebot an Malayalam-Unterricht an der Abteilung für Indologie. Gundert hatte während seines Theologie-Studiums in Tübingen Sanskrit gelernt. Nach seiner Promotion ging er für einige Jahre als Missionar nach Südindien, wo er eine Schule gründete, deutsche Übersetzungen aus dem Malayalam erarbeitete und die Bibel in diese indische Sprache übersetzte. Nach seiner Rückkehr verfasste er ein Malayalam-Englisch-Wörterbuch und eine Grammatik – beide gelten als Standardwerke. Seinen Nachlass überlies Gundert der Universitätsbibliothek Tübingen.

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12.10.2015, 12:00 Uhr
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