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Neckarfest 2013 kam erst am Sonntag richtig auf Touren

Mit dem Sommer kamen die Massen nach Rottenburg

Gleich zwei Pfarrer eröffneten am Samstag um 14 Uhr das 38. Rottenburger Neckarfest. Es konnte eigentlich nichts schief gehen. Oberbürgermeister Stephan Neher benötigte auch nur einen einzigen Schlag, um das Fass Löwenbräu anzustechen, sehr zur Zufriedenheit der Zuschauer. Wenn er mehr gebraucht hätte, wäre unter Umständen viel Freibier verloren gegangen.

01.07.2013

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Tausende vergnügten sich am Wochenende auf dem Rottenburger Neckarfest, einige davon sogar auf dem Neckar.

Schaulustige auf der Josef-Eberle-Brücke warten aufs Feuerwerk.

Das Warten aufs Feuerwerk lohnte sich.

Neckarfest 2013: Rottenburgs OB Neher beim Fassanstich.

Neckarfest: Nguyen Lan vom vietnamesichen Familienkreis beim Zubereiten von Mixao-Nudeln.

Neckarfest 2013: Die Original Baisinger Bierkrugrutsche.

Neckarfest 2013: Im Freizeitpark Schänzle gab es ein hochkarätiges Beachvolleyball-Turnier.

Neckarfest 2013: Auf dem Flohmarkt begenen sich Neckar- und Mittelalterfest.

Immer einen Streifzug wert - der Flohmarkt auf dem Neckarfest.

Neckarfest 2013: Kampf um den Sieg an der ersten Wendemarke des Kanurennens.

Auf dem Jahrmarkt am Eugen-Bolz-Platz vergnügten sich die kleinen Festgäste.

Neckarfest 2013: Die drei jahre alte Lilith beweist Mut auf der Rollenbahn im Stadtgraben.

Neckarfest 2013: Linedance mit den Silverados auf der Bühne der Rottenburger Motorradfreunde.

Neckarfest 2013: Setup am Samstag Abend auf der Rollschuhbahn.

Neckarfest Rottenburg 2013: Jahrmarkt am Eugen-Bolz-Platz: Sarah und Hanna fahren Karussell.

Neckarfest 2013: Motorsäge trifft Moped auf dem Flohmarkt.

Neckarfest Rottenburg 2013: Feuchtes Vergnügen auf dem Eugen-Bolz-Platz

Neckarfest 2013: Roland Haupt schneidet am Stand der Freunde der Domsingschule vom Schwein am Spieß.

Neckarfest 2013:

Neckarfest 2013: Mom_APOSTROPHE_s Day spielten am Samstagnachmittag im Musikpavillon.

Neckarfest 2013: Im romantischen Zwinger.

Neckarfest 2013: Die Emminger Trachtenkapelle spielte zünftig in der Gartenstraße auf.

Neckarfest 2013: Beim Flohmarkt wurde mancher fündig.

Neckarfest Rottenburg 2013: Wakeboarding auf dem Neckar.

Neckarfest Rottenburg 2013: Wakeboarding auf dem Neckar.

Neckarfest Rottenburg 2013: Wakeboarding auf dem Neckar.

Neckarfest 2013: Der Start des Teufele-Rennens.

Rottenburg. „Ein Fest ist ein Vorgeschmack des Himmels, aber noch nicht der Himmel selber“, sprach der evangelische Pfarrer Jürgen Huber, und „gute Feste beseitigen Grenzen zwischen den Menschen.“ Er erinnert an das erste Jesus-Wunder, der ein Fest rettete, indem er Wasser in Wein verwandelte. Dompfarrer Harald Kiebler sprach ein Dankgebet, und die Menge sang „Großer Gott, wir loben Dich“ – Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz auswendig, Priska Tappeser musste ablesen.

Mit dem Wetter hatten die Rottenburger Glück. Just beim Fassanstich hörte es zu regnen auf. Am Samstag blieb es zwar noch kühl, doch am Abend wurde es wärmer und am Sonntag kam sogar mehrfach die Sonne raus. T-Shirt-Wetter. Das Freibier aus Baisingen ging trotz der Anfangs-Kühle weg wie nix, manche Krüge halb voll Schaum; doch „einem g?schenkten Gaul guckt man nicht ins Maul“, meinte einer der Umstehenden. Nachdem die beiden Holzfässer leer waren, zapfte die Narrenzunft evangelisches Bier aus Remmingsheim.

Alles, was schwimmt, auf dem Neckar

Das Neckarfest heißt „Neckarfest“, weil es am Neckar entlang stattfindet. Und auf dem Neckar. Phantasievolle Schwimmgeräte trieben den ganzen Sonntag auf dem Fluss – Tret- und Ruderboote, Stocherkahn und Stand up Paddling Boards konnte man von den Jungen Aktiven auf der Ehinger Neckarseite mieten. Unter der Eberlebrücke dümpelt das Dappschauferle, ein Schaufelrad-Dampfer mit Achter-Tandem-Antrieb. Selbst gebaut von einer Stammtisch-Mannschaft aus Rammetshofen / Bodensee, die schon zum 18. Mal da war.

Wakeboarding beim Neckarfest 2013 – nicht immer landeten die Fahrer nach dem Sprung wieder auf den Füßen. Bilder: Sommer

Die Berufliche Schule hatte sechs Canadier auf dem Neckar. Vier davon aus dem Vorjahr, zwei ganz neu gebaut. Aus Tropenholz, wie Lehrer Oliver Preuß verrät. Zum Glück konnte die Schule auf 30 Jahre alte Bestände des Bootsbauers Arno Segger zurückgreifen. Mit den Canadiern wurde erneut ein „Promi“-Rennen ausgetragen: Stadt gegen Landkreis, katholische gegen evangelische Kirche, „Schwabo“ gegen TAGBLATT.

Beim Warten auf den Start erinnerten sich einige mit Häme, wie der OB letztes Jahr ins Wasser fiel. Der erklärte, dass er dieses Jahr volles Risiko fahre und keine Ersatzkleidung mitgenommen habe. Die Promis teilen sich ihr Kanu mit zwei Schülern. Der Ansager verkündete noch die Basisfakten: Länge der Strecke 1152 Meter, Wassertemperatur 16,9 Grad Celsius, Wassertiefe 3,50 Meter. Kaum gestartet, fuhren schon welche in die falsche Richtung, nur die evangelische Kirche wusste von Anfang an, wo es langgeht. Kein Wunder, dass der Kahn von Pfarrer Huber mit Philipp Kempel und Isabelle Khaled siegte.

Erste Wakeboard-Befahrung des Neckars

Mehr im als auf dem Wasser bewegten sich zwei Wakeboarder am Sonntagnachmittag. Ein Wakeboard ist eine Art Snowboard, das wie Wasserski gefahren wird. Gezogen wird es von einer Seilwinde auf der Kepplerbrücke. Der Kitzel ist, über die Mission-Olympic-Rampe zu schanzen und nicht ins Wasser zu fallen.

Zuschauer auf der Jodef-Eberle.Brücke vor dem Feuerwerk.

Um 17 Uhr startete das Teufeles-Rennen, ein Glücksspiel des Fördervereins Hohenberghalle, bei dem gewinnt, wessen Nummer unter der Kepplerbrücke aus dem Wasser gefischt wird. Jedes dritte Los gewinnt, der Hauptpreis: zwei Karten fürs „Rock of Ages“-Festival. 1800 Teufel fallen auf Nehers Startschuss aus David Laux? Baggerschaufel in den Neckar. Der OB hat sich beim Start die Hände mit Öl verschmiert, ruft nach einem Lappen. „Es stande doch genug Lumpe rum“, lachen einige. Die Teufel schwammen sehr gemächlich neckarabwärts. Die Feuerwehr hat aus zwei langen Schläuchen einen langen Trichter zwischen Eberle und Kepplerbrücke aufgespannt, die Teufel können nicht entkommen.

Im Freizeitpark Schänzle waren unzählige Jugendliche, Motorradfreunde und Beachvolleyballer unterwegs. Die Volleyball-Spieler kamen, trotz kühler Temperaturen, bereits tagsüber ins Schwitzen. Zwei Herren-Duos vertraten die Stadt: Marc Zimmermann und René Bahlburg sowie Tobias Schenk mit seinem Partner Matthias Vogelgsang. Angetreten waren bei den Damen die Rottenburgerin Leonie Welsch mit der Schwäbisch Gmünderin Lisa Arnholdt und das TVR-Team Mareike Groth/Katharina Wex.

Die Rottenburger Herren belegten im Turnier einen ehrenvollen fünften Platz, ins Endspiel schafften sie es nicht. Das gewannen Martin Krüger und Mirko schneider aus Bayern. Bei den Frauen siegten Ricarda Zorn udn Sabrina Tarnbaum, ebenfalls aus Bayern.

Neuer Satellit auf dem Eugen-Bolz-Platz

Weil durch das Beachvolleyballfeld ihr angestammter Platz weggefallen war, musste der Verein Moderne Jugendkultur diesmal auf den Eugen-Bolz-Platz ausweichen. Die Veranstalter versuchten diesen Mangel – die Ferne vom Hauptfest – durch Aufbau eines kleinen Rummelplatzes mit drei Karussellen, Trampolin-Bungee, Funballs und lauter Discomusik auszugleichen. Nicht zum Wohlgefallen aller Anwohner. Für die Jugend war es ein schlüssiges Konzept: Vor allem 14- bis 18-Jährige fühlten sich davon magisch angezogen (siehe nächste Seite)

Die Emminger Trachtenkapelle spielt an der Kreuzung Gartenstraße/Sprollstraße.

Im und am Stadtgraben konnten sich Kinder nach Herzenslust austoben: Im Stadtgraben drin hatte der Verein Mobile Kinder- und Kulturarbeit, kurz „Mokka“ genannt, in einem kleinen Zirkuszelt eine Station Kinderschminken, eine Holzwerkstatt und Staffeleien zum Malen aufgebaut (Foto1). Sechs Mitarbeiter bastelten mit durchschnittlich zwei Dutzend Kinder im Grundschulalter Vogelhäuschen. Außerhalb des Zirkuszelts gab´s eine Rutschbahn, die sogar Dreijährige quietschfidel ausprobierten. „Die Wasserbaustelle“, sagte Mokka-Mitarbeiter Ilke Erim, „konnten wir wegen des regnerischen Wetters am Samstag nicht nutzen“. Dafür müsse es genügend warm sein. Das Wetter sei zumindest am Samstag nicht ideal gewesen, sagte Erim. Dennoch lockte es recht viele Eltern mit Kindern an den Stadtgraben, wo sie auch durch den Kinderflohmarkt tigerten.

Von der Kepplerbrücke aus gesehen vor dem Center-Court dröhnte schon am frühen Abend mehr als lautstarke Musik aus dem Musikpavillon, den das Jugendhaus Klause in Verbindung mit dem Jugendbüro Ergenzingen in Beschlag genommen hatte. Je später es wurde, desto lauter wurde hier am Samstag die Musik. Aber sie kam gut an: Begleitet von den Eltern äugten sogar Schulkinder gebannt auf die Rock-Gruppe „Mom´s Day“, die das Rottenburger Publikum als das lauteste der Welt bezeichnete. Es waren zu dem Zeitpunkt etwa hundert Gäste vor Ort, die zwar auf Kommando kreischten und sangen; aber so laut auch wieder nicht. Spätestens als es dämmerte, schoben die noch verbliebenen Eltern ihren Nachwuchs Richtung heimwärts. Die Kinder ließen sich teilweise nur widerwillig dazu bewegen. Das Publikum vermehrte sich, als die Chiemgauer Formation „Mundwerk Crew“ Hip-Hop, Reggea, Soul- und Funkmusik unters Volks mischte.

Spitzbua Markus und Simone Mangiapane

Derweil tummelten sich die Motorradfreunde auf der Rollschuhbahn, wo bereits am Samstagnachmittag Live-Musik mit der Nachwuchsbande „Alive in Memories“ im Angebot war. Lautstarke Hits gab es abends, als die Coverband „Setup“ harte Rockmusik beisteuerte.

Weiter hinten in der Gartenstraße unterhielt „Spitzbua Markus“ über mehrere Stunden hinweg ein vorwiegend älteres Publikum bei der Musikkapelle Taktlos. Schunkeln, Schnäpsle trinken und freilich aus voller Kehler mit singen, stand hier im Programm. Ebenso ging es auch bei den Baisingern zu, wo sich aber insgesamt sechs Kapellen aus der Umgebung am Samstag und Sonntag die Klinke in die Hand gaben. Ein Hit war wie immer das Bierrutschen. Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, für einen Euro ein Bier eine nasse Bahn idealerweise unter ein Fässchen rutschen zu lassen.

Nicht nur dort, sondern auch in der vom SV Weiler angemieteten Location ging am Samstagabend für eine kurze Weile die Post ab: Mit dem Rottenburger Nachwuchs-Sänger Simone Mangiapane hatte die Sportvereinigung einen „Superstar“ im Angebot. Der „DSDS“-Kandidat brachte sogar einen „Kumpanen“ mit: Maurice Danny Glover. Der trällerte mit Simone nur ein paar Zeilen und überließ dann dem Lokalmatador die Bühne, nachdem er von ?zig Fans, vorwiegend Mädchen, stürmisch begrüßt wurde. Reihenweise filmten aber auch Jungs und erwachsene Frauen den Auftritt Simones mit der Handykamera – so lange, bis der Speicher voll und der Arm lahm war. Zuvor hatte den Damen schon ein schwarzer Zumba-Tänzer mit nacktem Oberkörper und mustergültigem Sixpack mächtig eingeheizt.

Bühne frei für

den Tanzsport

Ganz dem Tanzsport gehörte am Sonntagnachmittag die Bühne bei der Zehntscheuer. HipHopper aus Rottenburg, Kilchberg und Bieringen führten ihre Tänze vor, die zwischen Kampfsport und lasziver Anmache angesiedelt sind. Die Tänzer sind fast ausschließlich Tänzerinnen. Das gleiche galt auch für die Rope Skipper vom TVR und die Zumba Teens von Mapet.

Auch kulinarisch war das Rottenburger Neckarfest 2013 eine Offenbarung. Kaum zu erfassen die Vielfalt der angebotenen Speisen, Getränke, Gaumenschmeichler. Ein paar Eindrücke davon finden sich auf der folgenden Seite.

Feucht, aber nicht durchweg fröhlich, ging es in der Nacht zum Sonntag auf dem Rottenburger Neckarfest zu. Auf dem Ehinger Platz gab es eine Schlägerei. Dort wurden gegen 4 Uhr früh zwei 23 und 27 Jahre alte Männer von unbekannten Tätern zusammengeschlagen. Dabei zog sich der 23-Jährige eine Jochbeinprellung und der 27-Jährige eine Unterarmverletzung zu.

Bereits früher am Abend musste die Polizei gegen Betrunkene einschreiten. Um 22 Uhr fiel in der Tübinger Straße ein erheblich alkoholisierter 17-Jähriger Jugendlicher durch sein aggressives Verhalten auf. Er wurde bis zur Abholung durch seinen Vater in Gewahrsam genommen. Kurz vor Mitternacht trafen Polizisten in der Bahnhofstraße auf einen 65-Jährigen, der sich nicht mehr eigenständig auf den Beinen halten konnte. Er wurde zur Ausnüchterung aufs Revier gebracht.

Um 0.30 Uhr wurde die Polizei zu einer Ruhestörung in die Kapuzinergasse gerufen. Verursacherin war ein stark betrunkenes zwölfjähriges Mädchen. Das Kind konnte zunächst weder seinen Namen noch seine Wohnanschrift angeben. Erst später in der Nacht konnten die Beamten die Mutter des Mädchens ausfindig machen.

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Erstellt:
1. Juli 2013, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
1. Juli 2013, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 1. Juli 2013, 12:00 Uhr

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