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Mit dem Kopftuch zum Oscar
Nargess Abjar drehte „Nafas“. Foto: Hamid Janipoor
Kino

Mit dem Kopftuch zum Oscar

Der Iran schickt mit Nargess Abjar erstmals eine Frau ins Rennen um den besten ausländischen Film.

09.10.2017
  • DPA

Teheran. Hauptberuflich ist Nargess Abjar eigentlich Schriftstellerin. Erst 2004 inspirierte sie der Film „Schildkröten können fliegen“ des iranischen Regisseurs Bahman Ghobadi dazu, ihre Bücher zu verfilmen. „Am Anfang machte ich alles rein instinktiv, da ich keine akademische Ausbildung hatte“, sagt die 46-Jährige.

„Nafas“ erzählt die Geschichte der kleinen Bahar, ihrem alleinerziehenden, asthmakranken Vater, der strengreligiösen Großmutter und ihren drei Geschwistern. Die Familie lebt an der Armutsgrenze. Ihr Leben wird überschattet von den politischen Entwicklungen Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre. Unter anderem erleben sie die Islamisierung der Gesellschaft nach der Revolution von 1979 sowie den Beginn des Iran-Irak Krieges.

„All dies versucht Bahar in ihrer eigenen Fantasiewelt zu verarbeiten“, sagt Abjar. Bahars größte Sorge ist jedoch, dass sie nach dem Tod der Mutter auch ihren asthmakranken Vater verlieren könnte. So achtet sie immer darauf, ob er noch atmet. „Daher auch der Titel ,Atem', der für Leben, Angst und Hoffnung steht“, erklärt Abjar. Am Ende des Films ist der Vater noch am Leben, aber Bahar selbst stirbt bei einem Bombenangriff der irakischen Armee auf ein Wohngebiet.

Bei Hardlinern im Land, für die der Irak-Krieg die „heilige Verteidigung“ war, kam die Oscar-Nominierung des Antikriegsfilms durch die staatliche Farabi Cinema-Stiftung gar nicht gut an. „Der Film zeigt genau das, was unsere Feinde im Westen sehen wollen“, kritisierte der ultrakonservative Kleriker Ahmad Alamolhoda die Regisseurin. Ähnlich äußerte sich auch Mohammed-Resa Naghdi, der Kulturbeauftragte der Revolutionsgarden. „Der Westen verbreitet schon genügend negative Propaganda gegen uns, daher sollten wir nicht auch noch Steuergelder für solche Filme ausgeben.“

Abjar hofft, dass „Nafas“ unter die Top-5 ins Finale kommt. Falls sie es schaffen sollte, wird sie, zusammen mit ihrem Mann, mit Kopftuch und islamischem Dresscode bei der Oscar-Zeremonie in Los Angeles auftreten. „Das gehört nun mal zu mir und meiner Kultur.“ Farshid Motahari, dpa

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09.10.2017, 06:00 Uhr
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