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Mit Spickzettel zur Pflug-WM nach Afrika
Eine Frage der Feinabstimmung: Ulrich Münkle an seinem Beetpflug. Foto: Oliver Schuluz
Furchen ziehen in Kenia

Mit Spickzettel zur Pflug-WM nach Afrika

Ulrich Münkle aus Langenau fliegt nächsten Samstag nach Kenia. Anfang Dezember kommt es dann auf jede Furche an.

13.11.2017
  • STEFAN CZERNIN

Langenau. Zwei Elfmeter hat Jens Lehmann bei der Fußball-WM 2006 im Viertelfinale gegen Argentinien gehalten, Deutschland kam weiter. Ein Spickzettel leistete dem Nationaltorwart dabei wichtige Hilfe. Mit einem ganz ähnlichen Zettel steigt Ulrich Münkle nächsten Samstag in den Flieger nach Kenia. Nur sind bei Münkle keine bevorzugten Elfmeterecken notiert, sondern Einstellungen für seinen Wettkampf-Pflug.

Für schwere Böden, sandige, steinige. Und für verschiedene Wetterlagen. „Natürlich muss ich bei jedem Wettkampf nachjustieren“, sagt Münkle. Aber eben nicht immer wieder ganz von vorne anfangen. Die Pflug-WM findet dieses Jahr in Nakuru statt, etwa 160 Kilometer von der Hauptstadt Nairobi entfernt, wo Münkles Flugzeug aufsetzen wird. Begleitet wird der 35-Jährige von Trainer Manfred Wolf aus Langenau (Alb-Donau-Kreis).

Schon Anfang September hatte Münkle seinen Beetpflug zusammen mit Ersatzteilen und weiterem Material von Antwerpen aus verschifft. Mit einem X-beliebigen kann er nichts anfangen, seinen Pflug hat er aufwendig umgebaut, verfeinert. Den Container teilen sich Münkle und ein weitere deutscher WM-Teilnehmer mit der belgischen Delegation. Ursprünglich war ausgemacht, den Container halbe-halbe aufzuteilen – dann aber brauchten die Belgier mehr Platz. „Also hab ich Regale geschweißt, um meine Ausrüstung übereinander unterzubringen.“ Einige tausend Euro wird der Transport trotzdem kosten. Nur mit Hilfe zahlreicher regionaler Sponsoren und der Pflügergemeinschaft Ulm war die WM-Teilnahme überhaupt möglich, betont Münkle.

Am frühsommerlich warmen Austragungsort Nakuru erwartet Münkle ein strammes Programm: Er muss seinen für die Verschiffung zerlegten Pflug zusammensetzen. Und sich an den Boden vor Ort gewöhnen. „Eine massive Herausforderung. Er gilt als relativ schwer und klebrig.“ Neben dem Training gibt es zudem noch ein offizielles Rahmenprogramm.

Anfang Dezember gilt es dann. Münkle tritt in der Disziplin Beetpflug an, Drehpflug lautet die andere. „Es geht darum, so akkurat und genau wie möglich zu arbeiten“, erklärt Münkle. Insgesamt gibt es 14 Bewertungskriterien, etwa wie gerade eine Furche gezogen wurde. Der Göttinger rechnet mit 15 bis 20 Konkurrenten, aus Europa, Kanada, den USA, Neuseeland, Australien – und natürlich Kenia. Seine Fähigkeiten mit dem Pflug muss Münkle sowohl auf einem Stoppelfeld als auch auf Grasland beweisen.

Wie er seine Siegchancen beurteilt? „Um Letzter zu werden, fährt man da nicht hin“, sagt Münkle. Aber zu den Favoriten zählt er sich nicht. Als stark gelten besonders die Pflüger aus Großbritannien. Zudem ist es Münkles erste Teilnahme an einer Weltmeisterschaft im Leistungspflügen. Und gleichzeitig auch seine letzte. Weil es in Deutschland beim Qualifikations-Turnier eine Altersgrenze von 35 Jahren gibt.

Ganz genau

Aus Landessicht durchaus eine positive Sache, findet Münkle. Weil so immer qualifizierter Nachwuchs nachkommt. International jedoch eher ein Nachteil, weil dieser dann gegen alte Hasen antreten muss, die teils schon in zehn oder mehr Weltmeisterschaften Erfahrung gesammelt haben. Münkle bleibt trotzdem verhalten optimistisch: „Wenn ich in die bessere Hälfte komme, bin ich zufrieden.“

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13.11.2017, 06:00 Uhr
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