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Mit Schalk, Charme und Schnauzbart
Wurde 87 Jahre alt: Jean Rochefort. Foto: afp
Jean Rochefort ist gestorben

Mit Schalk, Charme und Schnauzbart

Komödien und Historienfilme: Mit Jean Rochefort ist einer der Großen des französischen Films gestorben.

10.10.2017
  • AFP

Paris. Sein Schnauzbart gehörte ebenso zu seinem Markenzeichen wie seine eigenbrötlerischen Rollen. Zu den bekanntesten zählt der verkniffene Geheimdienstchef Colonel Toulouse in „Der Große Blonde mit dem schwarzen Schuh“ (1972). Die Agentenfilm-Parodie machte Jean Rochefort auch in Deutschland bekannt. Nun ist der Schauspieler in der Nacht zu Montag im Alter von 87 Jahren gestorben.

Mehr als 150 Kino- und Fernsehfilme hat Rochefort gedreht, darunter die unvergessliche Historienkomödie „Wenn das Fest beginnt“ (1975) von Bertrand Tavernier. Darin spielt er brillant einen zynischen Frauenhelden. Vom englischen Dienstboten, der sich vor der Arbeit scheut, in „Die Leiden eines Chinesen in China“ (1965) bis hin zu einem vereinsamten Radiojournalisten in „Tandem“ (1987): Rochefort fühlte sich in unterschiedlichsten Rollen wohl. Denn er hatte ein einfaches Erfolgsrezept: „Bevor ich eine Rolle annehme, frage ich mich, ob der Film unseren Zeitgenossen etwas Entsprechendes anbieten kann.“

Seine Karriere begann Mitte der 50er Jahre, Anfang der 60er war er bereits ein viel gefragter Schauspieler. Außer mit Tavernier arbeitete Rochefort mit Regiegrößen wie Luis Buñuel, Philippe de Broca, Robert Altman, Patrice Leconte. Aber auch Nachwuchsregisseure wie Philippe Haim holten ihn vor die Kamera.

Mit „Kerzenlicht“ (1972) wandte sich Rochefort auch ernsthafteren Rollen zu, denen viele weitere folgten, darunter die als Inspektor in dem Krimidrama „Der Uhrmacher von St. Paul“ (1974). Unvergessen blieben seine Auftritte in der Fremdgeh-Farce „Ein Elefant irrt sich gewaltig“ von 1976 („Die Frau in Rot“ war das Hollywood-Remake) und das melancholische Meisterwerk „Der Mann der Friseuse“ (1990).

Die Arbeit vor der Kamera sah der in Paris geborene Schauspieler eigentlich mehr als Nebenerwerb, denn sein Interesse galt ursprünglich dem Theater. Er spielte auf zahlreichen Pariser Bühnen und feierte Erfolge in Stücken von Pinter, Ustinov, Miller und Mamet. Erst Tavernier weckte Rocheforts Interesse für das Kino.

Rochefort mied das Rampenlicht. In seiner Freizeit widmete er sich den Pferden. Er besaß einen Pferdehof in der Nähe von Paris. Über sich selbst sagte er einmal, dass er zu Frankreichs Kulturgut gehöre, so wie der Schinken von Bayonne. dpa

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10.10.2017, 06:00 Uhr
Mit Schalk, Charme und Schnauzbart





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