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Lindenhof: Mehrere Personen nach Kontakt mit den Eninger Ziegen erkrankt

Mit Q-Fieber angesteckt

Bei der Infektionskrankheit von der die Ziegenherde im Eninger Lindenhof befallen ist, handelt es sich um das ansteckende und auch auf Menschen übertragbare Query-Fieber. Wie jetzt bekannt wurde, haben sich bereits mehrere Personen infiziert.

21.07.2009
  • uschi kurz

<strong>Reutlingen.</strong> Betroffen sind beziehungsweise waren bisher rund ein Dutzend Personen aus den Landkreisen Reutlingen und Esslingen. Sie alle sind im Oberen Lindenhof beschäftigt oder sie wohnen auf dem Eninger Gelände. Die Krankheitsverläufe des so genannten Q-Fiebers (Query oder Queensland-Fieber), die einer Grippe ähneln, waren, wie Leopold Peitz, der akademischer Leiter der Hohenheimer Versuchsstation gestern auf Nachfrage unsere Zeitung betonte, vergleichsweise harmlos. Alle Personen seien mit Antibiotika behandelt worden und mittlerweile wieder wohlauf. Nachdem die erste Dahlem-Cashmere-Ziege an dem Q-Fieber gestorben sei, habe man bei allen anderen Tieren das Blut untersucht und eine hohe Durchseuchung festgestellt. Daraufhin habe man auch die Mitarbeiter und die Bewohner der Versuchsstation vorsorglich untersucht. Dabei wurde entdeckt, dass sich tatsächlich einige mit dem Erreger infiziert hätten, die Krankheit sei aber nicht bei allen ausgebrochen.

Für die 100-köpfige Ziegenherde bedeutet das Q-Fieber nun aber das Aus. Alle Tiere müssen, wie bereits am Samstag berichtet, getötet werden. Für Peitz ist es das „unrühmlich Ende“ eines ansonsten erfolgreichen Projekts. Denn der Versuch, eine Ziege zu züchten, die sowohl ausgiebig Milch gibt als auch eine hochwertige Wolle produziert, sei mit der Dahlem-Cashmere-Ziege durchaus gelungen. Die Tiere haben sich nicht nur an der Partnerhochschule im bolivianischen Cochabamba bewährt, sie werden in den Anden auch schon als beliebte Fleisch- und Milchlieferanten eingesetzt.

Die weniger glücklichen Eninger Dahlem-Cashmere-Ziegen sind auch angesichts des Todes begehrt, wie Peitz berichtete, bieten sie doch den Forschern die seltene Gelegenheit, die Erreger des Q-Fiebers zu untersuchen. Forscher der tierärztlichen Hochschule Hannover sind bereits zusammen mit Mitarbeitern des Fellbacher Tierseuchenuntersuchungsinstituts an der Arbeit: „Wir machen jetzt aus der Not eine Tugend.“ Ebenfalls untersucht wird die 250-köpfige Schafherde, die auf dem Lindenhof lebt. Zwar wurden auch dort einige infizierte Tiere entdeckt, man hoffe aber, so Peitz, die Schafherde „sanieren“ zu können.

Schafe und Ziegen sind, erklärt Theodor Müller, der beim Kreisgesundheitsamt für Infektionskrankheiten zuständig ist, häufig Überträger des Q-Fiebers. Nachdem Wanderschäfer in der Gegend waren, komme es immer wieder zu Krankheitsfällen. Auch durch Zecken werde die Infektion verbreitet. Der erste Fall in Zusammenhang mit der Eninger Versuchsstation Lindenhof, so Müller, sei bereits an Weihnachten bekannt geworden. Weil ein besonderes Risiko für die Öffentlichkeit nicht gegeben sei, sei man damit aber nicht an die Presse gegangen.

<div class='kasten_ueberschrift'> <div class='grundtext'> Die Symptome ähneln denen einer Grippe </div> </div> <div class='kasten_text'> <div class='grundtext'> Beim Q-Fieber, handelt es sich um eine meldepflichtige Zoonose (eine auf den Menschen übertragbare Infektionskrankheit), die vor allem bei Schafen und Ziegen auftritt. Die Übertragung erfolgt über Zecken, die den Erreger, das Coxiella burnetii Bakterium, beim Biss eines infizierten Tieres einfangen haben, aber auch direkt durch die erkrankten Tiere. Besonders infektiös sind Flüssigkeiten, die bei der Geburt der Tiere austreten. Die Symptome ähneln denen einer Grippe von leichtem bis starkem Fieber bis hin zu heftigen Gliederschmerzen. Wer einmal infiziert wurde, entwickelt Antikörper. Schafhalter beispielsweise sind in der Regel immun. </div> </div>

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21.07.2009, 12:00 Uhr
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