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Mit Pinsel und Heißdampf wird das Luther-Denkmal in der Geburtsstadt Eisleben fürs Jubiläum saniert
Metallrestaurator Ulrich Weidauer reinigt das Luther-Denkmal vom Eislebener Marktplatz. Foto: dpa
Reformator beim Restaurator

Mit Pinsel und Heißdampf wird das Luther-Denkmal in der Geburtsstadt Eisleben fürs Jubiläum saniert

Martin Luther wird in seiner Geburtsstadt für das Reformationsjubiläum schön gemacht. Für rund 170 000 Euro wird die Skulptur komplett saniert.

22.08.2016
  • THOMAS SCHÖNE, DPA

Eisleben. Waschen, trocknen, föhnen: Der Reformator Martin Luther (1483-1546) lässt die aufwendige Prozedur im Liegen über sich ergehen. Die rund 1,5 Tonnen schwere bronzene Skulptur befindet sich zur Restaurierung in einem Raum eines Metallbetriebes in Eisleben. Das Luther-Denkmal war 1883 zum 400. Geburtstag Luthers in der Stadt in Sachsen-Anhalt aufgestellt worden – nun ist es Zeit für eine Auffrischungskur.

„Zunächst geht es darum, mit Staubsauger und Pinsel lose Schmutzteile von der Plastik zu entfernen“, sagt Restaurator Ulrich Weidauer. „Danach kommt die Heißdampfreinigung mit 100 Grad heißem Wasser. Bei hartnäckigen Resten, die sich danach immer noch auf der Oberfläche befinden sollten, helfen spezielle Schleifpapiere.“ Deutlich zu sehen: Das Gesicht Luthers und seine Hände wurden feuervergoldet und heben sich dadurch farblich ab.

Nachdem es am Denkmal auf dem Markt in Eisleben Setzungserscheinungen gab, hatte die Stadt beschlossen, den gesamten Komplex sanieren zu lassen. Zudem war der Zeitpunkt, im Vorfeld des 500. Reformationsjubiläums, günstig. „Das Denkmal soll spätestens zum Reformationstag am 31. Oktober 2016 in alter Frische an seinem Platz auf dem Markt stehen“, sagt Oberbürgermeisterin Jutta Fischer (SPD). „Die Arbeiten kosten rund 170 000 Euro, wobei der größte Anteil aus dem Mauerfond des Bundes kommt.“

„Der Erhaltungszustand der Plastik ist gut“, sagt Weidauer. Geschaffen hatte sie der Bildhauer Rudolf Siemering (1835-1905) in seiner Berliner Werkstatt. „Auch die künstlerische Qualität ist hervorragend. Luther ist als ein energischer Mensch dargestellt. Mit dem rechten Fuß voranschreitend, hält er die Bibel fest an sich gepresst, in der anderen Hand die Bannbulle des Papstes – schon angedeutet, dass er sie zerknüllt.“ Um dem Ganzen später auf dem Sockel einen besseren Halt zu geben, wird zusätzlich ein Edelstahlrahmen in das Denkmal eingesetzt. Zum Abschluss der Restaurierung wird der gesäuberte Luther zum Schutz vor der Witterung mit einer Wachsschicht überzogen.

Diese Anwendung von Wachs bei Metallplastiken ist unter Fachleuten umstritten. Denn mit der Schicht sehen sie fast wie neu aus, was die Betrachter möglicherweise am Alter der Objekte zweifeln lässt. „Bei den Verschmutzungen, die insbesondere in Städten entstehen, ist es ratsam, Plastiken mit Wachs zu überziehen, um dadurch einen wasserabweisenden Effekt zu erzielen“, sagt jedoch der stellvertretende Sprecher der Fachgruppe Metall des Verbands der Restauratoren, Martin Kaufman. Außerdem löse sich die Wachsschicht mit der Zeit auch wieder ab.

In Deutschland gibt es etwa 40 Luther-Denkmäler, fast alle stammen aus dem 19. Jahrhundert. Das älteste Luther-Denkmal von 1821 steht in Wittenberg, das größte in Worms, aufgestellt 1868. Das Luther-Denkmal in Magdeburg gibt es seit 1886.

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22.08.2016, 06:00 Uhr
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