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Mit Kampfjets gegen die Islamisten
Kinder stehen inmitten von Schuhen, die Opfern des Anschlags auf die Rawda-Moschee gehörten. Foto: afp
Terror

Mit Kampfjets gegen die Islamisten

Nach dem Massaker auf dem Nordsinai geht Ägyptens Präsident Al-Sisi mit aller Härte gegen die Dschihadisten des „Islamischen Staats“ vor.

27.11.2017
  • MARTIN GEHLEN

Kairo. Das Blutbad der Terroristen war mit teuflischer Präzision geplant. Scheich Mohamed Abdel Fatah hatte gerade mit der Freitagspredigt begonnen, als vor der Rawda-Moschee fünf Geländewagen mit 25 bis 30 Bewaffneten vorfuhren, das Gebäude umzingelten und das Feuer mit Handgranaten und Sturmgewehren eröffneten. Von der Tür aus schossen sie auf die in Todesangst schreienden Beter. Knapp eine halbe Stunde dauerte das Massaker, dann lagen 305 Menschen tot auf dem Boden, darunter 27 Kinder. 128 wurden laut Generalstaatsanwalt Nabil Sadeq verletzt, kein einziger Gläubiger entkam unversehrt.

Bir al-Abed liegt auf dem Nordsinai, 40 Kilometer von der Provinzhauptstadt El-Arish entfernt, ein Städtchen mit 6000 Einwohnern, dessen wichtigster Arbeitgeber eine Salzfabrik ist. Die Opfer wurden bereits am Freitagabend und Samstag beerdigt, viele in ihren Blut getränkten Kleidern, um sie als Märtyrer des Islam zu kennzeichnen. Aufgebracht schwor Präsident Abdel Fattah al-Sisi, Armee und Polizei würden „mit brutalster Härte“ zurückschlagen.

Das bisher schwerste Terror-Massaker in der Geschichte Ägyptens trägt die Handschrift des „Islamischen Staates“, obwohl sich bisher niemand dazu bekannte. Seit vier Jahren liefern sich Ägyptens Streitkräfte im Nordsinai, wo 420 000 Menschen leben, einen erbarmungslosen Krieg gegen die Dschihadisten, der die Zivilbevölkerung nicht schont und immer mehr Leute in die Arme der Radikalen treibt. Nach Angaben israelischer Militärexperten, die das Geschehen an der südlichen Grenze Israels beobachten, meldete die ägyptische Seite seit Beginn der Kämpfe 2013 mehr als 6000 erschossene Terroristen, obwohl westliche Experten die Zahl der IS-Mitglieder auf eintausend, höchstens 1500 schätzen. Wer die vielen tausend anderen Toten sind, ist unklar. Einige ägyptische Generäle schlagen jetzt sogar vor, den gesamten Nordsinai zu evakuieren. Und so wirkten die von Präsident Sisi angeordneten Luftangriffe auf die Umgebung von Bir al-Abed wie eine verzweifelte Machtdemonstration in einem Konflikt, den seine Sicherheitskräfte seit Jahren nicht unter Kontrolle bekommen. Martin Gehlen

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27.11.2017, 06:00 Uhr
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