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Mit Elan durch den Parcours
Beim Säge-Wettbewerb mussten die Jugendlichen kräftig zulangen. Foto: Helmut Ulrich
Polizei weckt durch Erlebnispraktikum Begeisterung für ihren Beruf

Mit Elan durch den Parcours

In einem Erlebnispraktikum machen sich Jugendliche mit dem Polizeiberuf vertraut. Die Aktion in Böblingen dient der Nachwuchswerbung.

04.08.2016
  • MONIKA ETSPÜLER

Böblingen. Es ist Wettkampfstimmung. Schwer atmend steht Sina Kugele auf dem Rasen der Böblinger Wildermuth-Kaserne. Wie oft sie den Hindernis-Parcours mit Schutzweste schon durchlaufen hat, weiß sie nicht. Doch der Trainer feuert ihre Mannschaft erneut an. Und nochmal kämpft sie sich mit ihren Mitstreitern über Hürden und unter Pappkartons durch.

Insgesamt 99 Jugendliche im Alter zwischen 15 und 18 Jahren nehmen seit Dienstag an einem dreitägigen Erlebnispraktikum teil, das von der Polizei Baden-Württemberg veranstaltet wird. Sina Kugele ist eine von ihnen. „Ich wollte schon immer Polizistin werden“, sagt sie. Was sie jetzt in der Wildermuth-Kaserne erlebt, bestätigt sie in ihrem Berufswunsch.

Aus ganz Baden-Württemberg sind die Schülerinnen und Schüler zu dem Erlebnispraktikum angereist, das in diesem Jahr zum ersten Mal in Baden-Württemberg stattfindet. Ziel ist es, interessierten jungen Leuten eine Vorstellung von der Polizeiarbeit zu vermitteln. „Wir wollen zeigen, wie vielseitig dieser Beruf ist“, so Claus Ernst, der Leiter des Instituts für Management und Personalgewinnung, das in der Wildermuth-Kaserne angesiedelt ist. „Das berufliche Spektrum reicht von der Schutzpolizei über die Verkehrspolizei bis zur Diensthundeführerstaffel und Reiterstaffel“, erzählt er.

Um das auch zu dokumentieren, dürfen die potenziellen Azubis die Landung eines Polizeihubschraubers erleben, sie machen die Bekanntschaft mit einem Wasserwerfer und mit der berittenen Polizei. Ein bisschen Einblick bekommen sie in die kriminalpolizeiliche Ermittlungstätigkeit und lernen das kleine Einmaleins der Tatortsicherung. Diese Vielseitigkeit ist es auch, die Sina Kugele am Polizeiberuf fasziniert sowie die Aussicht, in diesem Beruf anderen helfen zu können.

Doch was wäre ein Erlebnispraktikum ohne Kräftemessen? Gestern Nachmittag war es so weit. Drei Züge mit jeweils 33 Jugendlichen liefen mit Schutzweste um die Wette, sägten Baumscheiben, was das Zeug hielt, und retteten das Boot ihrer Teamkollegen vom nahe gelegenen Langen See. Hochkonzentriert balancierte Daniel Isermayer eine Schubkarre mit Sand gefüllt und mit einem vollen Wassereimer über den Parcours. „Das ist genau das, was ich mir von einem solchen Praktikum erhofft habe“, sagt er, während er die Karre einem Teamkollegen übergibt. Ihm gefallen die sportlichen Aktivitäten und der Teamgeist. Der 17-Jährige hat fest vor, sich in diesem Jahr noch um einen Ausbildungsplatz bei der Polizei zu bewerben.

Die Wettkämpfe, die bei den Jugendlichen auf so viel Begeisterung stoßen, knüpfen an den Grundsätzen der Polizeiarbeit an. „Wir müssen uns aufeinander verlassen können. Voraussetzung dafür sind Teamgeist, Vertrauen und Kommunikationsfähigkeit“, so Claus Ernst. Die Teilnehmer des Erlebnispraktikums betrachtet Ernst als eine Art Markenbotschafter, denn die Polizei sucht dringend Nachwuchskräfte. „Wir haben zwar Einstellungsberater, die sich um potenzielle Bewerber kümmern, doch vieles läuft unter den Jugendlichen durch Mund-zu-Mund-Propaganda.“

Jahrelang musste sich die Polizei in Baden-Württemberg mit 800 Ausbildungsplätzen begnügen. Rund 5000 Bewerber standen dafür zur Auswahl. Die sprunghaft angestiegenen Einbruchsdelikte und die Terroranschläge in Paris auf Charlie Hebdo waren der Grund, dass für 2016 erstmals 1100 neue Stellen bewilligt wurden. In den kommenden zwei Jahren soll nun weiter aufgestockt werden. Für diesen Zeitraum werden 2800 Stellen geschaffen, davon 450 im gehobenen Polizeivollzugsdienst. Und die neue Landesregierung hat nochmals nachgelegt: 1500 weitere Ausbildungsplätze sind in Aussicht gestellt. „Um eine entsprechende Auswahl treffen zu können, sind wir auf eine große Bewerberzahl angewiesen“, so Claus Ernst. „Auf keinen Fall wollen wir Abstriche an der Qualität unserer Beamten machen.“ Das dreitägige Erlebnispraktikum ist Böblingen ist Teil dieser Einstellungsoffensive.

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04.08.2016, 06:00 Uhr
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