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Ausstellung

Mit Carl Benz begann der Automobilbau

Das Mannheimer Technoseum widmet der Motorisierung eine eigene Abteilung.

16.03.2017

Von HANS GEORG FRANK

Die Schau zeigt die Entwicklung des Autos. Foto: Technoseum

Mannheim. Zweifler, zumal Patrioten aus Württemberg, werden gleich zu Beginn aufgeklärt, wer das Auto erfunden hat. „Es begann mit Carl Benz“, steht unübersehbar am Auftakt der neuen Dauerausstellung des Technoseums, die sich dem Automobilbau widmet. Werkstatt und Wohnzimmer des badischen Konstrukteurs (1844 – 1929) markieren dessen herausragende Leistung. Am 29. Januar 1886 hatte er in Mannheim ein Patent für seinen „Motorwagen Nr. 1“ beantragt. Am 2. November 1886 bekam Benz dafür vom Reichspatentamt die Nummer 37453.

Der Schwabe Gottlieb Daimler (1834 – 1900) aus Schorndorf hatte sich auf die Entwicklung leistungsfähiger Benzinmotoren spezialisiert. 1885 gelang ihm der Durchbruch mit seinem Reitwagen, dem Prototypen des Motorrads. Sein erstes Auto setzte sich im Oktober 1886 in Bewegung.

Wiege des Automobilbaus

Mannheim nimmt deshalb für sich in Anspruch, „Wiege des Automobilbaus“ zu sein. Dennoch hat es seit der Eröffnung des Technoseums, früher Landesmuseum für Technik und Arbeit, 25 Jahre gedauert, bis dieses Kapitel deutscher Geschichte einen angemessenen Platz gefunden hat. In einem stilisierten Marktplatz wird der Bogen geschlagen vom Zirkelkasten Benz' über die ersten Fahrzeuge aus Manufakturen bis zur Massenproduktion. Kurator Hajo Neumann konnte bei den Exponaten auf die Schenkung einer Benz-Erbin zurückgreifen. Ein Tourenwagen aus dem Jahr 1924 wurde noch von Hand gefertigt, als in Amerika Henry Ford bereits am Fließband stand. Die „Hochzeit“ als Zusammenführung von Karosserie und Fahrgestelle wie einst in Detroit gibt es bis heute.

Die ersten Fahrer seien wohlhabend und technikbegeistert gewesen, sagte Neumann. „Sie wurden belächelt, bestaunt, aber auch beneidet.“ Vor allem auf dem Land sei diese neumodische Form der Fortbewegung eher abgelehnt worden: „Autos wurden mit Steinen beworfen, weil sie Straßen zerstörten, Vieh erschreckten, die Luft verpesteten.“ Wer sich hinters Lenkrad klemmte, musste das Vehikel auch reparieren können wie Berta Benz, die mit der Haarnadel eine Benzinleitung von einem Pfropfen befreite.

Welche wundersamen Formen die Erfindung von Benz hervorgebracht hat, zeigen 18 Kultautos. Zu ihnen gehören die als Knutschkugel geschätzte BMW Isetta und das Amphicar aus den 1960er Jahren, das im Wasser und auf Asphalt verkehrte. Auch Daimlers Anteil an der Mobilität kommt nicht zu kurz. 23 Ableger seines Reitwagens sind ausgestellt, alle so gut erhalten, als ob damit sofort eine Spritztour gestartet werden sollte. Hans Georg Frank

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Erstellt:
16. März 2017, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
16. März 2017, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 16. März 2017, 06:00 Uhr

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