Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Erich Sixt

Mit 75 noch nicht reif für die Rente

Der Firmenpatriarch hat aus dem Taxibetrieb seines Vaters ein weltweites Mietwagen-Imperium aufgebaut.

24.06.2019

Von ROLAND LOSCH

Vorstandschef Erich Sixt wird 75 Jahre alt. Foto: Sina Schuldt

München. Erich Sixt hat es geschafft. „Wir sind 2018 die Nummer eins in Europa geworden“, verkündete er den Aktionären auf der Hauptversammlung vor drei Wochen stolz. Aber kaum ist ein Gipfel erreicht, hat er schon das nächste Ziel ins Auge gefasst. „Erfolg ist der größte Feind des Erfolges. Sich darauf auszuruhen, wäre fatal“, sagt er. Er arbeite sieben Tage die Woche und gehe dabei eigentlich doch nur seinem Vergnügen nach. An diesem Dienstag wird der Unternehmer aus Leidenschaft 75 Jahre alt.

Sein Vater Hans hatte in München einen Taxibetrieb und vermietete Autos. Mit 18 musste der Filius einspringen, wenn es eng wurde. Das Studium der Betriebswirtschaft schmiss er nach vier Semestern hin, zu langweilig. Als 25-Jähriger übernahm er für den erkrankten Vater die Leitung der Firma mit 200 Mietwagen.

Heute zählt die Flotte 270 000 Autos, jedes halbe Jahr wird sie erneuert – Erich Sixt ist einer der größten Kunden der deutschen Autoindustrie sein. Im vergangenen Jahr hat seine Firma fast 3 Mrd. EUR Umsatz und 439 Mio. EUR Gewinn erwirtschaftet. Im weltweit größten Vermietmarkt USA ist sein Unternehmen jetzt die Nummer vier. Darauf ist der Firmenpatriarch besonders stolz: „Im Sixt-Imperium geht die Sonne nicht mehr unter.“

Sixt hat eine Villa in München-Grünwald und ein Anwesen in Südfrankreich, er könnte in der Sonne liegen, Oldtimer fahren oder fliegen gehen – den Pilotenschein hatte er mit 26 Jahren gemacht. Aber ihn treibt „das gleiche wie einen Bergsteiger – die Herausforderung“ an, sagt er. Sixt will neue Chancen entdecken.

Sein Vertrag als Vorstandschef läuft noch ein Jahr. Eigentlich ein idealer Zeitpunkt, das Ruder zu übergeben. Seine beiden Söhne Alexander und Konstantin haben in London und Paris Betriebswirtschaft studiert, sind seit 2015 im Vorstand und haben inzwischen ihr Gesellenstück abgeliefert: Die digitale Vernetzung der Flotte mit einer App für die Kunden, über die diese ihr Carsharing- oder Mietauto direkt abholen können.

Sixt-Hauptversammlungen haben etwas von Familienfeiern. Nicht nur, weil Vater und Söhne auf dem Podium sitzen und Mutter Regine Sixt am Rednerpult für ihre Kinderhilfe-Stiftung wirbt. 2017 sang der ganze Saal zusammen die „Ode an die Freude über die Dividende“. Weil Sixt stets frei spricht, eine eigene Meinung und Spaß an der Provokation hat, sind die Aktionärstreffen recht unterhaltsam. Bis Erich Sixt einem Nachfolger Platz macht, wird es noch dauern. Sein großes Vorbild, der US-Investor Warren Buffett, ist 88 und immer noch im Geschäft. Roland Losch

Zum Artikel

Erstellt:
24. Juni 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
24. Juni 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 24. Juni 2019, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Lizenzierung.
Das Tagblatt bei Whatsapp & Co.
Wir liefern die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region immer aktuell aufs Smartphone: per Whatsapp & Co.

Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp  mit einem entsprechenden Mobilgerät.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+