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Nach Fahrplanwechsel startet Neubaustrecke von Erfurt nach Leipzig

Mit 300 über den Rennsteig

Mit neuen Zügen und Strecken will die Deutsche Bahn mehr Fernfahrer auf die Schiene locken. Doch das geht nicht so schnell. Zum Fahrplanwechsel gibt es für den Südwesten nur kleine Fortschritte.

05.12.2015
  • DIETER KELLER

Berlin. Die Feierlaune wollte sich Bahn-Chef Rüdiger Grube gestern nicht durch peinliche Fragen nach einem Milliardenverlust in diesem Jahr vermiesen lassen. Er will sie erst in zwei Wochen beantworten. Gemeinsam mit Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) taufte er den neuen Superzug der Bahn, der während der Entwicklung ICx genannt wurde, auf den Namen ICE 4. Er ersetzt schrittweise die erste und zweite Generation des ICE, der im nächsten Jahr seinen 25. Geburtstag feiern kann.

Die Bahn hat bei Siemens 130 Züge für 5 Mrd. EUR bestellt, die bis 2030 ausgeliefert werden sollen. Die ersten beiden Exemplare, die voll im Zeitplan fertig sind, werden derzeit getestet. Noch sind sie mit Meßgeräten vollgepackt, und Sandsäcke ersetzen die Passagiere. Ab kommenden Herbst ist der erste Probebetrieb mit Fahrgästen geplant. Zudem läuft die Serienzulassung.

Im Linienbetrieb soll der ICE 4 in genau zwei Jahren starten. Dann soll die Neubaustrecke von Berlin nach München komplett fertig sein. Die Fahrzeit von der heimlichen in die tatsächliche Hauptstadt verkürzt sich dann von 6 auf 4 Stunden. So will die Bahn dem Flugzeug auf dieser Rennstrecke echte Konkurrenz machen. Bis dahin hofft sie, dass Siemens 7 der neuen Superzüge geliefert hat, die auf eine Spitzengeschwindigkeit von 250 Kilometern pro Stunde ausgelegt sind und in der Grundausstattung in 12 Wagen 830 Sitzplätze bieten. Immer zwei Wagen haben einen eigenen Antrieb, was mehr Flexibilität bei der Zuglänge ermöglicht.

Noch ist die rund 500 Kilometer lange und vermutlich 10 Mrd. EUR teure Strecke erst in Teilen fertig. An den 107 Kilometern zwischen Erfurt und Ebensfeld nördlich von Bamberg wird bis 2017 gebaut. Dagegen feiert die Bahn am kommenden Mittwoch die Fertigstellung des 123 Kilometer langen Stücks von Erfurt nach Leipzig/Halle. Dazu wird auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erwartet. Auf der Strecke ist die modernste Technik eingebaut, die Fahren ohne Signale erlaubt. Die Schienen sind fest ohne den üblichen Schotter verlegt. Unter anderem ist mit der 8,6 Kilometer langen Elster-Saale-Talbrücke die längste Eisenbahnbrücke Deutschlands entstanden.

Die neue Teilstrecke verkürzt mit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember die Fahrzeit von Erfurt nach Dresden um eine Stunde auf unter 2 Stunden, nach Berlin um bis zu 50 Minuten. Fahrgäste aus dem Südwesten kommen künftig 20 bis 50 Minuten schneller nach Leipzig und rund 1 Stunde schneller nach Dresden. Den Zeitgewinn lässt sich die Bahn bezahlen: Die Fahrpreise auf diesen Strecken steigen zwischen 1 EUR und bis zu 7 EUR.

Ansonsten verzichtet sie dagegen im Fernverkehr auf die sonst übliche Preiserhöhung zum Fahrplanwechsel. Sie reagiert damit auf die steigende Konkurrenz von Fernbussen und Flugzeugen, die sie zunehmend Kunden kostet. Schon vor einem Jahr hatte der Staatskonzern in der 2. Klasse nicht an der Preisschraube gedreht. Jetzt gilt dies auch für die 1. Klasse. Im Preis unverändert bleiben ebenfalls alle Varianten der Bahncard sowie die Streckenzeitkarten im Fernverkehr. Der ICE-Sprinter wird sogar billiger: Der Aufpreis von 11,50 EUR, der die Platzreservierung enthält, fällt weg. Sparpreis-Fahrscheine für unverändert 29 EUR können künftig noch bis kurz vor der Abfahrt gekauft werden, wenn das begrenzte Kontingent noch nicht erschöpft ist. Bisher war dies nur bis zum Tag vorher möglich.

Am 13. Dezember startet die Bahn auch die ersten IC-Züge mit neuen Doppelstockwagen, zunächst mit Tempo 160. Sparpreise soll es ab 19 EUR geben. Insgesamt hat sie 120 solche Züge bestellt, die bis 2030 die stark in die Jahre gekommenen IC-Wagen ablösen sollen.

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05.12.2015, 08:30 Uhr
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