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Kommentar · Echo

Missbrauchte Sprache

Darf Auschwitz als Pointe in einem Rap missbraucht werden? Den Machern des wichtigsten deutschen Musikpreises zufolge ja.

14.04.2018
  • DOROTHEE TOREBKO

Den Gangster-Rappern Kollegah und Farid Bang zufolge sowieso. Sie bekamen den Echo für ihr Album „Jung brutal gutaussehend 3“. Dort ist der Satz zu hören: „Mein Körper ist definierter als der von Auschwitzinsassen.“ Es ist nicht der erste Satz, mit dem Kollegah sich in einen antisemischen Kontext rückt. Das Schlimme: Er ist damit nicht allein.

Juden werden bei einigen Rappern wie Haftbefehl als raffgierige Banker dargestellt. Kollegahs Video „Apokalypse“ dreht sich um den Kampf gegen das Böse, wobei das Böse einen Davidstern trägt. Erst als es besiegt ist, können Christen, Muslime und Buddhisten die Welt aufbauen. Sind diese Bilder Zufall?

Kollegah sagt ja. Er sei kein Antisemit. Trotz seines judenfeindlichen Jargons, den er mit Verschwörungstheorien unterfüttert. Es wäre einfach, ihn als dümmlich abzutun. Doch das ist falsch. Sprache, gerade eine so machtvolle, weil von vielen konsumierte, sollte nicht missbraucht werden. Das sollten auch Gangster-Rapper verstehen und Position beziehen.

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14.04.2018, 06:00 Uhr
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