Plattform „Elysium“

Missbrauch von Kindern im Darknet gezeigt

Zehntausende Pädophile schauen über die Plattform „Elysium“ Fotos und Filme an. Einer der 14 Festgenommenen lebt im Main-Tauber-Kreis.

08.07.2017

Von Stefan Kegel

Frankfurt. Wie groß war der Kinderporno-Ring? Die Polizei hat 87.000 Nutzer der Internet-Plattform ausgemacht. „Diese Tatverdächtigen verteilen sich quer über den Globus“, sagt Georg Ungefuk von der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt/Main. Die Zahl könne sich allerdings noch verändern.

  

Wie lange waren die Täter schon aktiv? Seit Ende 2016 wurden über die Internet-Plattform „Elysium“ kostenlos Bilder und Filme getauscht, die Vergewaltigungen und den Missbrauch von Kindern zeigen. Ob die Täter davor schon Verbindungen zueinander hatten, ist noch unklar.

  

Wie haben sie die Bilder und Filme getauscht? Die Dateien wurden im Darknet für die Mitglieder der Plattform zugänglich gemacht. Diesen Teil des Internets, den Kriminelle auch zum Handel mit Drogen und Waffen nutzen, kann die Polizei nur sehr schwer auskundschaften. Denn über Zugänge wie das Netzwerk Tor hinterlassen die Nutzer kaum Datenspuren, wie sie sonst im Internet zu ermitteln sind.

  

Wer sind die Tatverdächtigen? Bislang wurden weltweit 14 Tatverdächtige festgenommen. Fünf davon sitzen in Deutschland in Untersuchungshaft, zwei in Österreich. Der Gründer und Betreiber der Plattform ist ein 39-Jähriger aus dem Landkreis Limburg-Weilburg in Hessen. Ein 61-Jähriger aus dem Landkreis Landsberg am Lech (Bayern) war für die Gestaltung der Seite zuständig. Ihm wird zudem vorgeworfen, Kinder selbst missbraucht zu haben. Ein 56-Jähriger aus dem Main-Tauber-Kreis fungierte als Moderator der Plattform, die Chats in Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch anbot. Ein 40- und ein 41-Jähriger sitzen in Berlin und Dresden in U-Haft.

  

Wie alt sind die Opfer? Laut Oberstaatsanwalt Ungefuk handelt es sich um Kinder im Alter von zwei bis acht Jahren. 29 seien bislang ermittelt worden. Einige seien Kinder von Mitgliedern des Pädophilen-Rings.

  

Wie konnte das Netz so schnell wachsen? Das führen die Ermittler auf die starke Vernetzung der kriminellen Pädophilen-Szene im Darknet zurück. Deren Netzwerke nähmen nur Personen auf, die selbst kinderpornografisches Material bereitstellen.

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Erstellt:
8. Juli 2017, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
8. Juli 2017, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 8. Juli 2017, 06:00 Uhr

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