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Schock im Urlaubsparadies

Mindestens 17 Tote bei Unwettern an der Côte d'Azur

Innerhalb von Stunden verwandeln heftige Regenfälle Teile der französischen Côte d'Azur in ein Katastrophengebiet. Mindestens 17 Menschen sterben in den Wassermassen. Hunderte Helfer sind im Einsatz.

05.10.2015
  • PETER HEUSCH

Nizza Strahlende Sonne, blauer Himmel, spätsommerliche Temperaturen - auf den ersten Blick scheint am Sonntagmorgen an der Côte d'Azur kaum etwas auf das apokalyptische Unwetter hinzudeuten, welches das Urlaubsparadies in der Nacht heimgesucht hat. Aber schon ein zweiter Blick offenbart die Verwüstung, die die sintflutartigen Regenfälle an der französischen Mittelmeerküste angerichtet haben und die 17 Menschen das Leben kosteten. Eine Opferbilanz, die gestern Nachmittag, als noch mindestens vier weitere Personen vermisst werden, von den Behörden als vorläufig bezeichnet wird.

Innerhalb von weniger als zwei Stunden waren über den bekannten Badeorten Cannes, Nizza, Mandelieu, Vallauris, Biot, La Napoule und Antibes bis zu 150 Liter Regen pro Quadratmeter niedergeprasselt. Im Handumdrehen verwandelten sich harmlose Bäche in reißende Flüsse und wälzten sich bis zu drei Meter hohe Wasser- und Schlammlawinen durch die Straßen. So heftig waren die Regenfälle und so unvermittelt die durch sie ausgelösten Überschwemmungen, dass zahlreiche Anwohner sich schwimmend in Sicherheit bringen mussten.

Allein in dem Örtchen Mandelieu starben nach Behördenangaben sieben Menschen. Fünf von ihnen kamen ums Leben, weil sie ihre Autos aus einer überfluteten Tiefgarage in Sicherheit bringen wollten. In Biot musste die Feuerwehr ein Altenheim evakuieren, das vom Hochwasser erfasst wurde. Doch für drei Senioren, die offenbar im Schlaf ertrunken sind, kam jede Hilfe zu spät. Ertrunken sind auch die drei Insassen eines Wagens, den sein Fahrer durch einen schon teilweise unter Wasser stehenden Tunnel in Vallauris steuern wollte, sowie eine Frau in Cannes, die die steigenden Wassermassen in ihrem Fahrzeug auf einem am Meeresufer liegenden Parkplatz einschlossen.

Bei Antibes trat der Fluss Brague über die Ufer und überschwemmte das gesamte Gemeindegebiet. Die Urlauber auf zwei Campingplätzen kletterten in buchstäblich letzter Minute auf Bäume oder auf die Dächer von Wohnmobilen. Dort mussten sie stundelang ausharren, bevor die Rettungskräfte sie am frühen Morgen mit Hubschraubern und Schlauchbooten befreien konnten.

Die wegen der in dieser Region heftigsten Regenfälle seit einem halben Jahrhundert über die Ufer getretenen Wasserläufe haben nicht nur Häuser, Garagen, Keller und Straßen überflutet, sondern auch einen Teil des Straßen- und Schienennetzes unterspült. In die Hunderte ging die Zahl der Reisenden, die gestern wegen des komplett ausgefallenen Zugverkehrs in den Bahnhöfen von Toulon, Nizza und Cannes festsaßen. Teilweise unter Wasser standen auch die Küstenautobahn sowie der Flughafen von Nizza, der erst am Sonntagmittag wieder geöffnet werden konnte. Umgestürzte Bäume und angeschwemmte Schlammmassen behinderten zudem vielerorts den Straßenverkehr und die Arbeit der Rettungskräfte. Nicht zuletzt machten Stromausfälle in rund 35000 Haushalte das Chaos komplett.

Nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes hat ein so genannter Kaltlufttropfen die starken Regenfälle in Frankreich ausgelöst. "Das ist ein besonders in der Höhe ausgeprägtes Tiefdruckgebiet", erklärte Meteorologe Simon Trippler. Der Kaltlufttropfen habe ermöglicht, dass sich mit der feuchten Luft über dem Mittelmeer Wolken bilden konnten, bis es zu sehr starken Regenfällen kam. In Cannes seien etwa 195 Liter pro Quadratmeter in zwölf Stunden gefallen.

Mindestens 17 Tote bei Unwettern an der Côte d'Azur
Der Sturm und die Fluten haben in Mandelieu-la-Napoule in Südfrankreich Autos übereinander geschoben. Foto: afp

Mindestens 17 Tote bei Unwettern an der Côte d'Azur
Überflutet: Charleston in South Carolina. Foto: dpa

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05.10.2015, 12:00 Uhr
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