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Volkswagen

Milliarden für Zukunftsthemen

Markus Duesmann wird Chef von Audi. Der VW-Konzern gibt einen Überblick über die Investitionen der kommenden fünf Jahre. An erster Stelle steht die E-Offensive.

16.11.2019

Von dpa

Das Verwaltungshochhaus des Volkswagen-Werks in Wolfsburg (Niedersachsen). Foto: Sina Schuldt/dpa

Der ehemalige BMW-Manager Markus Duesmann wird neuer Audi-Chef. Der 50-Jährige werde den erst zu Jahresbeginn berufenen Vorstandsvorsitzenden Bram Schot im kommenden April ablösen, teilten VW und Audi mit. VW-Konzernchef Herbert Diess, der auch den Audi-Aufsichtsrat leitet, sagte, Duesmann werde das Versprechen „Vorsprung durch Technik“ verstärkt unter Beweis stellen.

Diess hatte seinen ehemaligen Mitarbeiter Duesmann zwar schon im Juli 2018 – kurz nach der Verhaftung des damaligen Audi-Chefs Rupert Stadler – aus dem BMW-Vorstand abgeworben. Die Münchner gaben ihn aber erst jetzt aus seinem Vertrag frei. Schot hatte Audi zunächst kommissarisch geführt und war im Januar zum Vorstandsvorsitzenden berufen worden.

Experte für Assistenzsysteme

Maschinenbau-Ingenieur Duesmann kommt aus dem Münsterland, hatte seine Karriere bei Mercedes-Benz gestartet und war ins Formel-1-Team von BMW gewechselt. Als Leiter der BMW-Motorenentwicklung arbeitete er mit Diess zusammen, der bis 2014 BMW-Entwicklungsvorstand gewesen war. Duesmann, der auch als Experte für Fahrerassistenzsysteme gilt, war 2016 in den BMW-Vorstand berufen worden und sorgte als Einkaufschef für Schlagzeilen mit einem Milliardenvertrag mit dem größten chinesischen Batteriezellenbauer CATL, der nun ein Werk in Thüringen baut.

Bei Audi warten enorme Aufgaben auf ihn. Die VW-Tochter ist seit der Aufdeckung des Dieselskandals 2015 auf Talfahrt und deutlich hinter die Konkurrenten Daimler und BMW zurückgefallen. Duesmann soll Audi wieder profitabler machen, enger mit Porsche und VW zusammenarbeiten und bis 2025 auch 30 elektrifizierte Modelle auf den Markt bringen.

Unterdessen verteilt Volkswagen die Investitionen der kommenden fünf Jahre auf das Werksnetz weltweit. Ein Überblick:

E-Mobilität: Mit knapp 60 Mrd. EUR ist ein großer Teil der Gesamtsumme von rund 150 Mrd. EUR für die Zukunftsthemen E-Mobilität, Hybridantriebe und Digitalisierung vorgesehen – gut 40 Prozent der konzernweiten Ausgaben. Allein rund 33 Mrd. EUR fließen in die Elektromobilität im engeren Sinne. Das ist noch einmal eine deutliche Aufstockung im Vergleich zur letzten Planungsrunde 2018.

Umbau: Die VW-Fabrik in Zwickau macht bei der E-Offensive den Anfang. Hier startete Anfang November die Fertigung des ersten Modells der rein elektrischen ID-Serie, der ID.3. Dafür wird der Standort von Verbrenner- auf Elektro-Produktion umgerüstet. Rund 1,2 Mrd. EUR werden veranschlagt. Die Transformation soll auch in den Werken Emden und Hannover geschehen und dort mehr als 1 Mrd. EUR beziehungsweise rund 1,5 Mrd. EUR kosten. Im Motorenwerk Salzgitter entsteht ab 2020 eine Batteriezell-Fertigung.

International: In China stehen ebenfalls große Elektro-Investitionen an. Mit den chinesischen Joint-Venture-Partnern FAW und SAIC werden die Standorte Foshan und Anting für die Elektroproduktion vorbereitet. Auch bei Skoda in Mlada Boleslav gibt es künftig eine E-Auto-Fertigung. Im US-Werk in Chattanooga (Bundesstaat Tennessee) entsteht eine zusätzliche E-Montagelinie für etwa 800 Mio. Dollar (726,7 Mio. EUR).

Schwerpunktstandorte: Der bisher in Emden produzierte Passat soll – ebenso wie der Skoda Superb – in das geplante neue Werk verlagert werden. Möglicherweise wird dies in der Türkei gebaut, hierzu will der Konzern bis zum Jahresende eine Entscheidung treffen. VW hatte angesichts der international kritisierten Militäroffensive der Türkei in Nordsyrien Mitte Oktober den Beschluss für ein neues Werk nahe Izmir verschoben.

Vernetzung: Die Gesamtzahl der Elektromodelle soll bis 2029 schrittweise auf etwa 75 steigen. Bisher hatte der Konzern bis 2028 mit knapp 70 Modellen kalkuliert. Hinzu kommen sollen binnen zehn Jahren 60 Hybridversionen. In Vernetzung, Mobilitätsdienste und autonomes Fahren sollen in den kommenden zehn Jahren rund 27 Mrd. EUR fließen. VW beteiligt sich für das assistierte Fahren unter anderem an der Ford-Tochter Argo.

Markus Duesmann wird Audi-Chef. Foto: Peter Kneffel/dpa

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Erstellt:
16. November 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
16. November 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 16. November 2019, 06:00 Uhr

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