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Landwirtschaft

Milch und Schweine werfen wieder fette Gewinne ab

Nach zwei Krisenjahren hat sich die wirtschaftliche Lage deutlich gebessert. Baden-Württemberg hinkt etwas hinterher.

06.12.2017
  • DIETER KELLER

Berlin. Von Entwarnung will Joachim Rukwied noch nicht reden. Aber die Bauern verdienen wieder deutlich mehr. Die Gewinne sind im Wirtschaftsjahr 2016/17 im Schnitt um ein Drittel gestiegen. Damit haben sie allerdings noch nicht das Niveau vor dem Preisverfall in den beiden Jahren zuvor aufgeholt, schilderte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes in Berlin die Lage der Landwirtschaft. Im neuen Wirtschaftsjahr, das vom 1. Juli 2017 bis zum 30. Juni 2018 geht, ist die Situation bisher unterschiedlich: Bei Obst und Wein gab es Frostschäden. Die Milch- und Butterpreise sind relativ hoch, die Schweinepreise schwanken deutlich. Hier ein Überblick.

Verbraucherpreise Rukwied erwartet in den nächsten Monaten eine weitgehend stabile Entwicklung. Nur bei Obst und Gemüse gebe es stärkere Schwankungen, sprich steigende Preise. So sind Äpfel derzeit teuer, weil die Ernte infolge der Nachtfröste im April sehr klein ausgefallen ist.

Gewinne Das Höfesterben hält an: 2016 gab es bundesweit noch 274 400 landwirtschaftliche Haupterwerbsbetriebe, ein Siebtel weniger als zehn Jahre zuvor. Im Schnitt kamen sie im Wirtschaftsjahr 2016/17 auf ein Unternehmensergebnis von 56 800 EUR. Das waren fast 35 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Dadurch konnten die Landwirte wieder mehr Eigenkapital bilden. Dagegen reduzierten sie ihre Investitionen um 11 Prozent.

Regionale Unterschiede Am profitabelsten waren die Betriebe in Niedersachsen. Dort stiegen die Gewinne um über 50 Prozent auf durchschnittlich 64 800 EUR. Dabei wirkte sich positiv aus, dass es hier besonders viele Veredelungsbetriebe gibt, also Schweine- und Geflügelzüchter, die ihre Gewinne mehr als verdoppelten. Die Bauern in Baden-Württemberg dagegen belegten mit 48 900 EUR nur den vorletzten Platz vor dem Schlusslicht Schleswig-Holstein. Im Südwesten sind die Betriebe – ähnlich wie in Bayern – mit durchschnittlich 34,9 Hektar besonders klein. In Niedersachsen sind sie doppelt so groß, in Mecklenburg-Vorpommern kommen sie sogar auf 275 Hektar.

Ökobetriebe Jeder zehnte Bauer in Deutschland hat sich auf Ökolandbau spezialisiert. Die 27 100 Betriebe bewirtschafteten 2016 mit 1,25 Mio. Hektar 7,5 Prozent der Agrarfläche. Baden-Württemberg lag mit 10,7 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Ökobetriebe lohnen sich: Im Schnitt setzten sie bundesweit 79 700 EUR um, etwas weniger als im Jahr zuvor. Allerdings erhalten sie durchschnittlich 23 200 EUR aus Agrarumweltmaßnahmen und Prämien für ökologischen Landbau. Alle Betriebe kommen nur auf 3800 EUR.

Arbeitskräfte 2016 beschäftigte die deutsche Landwirtschaft 940 100 Mitarbeiter. Knapp die Hälfte davon waren Familienarbeitskräfte, gut ein Fünftel ständig angestellte Mitarbeiter, der Rest Saisonkräfte. Recht stabil gab es 32 900 Auszubildende, knapp ein Viertel davon Frauen. Je Familien-Arbeitskraft fielen 38 900 EUR Gewinn an, was einem monatlichen Bruttoeinkommen von 3200 EUR entspricht. Davon gehen neben Steuern noch rund 630 EUR pro Monat für die Landwirtschaftliche Alters- und Krankenversicherung ab. Diese Rechnung machen die Bauern auf um zu zeigen, dass es ihnen wirtschaftlich nicht so prächtig geht. Baden-Württemberg lag mit 32 800 EUR Gewinn je Familienarbeitskraft ganz am Ende. Spitzenreiter war Niedersachsen mit 47 900 EUR.

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06.12.2017, 06:00 Uhr
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