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Berlin/Freiburg

Migrationsforscher kritisiert verschärfte Abschieberegeln

Der Migrationsforscher Albert Scherr hat die am Samstag in Kraft getretene Verschärfung der Regelungen zur Abschiebung abgelehnter Asylbewerber kritisiert.

24.10.2015
  • dpa

Abschiebungen seien ein «sehr gravierender Einschnitt in die Lebensrealität von Menschen» sagte der Soziologe von der Pädagogischen Hochschule Freiburg am Samstag im Deutschlandradio Kultur. Dass Abschiebungen künftig nicht mehr angekündigt würden, versetze die Betroffenen «in einen Zustand von Unsicherheit». Sie müssten dann «jeden Tag und jede Nacht damit rechnen, dass irgendwann die Polizei in ihre Wohnung eindringt, sie festnimmt und außer Landes verbringt», sagte Scherr.

Statt Abschiebung plädierte der Soziologe für mehr Anreize zur freiwilligen Rückkehr. Eine gute Rückkehrförderung könne den Menschen Perspektiven in ihren Herkunftsländern eröffnen. Entsprechende Ansätze gebe es in der Schweiz: «Es gibt so was wie eine Rückkehrberatung, die sehr gezielt eine kleine Investitionsförderung für Kleinunternehmertum ermöglicht.» Scherr kritisierte auch die beabsichtigten Schnellverfahren an der Grenze als «absurd»: «Die Kriterien dafür, wer ist wirklich ein Flüchtling und wer ist kein Flüchtling, [sind] keineswegs so klar, wie es auf den ersten Blick aussieht.»

Migrationsforscher kritisiert verschärfte Abschieberegeln
Ein Flugzeug fliegt hinter Stacheldraht. Foto: Julian Stratenschulte/Archiv

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24.10.2015, 12:00 Uhr
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