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Migranten mit Gründergeist
Migranten machen sich oft selbstständig. Im Bild ist eine Türkin zu sehen, die in einem Bildungszentrum das Friseurhandwerk lernt. Foto: dpa
Selbstständigenquote unter Einwanderern liegt höher als der Bundesschnitt

Migranten mit Gründergeist

Die Einwanderer in Deutschland zeigen mehr Unternehmergeist als die Bundesbürger. Die Gründerquote unter den Migranten ist höher als der Bundesschnitt. Viele schaffen damit auch Arbeitsplätze.

03.02.2016
  • ROLF OBERTREIS

Frankfurt. Migranten haben zwischen 2009 und 2014 häufiger ein Unternehmen gegründet als die Bevölkerung in Deutschland insgesamt. Sie spielten deshalb eine große Rolle im Gründergeschehen in Deutschland und schafften auch viele Arbeitsplätze, sagt Jörg Zeuner, Chef-Volkswirt der bundeseigenen KfW. Die Förderbank unterstützt mit günstigen Krediten Unternehmensgründer. "Rund jeder fünfte Gründer hat eine ausländische Staatsbürgerschaft oder die deutsche Staatsbürgerschaft erst nach der Geburt erworben", betont der Ökonom. Die KfW hat ihre Daten jetzt mit Blick auf Migranten gesondert ausgewertet.

Allein 2014 haben nach Angaben der KfW 179 000 Migranten ein neues Unternehmen gegründet, mit mehr als zwei Drittel im Dienstleistungssektor und zu gut 20 Prozent im Handel. Insgesamt hatten 2014 in Deutschland 915 000 Menschen den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt. Die jährliche Gründerquote von Migranten liegt im Schnitt von 2009 bis 2014 bei 1,86 Prozent und damit höher als die Gründerquote im Allgemeinen, die die KfW mit 1,68 Prozent angibt.

Grund für die häufigeren Gründungen durch Migranten ist nach Angaben Zeuners deren oft schwierige Lage auf dem Arbeitsmarkt. Sie starteten öfter mit einer eigenen Firma, weil sie keine attraktivere Erwerbsmöglichkeit hätten. Sie seien deshalb vor der Gründung auch häufiger arbeitslos. "Dennoch schaffen Migranten häufiger und mehr Arbeitsplätze. Mit ihrer größeren Gründungsneigung und dem höherem Beschäftigungseffekt leisten Migranten eine wichtigen Beitrag zum Gründungsgeschehen in Deutschland."

Zeuner zufolge beschäftigte jeder vierte Migrant 2013 und 2014 bei einer Neugründung einen zusätzlichen Mitarbeiter. Häufig hänge dies auch damit zusammen, dass sie bestehende Firmen mit Mitarbeitern übernehmen. Der KfW zufolge wurden von Unternehmensgründern zwischen 2011 und 2014 jedes Jahr insgesamt 611 000 neue Vollzeit-Arbeitsplätze geschaffen, 400 000 für die Gründer selbst, 211 000 für Mitarbeiter. Auf Migranten seien davon 21 Prozent entfallen, gut 128 000, also insgesamt 512 000 in den betreffenden vier Jahren.

Dies haben die Migranten geschafft, obwohl sie sich, so die Analyse, größeren Hemmnissen gegenüber sehen als deutsche Gründer. 28 Prozent hatten Probleme mit der Finanzierung, über alle Gründer betrachtet waren es 20 Prozent. Bürokratie, die Konjunktur und die Belastung für die Familien sind weitere Probleme.

Dass Migranten ihre Gründung häufiger und schneller wieder aufgeben als andere Gründer - nach drei Jahren sind es 40 Prozent - hängt nach Angaben von Zeuner vor allem mit dem Arbeitsmarkt zusammen. Dann wenn sich dort ein besserer und attraktiverer Job anbietet. Dazu seien Migranten, die ein Unternehmen gründen, jünger als deutsche Gründer, und sie seien im Handel tätig, dort ist die Abbruchquote ohnehin höher. Für Zeuner ist gleichwohl klar: "Für das Abbruchrisiko ist nicht die Staatsangehörigkeit der entscheidende Faktor, sondern die Erfahrung und das Wissen der Gründer sowie welche Projekte sie verwirklicht haben."

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03.02.2016, 08:30 Uhr
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