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Der Unvollendete

Mesut Özil, der teuerste Einkauf in Arsenals Vereinsgeschichte, kickt für den finalen Triumph

Der begnadete Techniker polarisiert wie kaum ein anderer Spieler: Weltklasse oder unter ferner liefen - in diesen Extremen der öffentlichen Kritik wandelt der deutsche Nationalspieler regelmäßig auch in seinem Klub.

20.10.2015
  • ARMIN GRASMUCK

Ulm/London Am Samstag zeigte Mesut Özil wieder einmal, was er kann. Federleicht schwebte er über den Platz, er wirkte frisch, auch in den Augen, der Ball gehorchte ihm. Spielerisch nahm er die Kugel an und passte sie weiter, ohne groß hinzusehen, brillant zum nächsten Mann. Bei dem am Ende souverän herausgespielten 3:0 des FC Arsenal im Gastspiel bei Aufsteiger Watford inszenierte der deutsche Nationalspieler mit perfekten Vorlagen die beiden ersten Treffer der Londoner. In der Tabelle der Premier League steht er mit Arsenal auf dem zweiten Platz, nur zwei Punkte hinter Spitzenreiter Manchester City.

Dagegen hat das Heimspiel gegen den FC Bayern heute Abend (20.45 Uhr/Sky) in der Champions League bereits vorentscheidenden Charakter. Nach den mehr oder weniger peinlichen Pleiten zum Auftakt bei Dinamo Zagreb (1:2) und zuhause gegen Olympiakos Piräus müssen Özil und seine Kollegen gegen die Münchner unbedingt punkten, sonst droht dem britischen Traditionsklub bereits in der Vorrunde das schnelle Aus. "Wir wissen, was zu tun ist", sagte Arsenal-Trainer Arsene Wenger. "Ein 0:0 wäre kein gutes Ergebnis. Um Tore zu erzielen, müssen wir angreifen."

Es ist also wieder eines dieser Spiele, die prädestiniert sind, aus Özils feinem Fußgelenk entschieden zu werden. Mit diesen höchst inspirierten Momenten, die nur er drin und drauf hat, sie allerdings gerade in den entscheidenden Spielen eher selten zeigt. Es ist die Attitüde, die an ihm haftet, seit er bei der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika zum Superstar von internationalem Format aufgestiegen ist. Der geniale Ballartist, der zu Luft wird, wenn es darauf ankommt.

Rund 50 Millionen Euro, die mit Abstand höchste Ablösesumme der Vereinsgeschichte, überwies Arsenal im Spätsommer 2013 für Özil an Real Madrid. Die Anhänger der Königlichen aus der spanischen Hauptstadt hatten den Sinn für seine virtuosen Kabinettstückchen, doch Trainer Carlo Ancelotti vertraute damals lieber auf die aggressiver angelegte Spielweise des doppelt so teuren Außenstürmers Gareth Bale, den Real von den Tottenham Hotspurs loseiste. Özil ging nach London, brillierte zu Beginn und stürzte alsbald in eine Schaffenskrise. Überspielt, ausgebrannt, so hieß es. Wenger, vor allem aber Joachim Löw, der Bundestrainer, hielten selbst in dieser Schwächephase treu zu ihrem Spielgestalter. Er kam zurück, dribbelt noch eleganter als zuvor, er gewann die größten Titel - zweimal Pokalsieger in England und im vergangenen Jahr: Weltmeister. Die entscheidenden Akzente vermochte er, der hochgradig veranlagte, in den großen Endspielen jedoch nur vereinzelt setzen.

In der vergangenen Woche feierte Özil den 27. Geburtstag. Laut dem Latein des Fußballs stehen ihm, dem Routinierten, nun die fetten Jahre bevor. Die Augen wirken jung wie einst, als er auf den Aschenplätzen seiner Heimatstadt Gelsenkirchen das Kicken lernte. Aus reinem Spaß dem Ball hinterher, mit kleinen Finten gegen die harten Attacken, die auf Sand und Kieselstein doppelt schmerzen. Es liegt an ihm, der großen Karriere die feine Pointe zu geben. Englischer Meister, Champions-League-Sieger, der Ehrenplatz im Klubmuseum der Londoner. Unter diesem Gesichtspunkt ist die Partie gegen Bayern das nächste Endspiel, in dem Özil, der Unvollendete, auf dem Prüfstand steht. Ein brillanter Pass und der erfolgreiche Torschuss, das könnte es sein.

Mesut Özil, der teuerste Einkauf in Arsenals Vereinsgeschichte, kickt für den finalen Triumph
Dynamisch und technisch perfekt: Mesut Özil (rechts) im Duell mit Liverpools Roberto Firmino. Foto: dpa

Mesut Özil, der teuerste Einkauf in Arsenals Vereinsgeschichte, kickt für den finalen Triumph
Dynamisch und technisch perfekt: Mesut Özil (rechts) im Duell mit Liverpools Roberto Firmino. Foto: dpa

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20.10.2015, 12:00 Uhr
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