Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Titel-Thema

Messe muss, Masse nicht

Große Hallen sind nichts für sie: Die Tübinger Ofenbau-Firma Fauser veranstaltet seit über zehn Jahren ausschließlich Hausmessen – und das mit Erfolg. Im September feierte das Traditionsunternehmen sein 130-jähriges Bestehen mit einer Hausmesse direkt am angestammten Standort in der historischen Altstadt.

09.10.2015
  • TEXT: Martin Brunner | FOTOs: Martin Brunner / Unternehmen

Lieber eine kleine, exklusive Messe, dafür zur rechten Zeit und im passenden Umfeld. Nach diesem Motto veranstaltet Ofenmanufaktur Fauser seit über zehn Jahren ihre Hausmessen. Im September zum 130-jährigen Bestehen des Unternehmens sogar direkt am Standort in der Tübinger Froschgasse.

Eine Hausmesse in kleinerem Rahmen kann durchaus eine sinnvolle Ergänzung oder Alternative zum großen Ausstellungsevent sein. Man kann Standgebühren, Auf- und Abbau sowie Transport sparen. Zudem sind derartige Mikromessen genau auf das jeweilige Unternehmen und dessen Zielgruppe zugeschnitten. Dies ist insbesondere von Vorteil, wenn Aussteller keine Massenware anbieten.

Gewachsene Handwerkstradition

Karl-Friedrich Fauser führt mit seiner Frau Christine die Firma bereits in vierter Generation. Gegründet wurde das kleine Familienunternehmen 1885 von Johann Friedrich Fauser. Dieser war Töpfermeister und stellte bereits damals die Keramik-Kacheln für seine Öfen selbst her. „Der Beruf des Ofenbauers hat sich gewissermaßen aus dem des Keramikers herausentwickelt“, erklärt Karl-Friedrich Fauser. Wie es Urgroßvater Fauser mit Messen hielt, ist nicht überliefert. Großvater Gottlieb Friedrich Fauser allerdings mietete mit anderen Töpfern und Keramikern Nebenräume in regionalen Gaststätten an und stellte dort seine Öfen aus. In den 1920er und -30er Jahren avancierten Öfen mit kunstvoll handbemalten Kacheln zum Schmuckstück in gutbürgerlichen Stuben. So mancher Tübinger Professor beschaute sich, zu der Gelegenheit sicherlich bei einem Schoppen Wein, im Nebenzimmer seine zukünftige „Kunst“, wie Kachelöfen im Südschwarzwald auch genannt werden.

Auch der Großvater lernte zunächst in irdenen Materialien – er war Hafnermeister. Sein Sohn Friedrich Wilhelm wurde bereits als Ofenbauer ausgebildet und machte darin seinen Meister, ebenso wie dessen Sohn Karl- Friedrich.

Ein Heizofen ist kein Wurstbrot

Christine und Karl Friedrich Fauser waren bereits auf großen Messen vertreten, jedoch passte das Umfeld für sie nicht: „Bei uns steht nicht der reine Verkauf, sondern das Handwerk ganz klar im Vordergrund, daher ist für uns eine Messe, auf der andere Aussteller mitunter hohen Verkaufsdruck auf die Besucher ausüben, einfach nicht das Richtige“, erläutert Christine Fauser. Zudem stellten Fausers fest, dass das Publikum auf großen Messen zu bunt gemischt war.

Nicht jeder hat die Möglichkeit, sich einen Heizofen installieren zu lassen. Sei es aus Platzmangel oder Gründen der Anschaffungskosten. Die Firma Fauser ist auf individuelle Kundenlösungen spezialisiert, die in Handarbeit maßgefertigt werden. Entsprechende Kundschaft ist auf Großmessen rar gesät.

„Zu unseren Hausmessen kommen Besucher ganz gezielt, um sich über Öfen und Kamine zu informieren. Es geht locker und persönlich zu, ohne Verkaufsdruck. Man kommt einfach tiefer miteinander ins Gespräch“, stellt Christine Fauser fest. „Wichtig für uns ist auch, dass wir den Termin selbst wählen können. Bewusst im Herbst und – speziell in diesem Jahr – bewusst an einem Wochenende, an dem sonst keine Handelsveranstaltungen in Tübingen waren. So konnten wir unser Sortiment zur richtigen Jahreszeit präsentieren und unsere Besucher konnten sich ganz gemütlich umschauen“, ergänzt Ehemann Karl-Friedrich. Zeit ist ein wichtiger Faktor im Ofengeschäft. „Gehudelt“ werden darf hier nicht. Die Messe dient lediglich zum Erstkontakt. Bevor es an Verkauf und Installation geht müssen Termine zur ausführlichen Beratung vereinbart werden. Karl-Friedrich Fauser formuliert treffend: „Einen Ofen kann man eben nicht vom Stand kaufen, wie ein belegtes Brot.“

Fausers haben in der Hausmesse ihr geeignetes Medium gefunden und setzten sie auch dieses Jahr ganz nach ihrer Fasson um: In zwei schlicht aber stimmig eingerichteten Zelten wurden ausgewählte Ofen- und Kaminmodelle präsentiert. Als Schmankerl gab es Messerabatte und zum Firmengeburtstag auch ein Gläschen Prosecco für Besucher. Kein großes Tamtam, dafür eine lockere, fast familiäre Atmosphäre. Das kam auch bei den Besuchern an. Nach drei Tagen standen die Beratungstermine in Fausers Kalender. „Eine sehr gute Bilanz“, sind sich die Ofenbauer einig.

Messe muss, Masse nicht
Schlichtheit ziert die Fauser Hausmesse (Bild oben). Die Ofenmanufaktur setzt seit 130 Jahren auf beste Handwerkstradition.

Messe muss, Masse nicht

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

09.10.2015, 12:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Tüftler und Macher Der Koffer-Doktor
Weiber-Wirtschaft Generationenglück
Weiber-Wirtschaft Miss Marbach

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular