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Köln

Messbecher und Kreuze für den Dschihad

Acht Männer sollen Beute in Kirchen und Schulen gemacht haben, um mit den Erlösen Islamisten zu unterstützen. Die Bande steht jetzt in Köln vor Gericht.

21.10.2015
  • YURIKO WAHL-IMMEL, DPA

Wertvolle Kreuze, kostbare Messbecher und prächtige Leuchter - gestohlen aus Kirchen und zu Geld gemacht für den Dschihad in Syrien: Mit diesem Vorwurf hat gestern vor dem Kölner Landgericht ein Mammutprozess gegen acht junge Männer begonnen. 47 Verhandlungstage sind angesetzt.

Laut Anklage kommen sie aus der salafistischen Szene. Der Erlös aus ihrem "schweren Bandendiebstahl" sollte als Spende getarnt an Kämpfer in Syrien gehen, sagt Staatsanwältin Nadja Gudermann. Ziel der Kampfhandlungen: Sturz der Regierung in Damaskus, Errichtung eines islamischen Gottesstaats, Einführung der Scharia.

"Sie sind ja ungewöhnlich viele", sagt der Vorsitzende Richter Ralf-Peter Sossna eingangs. Die Angeklagten sind umringt von 16 Verteidigern. Keiner der Angeklagten ist auf freiem Fuß. Sie wurden aus den Justizvollzugsanstalten Aachen, Duisburg, Wuppertal, Rheinbach, Hagen und Köln zum Gericht transportiert. Eine hervorgehobene Rolle kommt einem 26-jährigen Deutsch-Marokkaner zu. In einem Youtube-Video rufe er dazu auf, in den Dschihad zu ziehen, schildert Gudermann. "Für Allah bis der Kopf fliegt", heißt es in dem deutschsprachigen Teil des Videos. Die Symbole der Terrorgruppe "Islamischer Staat" tauchen ebenfalls auf.

Der Deutsch-Marokkaner war nach Darstellung der Anklage schon in einem Ausbildungslager, im "Deutschen Haus" in einem syrischen Bergdorf. Obwohl ihm der Reisepass 2014 entzogen wurde und die Ausreise verboten war, sei er über Brüssel und Istanbul nach Syrien zur Ausbildung gelangt und später wieder nach Deutschland eingereist. Er habe an Kampfhandlungen teilnehmen wollen. Daraus wurde aber nichts. Seit vergangenen November sitzt er in U-Haft.

Die Bande war gefasst worden, nachdem sie in Köln und Siegen über einen längeren Zeitraum "schweren Raub und Diebstahl" begangen hatte, wie die Staatsanwältin es formuliert. Der Vorwurf lautet offiziell "Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat".

In einer Schule sollen die Angeklagten Laptops gestohlen haben, in einer anderen Bargeld. Zur Beuteliste gehörte auch eine EC-Karte, mit der sie Geld abgehoben und Goldschmuck bei einem Kölner Juwelier gekauft haben sollen.

Drei der jungen Männer werden 2016 auch im Oberlandesgericht in Düsseldorf Platz nehmen dürfen: Die Generalbundesanwaltschaft hat sie angeklagt wegen Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung.

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21.10.2015, 12:00 Uhr
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