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Kommentar Energiewende

Merkels neuer Vollstrecker

Der Atomausstieg war für die schwarz-gelbe Koalition von Anfang an keine Herzensangelegenheit, sondern wurde nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima aus der Not geboren. Das merkt man der Umsetzung der Energiewende jetzt auch an.

23.05.2012
  • GUNTHER HARTWIG

Das Jahrhundertprojekt klemmt an allen Ecken und Enden. Und Angela Merkel wird schon bald einsehen, dass daran nicht allein der von ihr entsorgte Umweltminister Norbert Röttgen schuld war.

Nun soll es also Peter Altmaier richten, ein Pfundskerl gewiss, der Kanzlerin ein treuer Gefährte, über Fraktionsgrenzen hinweg beliebt, ein Mann des Ausgleichs. Wird das reichen, um Bund, Länder und Kommunen beim Umbau der Energieversorgung unter einen Hut zu bringen? Werden sich Union und FDP jetzt zusammenraufen und den Streit um die Solarförderung beenden? Die Zeit drängt, und nur weil Altmaier ein netter Mensch ist, werden ihm nicht alle Steine aus dem Weg geräumt, schon gar nicht von SPD und Grünen.

Die Energiewende ist nun erst recht zur Chefsache geworden. Die Kanzlerin hat durch ihre Personalentscheidung dafür gesorgt, dass am Ende sie dafür geradestehen muss, wenn es beim Netzausbau hakt oder die erneuerbaren Energien nicht zügig genug an Boden gewinnen. Altmaier ist Merkels williger Vollstrecker. Hat der neue Minister Erfolg, darf die Kanzlerin frohlocken. Wenn nicht, kriegt sie selbst ein dickes Problem.

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23.05.2012, 12:00 Uhr
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