Pandemie

Merkel will in der Gastronomie hart durchgreifen

Ein Gesundheitsexperte spricht sich für begrenzten Lockdown aus. Bayern zieht für einen weiteren Landkreis die Reißleine. Die CDU verschiebt den Parteitag.

27.10.2020

Von DPA

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will bei ihren Beratungen mit den Ministerpräsidenten am Mittwoch neue Beschlüsse zur Bekämpfung der Corona-Pandemie erreichen. Nach Informationen der „Bild“-Zeitung sollen demnach Schulen und Kitas geöffnet bleiben. Auch der Einzelhandel soll mit neuen Einschränkungen offen bleiben. Laut „Bild“ will das Kanzleramt aber bei Gastronomie und Veranstaltungen hart vorgehen.

Die Kanzlerin hatte am Wochenende erneut betont, Gebot der Stunde sei für alle, die Zahl der Kontakte zu reduzieren. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sprach sich in der „Passauer Neuen Presse“ für einen „sehr kurzen, zeitlich eng begrenzen Teil-Lockdown“ zur Eindämmung des Virus aus.

In Baden-Württemberg hat aktuell der Alb-Donau-Kreis mit einem starken Anstieg von Corona-Neuinfektionen zu kämpfen. Die Kontaktnachverfolgung sei zunehmend schwierig, sagte ein Sprecher des Landratsamtes am Montag. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen lag am Monat bei 137. Nur im Stadtkreis Heilbronn lag der Wert mit 155,6 noch höher. Für einen Großteil der Infektionen sind Ausbrüche in drei Pflegeheimen verantwortlich.

Auch in Bayern spitzt sich die Lage zu. Nach dem Landkreis Berchtesgaden kommt es nun im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn zum Lockdown. In Augsburg, Bayerns drittgrößter Stadt, wurde inzwischen die 200er-Marke überschritten. Bis Mitte der Woche will die Stadtverwaltung beobachten, ob die bereits ergriffenen Schutzmaßnahmen Wirkung zeigen. Ein zweiter Lockdown ist nach den Angaben der Kommune möglich.

Die Pandemie macht auch der CDU einen Strich durch die Rechnung: Die Partei verschiebt die Entscheidung über einen neuen Parteivorsitzenden erneut – möglicherweise bis ins Frühjahr. Die Union zieht somit zunächst ohne Kanzlerkandidaten ins Superwahljahr 2021, ein beispielloser Vorgang. dpa/afp

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Erstellt:
27. Oktober 2020, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
27. Oktober 2020, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 27. Oktober 2020, 06:00 Uhr

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