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Liverpool träumt von Klopp

Meistertrainer gilt als heißer Kandidat für den englischen Traditionsklub

Der höchst leidenschaftliche Fußballlehrer als Anheizer in der stimmungsvollen Arena an der Anfield Road - das passt. Die Euphorie in England ist entfacht. Es liegt an Jürgen Klopp, das Werben zu erwidern.

06.10.2015
  • SID

Liverpool Die Titelseiten gehören ihm, die BBC macht ihn zum Topthema, und der weltgrößte Buchmacher nimmt keine Wetten mehr auf ihn an: Jürgen Klopp hat für den größten Liverpool-Hype seit den Beatles gesorgt. Es scheint fast so, als würde ganz England sehnsüchtig auf die Ankunft des Meistertrainers aus Germany bei den Reds warten - obwohl es laut des Sport-Informations-Dienstes noch keinen persönlichen Kontakt zwischen Klopp und den Verantwortlichen des Traditionsklubs gegeben hat.

"Klopp of the Kops", so titelte der Boulevardgigant Sun in Anspielung auf die berühmte Musiksendung "Top of the Pops" und die legendäre Liverpooler Fantribüne "The Kop". Ein ähnliches Wortspiel erlaubte sich der Mirror. "Jurgen Kop" schrieb das zweitgrößte Organ der Yellow Press, und ließ dabei - very british - den Umlaut in Klopps Vornamen einfach weg.

Zudem waren alle Zeitungen voll mit Fotos von Klopp. Das beliebteste Motiv war das, als der Trainer im August 2014 das berühmte Schild "This is Anfield" im Kabinengang des FC berührte. Damals war er mit Borussia Dortmund zu einem Testspiel in der Beatles-Stadt.

Wenn es nach den englischen Blättern, den Fernsehsendern, den Buchmachern, den Fans und den Liverpooler Ex-Profis geht, wird der 48-Jährige schon bald an diesen Ort zurückkehren. Alle gehen davon aus, dass Klopp die Nachfolge von Brendan Rodgers antreten wird. Der Nordire war am Sonntag nach dem enttäuschenden 1:1 im Merseyside-Derby beim Stadtrivalen FC Everton als Teammanager entlassen worden.

In den Berichten ist Klopp die "erste Wahl" (BBC), "bereit für den Job" (Mirror) oder "der große Favorit, der unbedingt in England arbeiten will" (Daily Mail). Laut einigen Medien ist Klopp auf dem Weg zu Verhandlungen mit den US-amerikanischen Klub-Besitzern (Fenway Sports Group), andere sprechen bereits von einer bevorstehenden Einigung und einem möglichen Dreijahresvertrag.

Der weltgrößte Buchmacher Ladbrokes hält die Meldungen offenbar für zutreffend und nimmt keine Wetten mehr auf ein kommendes Engagement Klopps bei den Reds an. Das liegt auch daran, dass gleichzeitig Meldungen lanciert werden, wonach Trainer Pep Guardiola bei Bayern München verlängern wird und der deutsche Rekordmeister deshalb keine Option mehr für den früheren BVB-Coach sei.

Klopp nimmt sich derzeit eigentlich eine Auszeit vom Fußball, doch das scheint niemanden zu interessieren. Der Deutsche soll dem früheren englischen Rekordmeister (18 Titel), der momentan nur auf dem zehnten Platz der Premier League rangiert, so schnell wie möglich zurück zu altem Glanz verhelfen. "Jürgen Klopp ist sicherlich ein großartiger Trainer", sagte Emer Can, deutscher Nationalspieler in Diensten Liverpools, der Zeitung Die Welt. "Er hat in Dortmund bewiesen, dass er zu jeder Mannschaft der Welt passen kann."

Auch Klubikone Jamie Carragher (508 Spiele für Liverpool) möchte Klopp unbedingt bei seinem Klub sehen. "Wenn es nach mir geht, dann kommt Klopp", sagte der 37-Jährige. Genauso sieht es der frühere Verteidiger Mark Lawrenson, der mit dem FC fünfmal die Meisterschaft, den FA-Cup und den Europapokal der Landesmeister gewonnen hat: "Klopp würde perfekt passen." Nur nebenbei wird in England erwähnt, dass es noch andere Anwärter auf den Job gibt. Dazu gehören Carlo Ancelotti, Frank de Boer und etwas überraschend auch Jürgen Klinsmann.

Meistertrainer gilt als heißer Kandidat für den englischen Traditionsklub
Geballte Leidenschaft für den Fußball: Jürgen Klopp, hier noch in Diensten von Borussia Dortmund. Foto: Imago

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06.10.2015, 12:00 Uhr
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