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"Meister im Seitensprung": Günther Oettingers gesammelte Sprüche

(ede). Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) war nie so recht ein Freund leiser und vor allem gewählter Töne. Im Gegenteil: Einmal richtig in Fahrt kann er mächtig drauf los poltern. Am vergangenen Wochenende war Oettinger beim 50. Geburtstag von Rottenburgs OB Klaus Tappeser und glaubte wohl, ihm ein Kompliment zu machen. Wir haben hier einige Oettinger-Sprüche der vergangenen Jahre gesammelt. Wird sicherlich fortgesetzt. Sie können die Oettinger-Sprüche im Forum diskutieren

07.08.2007

- März 1999: Da ließ sich Günther Oettinger vor dem CDU-Wirtschaftsrat Reutlingen/Tübingen zur Aussage hinreißen, dass Lehrer über 50 "faule Hunde" seien.

- Tübingen, Mitte Juni 2000: Dass Oettinger nicht nur ein "flotter" Redner, sondern auch ein flotter Sänger ist, bewies er Mitte Juni 2000 beim 160. Stiftungsfest der Tübinger Landsmannschaft Ulmia. Vor rund 120 Korporierten sang er die erste Strophe des Deutschlandliedes "Deutschland, Deutschland, über alles", von der Maas bis an die Memel und von der Etsch bis an den Belt. Denn "wenn eine Verbindung ihren Geburtstag feiert, darf ich auch mal das ganze Deutschlandlied singen“, meinte er. Und der ganze Saal sang kräftig mit. Studenten aller Couleur, manche in vollem Wichs.

- 27. Juni 2000: Susanne Stiefel von „Sonntag aktuell“ interviewte den Gescholtenen.
"Herr Oettinger, haben Sie früher Stadt-Land-Fluss gespielt?

Ja, in der Grundschule. Und heute wieder mit meinem Patenkind.

Haben Sie gewonnen?

Das ist immer mein Ehrgeiz.

Dann machen wir jetzt ein bisschen Erdkunde, bitte. Ich nenne ein Gewässer, und Sie sagen mir das Land, wo's liegt. Bereit?

Ja.

Maas?

Belgien.

Memel?

Litauen?

Korrekt. Etsch?

Sag' ich Ihnen gleich. Lassen Sie mich nachdenken. Slowenien?

Falsch, Italien. Wie steht's mit Belt?

Der Belt ist Estland.

Auch falsch. Dänemark. Nur 50 Prozent Trefferquote. Haben Sie sich deshalb in Tübingen versungen?"

- 29. August 2000: In einem Interview mit dem SCHWÄBISCHEN TAGBLATT verlangte Oettinger von Lehrern als Beamte im höheren Dienst eigenes Engagement: „Ich erwarte, dass sie im Rahmen ihrer Zeit Weiterbildung als eine Pflicht wie Atmen oder Essen betrachten.“

- Ende Oktober 2003: "Pioniere für längere Arbeitszeit." Oettinger in Dußlingen über Beamte im Schuldienst.

- 1. Juli 2005: In Tübingens Neuer Aula sprach Oettinger vor den versammelten Wirtschaftswissenschaftlern von der Hayek-Gesellschaft und griff dabei auch den Linkspartei-Chef Oskar Lafontaine und dessen Partei an, die sich Leistungskürzungen (etwa in der Alten-, Behinderten- und Sozialhilfe) verweigerten: „Der Lafontaine mit seiner Pension, der Drecksack“, so Oettinger unter erstauntem Gelächter.

- Januar 2006: Als württembergischen Meister im Seitensprung bezeichnete Oettinger einen befreundeten Ludwigsburger Immobilienmakler bei dessen 50. Geburtstag.

- August 2006: Beim Empfang zum 70. Geburtstag von Herzog Carl von Württemberg meinte Oettinger, die Monarchie sei die beste Staatsform.

- Ende Januar 2007 bei der Landsmannschaft Ulmia: Baden-Württemberg will der Ministerpräsident zur europaweit besten Hochschulregion formen. Nur so besitze das Land auch genügend „erotische Ausstrahlung“, um die Bevölkerungszahl zu halten.

- Auf der gleichen Veranstaltung empfahl der Ministerpräsident der Uni Tübingen die Einrichtung einer Ehemaligen-Organisation, denn das Geld von den Alumni könne die Uni gut brauchen. Was er nicht wusste: Die Einrichtung gibt es in Tübingen längst.

- Und schließlich pries Oettinger die studentischen Verbindungen als „gelebte Generationengerechtigkeit“. Denn Probleme wie die Rentenversicherung seien den Verbindungen fremd. Bei der Rente bekämen zumindest die unter 40-Jährigen später weniger heraus, als sie einzahlen. Bei Verbindungen sei das besser: „Erst bekommt man Freibier, nach dem Studium zahlt man.“

- Weitere Zitate auf der Ulmia-Veranstaltung: „Juristen sind tolle Kerle, man braucht sie aber nicht in der Zahl.“ Über die falschen Ausbildungsschwerpunkte baden-württembergischer Universitäten.

- „Da haben Professoren ein bisschen Schwachsinn geredet, das ist im Berufsbild drin.“ Zu Vorschlägen aus der Universität Ulm, Studiengebühren zum Begleichen der gestiegenen Heizkosten zu verwenden.

- „Wir müssen unsere Kinder so gut ausbilden, dass sie so gut sind, dass sie unsere Rente zahlen können.“ Zur Begründung für eine neue Bildungsoffensive.

- „Schulen sind nicht der Reparatur-Betrieb für verkorkste Erziehung zu Hause.“ Über die Arbeitsteilung in der Kindererziehung.

- „Eigenverantwortung wird nicht gewählt.“ Warum es schwer sei, Wählerstimmen für die CDU zu gewinnen.

- „Wer nicht mit Schufa-Auskunft heiratet, wird nicht hinkriegen, was wir hingekriegt haben.“ Über das Problem, trotz des globalen Wettbewerbs zu Wohlstand zu kommen.

- „Wir sind in der unglaublich schönen Lage, nur von Freunden umgeben zu sein. Das Blöde ist, es kommt kein Krieg mehr.“ Über die Schwierigkeit, in einer Wohlstandsgesellschaft Gemeinsinn und Fleiß anzuregen – ohne eine Notsituation wie nach 1945.

- „Wir, sie und ich, müssen besser werden.“ Über die Erfolgszwänge der freien Marktwirtschaft.

- April 2007: Günther Oettinger hält eine Trauerrede für den verstorbenen Ex-Ministerpräsidenten Hans Filbinger: "Anders als in einigen Nachrufen zu lesen, gilt es festzuhalten: Hans Filbinger war kein Nationalsozialist. Im Gegenteil: Er war ein Gegner des NS-Regimes. Allerdings konnte er sich den Zwängen des Regimes ebenso wenig entziehen wie Millionen Andere. " Das Zitat entfachte eine hitzige Debatte, an deren Ende sich Oettinger entschuldigen musste.

- 5. August 2007 in Rottenburg beim 50. Geburtstag von OB Klaus Tappeser: "Wenn Klaus Tappeser nicht Oberbürgermeister geworden wäre, wäre er sicher auch ein glänzender Frauenarzt geworden – bei den vielen Verehrerinnen, die hier sind."

"Meister im Seitensprung": Günther Oettingers gesammelte Sprüche

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07.08.2007, 12:00 Uhr
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