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Zentralrat der Juden warnt vor Verbreitung der Hetzschrift

"Mein Kampf" erregt Unmut

04.12.2015
  • DPA

München. Wochen vor dem Auslaufen der Urheberrechte an Hitlers "Mein Kampf" hat der Zentralrat der Juden in Deutschland vor einer unkommentierten Verbreitung der Hetzschrift gewarnt. "Die Strafverfolgungsbehörden sollten mit aller Konsequenz gegen die Verbreitung und den Verkauf des Buches vorgehen", sagte Zentralratspräsident Josef Schuster dem "Handelsblatt".

Adolf Hitler schrieb die Hetzschrift 1924 als Häftling in der Festung Landsberg. Er entwickelte darin unter anderem seine menschenverachtende "Rassentheorie". Der Absatz des Buches war gesichert - auch, weil nach 1933 jedes Paar bei der Eheschließung ein Buch bekam. Bis 1945 erreichte "Mein Kampf" in Deutschland eine Auflage von 9,8 Millionen Exemplaren.

Seit 1945 ist das Buch in Deutschland nicht mehr veröffentlicht worden. Denn der Freistaat Bayern war als Rechtsnachfolger des nationalsozialistischen Franz-Eher-Verlages Inhaber der Urheberrechte und verhinderte deutschsprachige Neuausgaben. Die Justizminister der Bundesländer haben inzwischen entschieden, dass die unkommentierte Verbreitung von "Mein Kampf" auch nach dem Auslaufen der Urheberschutzfrist in Deutschland verboten bleiben soll.

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04.12.2015, 08:30 Uhr
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