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Shell-Jugendstudie 2015

Mehrheit ist optimistisch und tolerant

Das junge Deutschland ist überwiegend optimistisch, offen gegenüber Zuwanderern und politisch interessiert. Neben einem sicheren Job wünscht sich die Jugend Zeit für die Familie. Es gibt aber auch Sorgen.

14.10.2015
  • GUNTHER HARTWIG

Berlin Wenn Familienministerin Manuela Schwesig (41) auf die heutige Jugend blickt, wird der SPD-Politikerin, die gerade ihr zweites Kind erwartet, ganz warm ums Herz. "Wir können stolz sein auf diese Generation", so kommentiert die werdende Mutter aus Schwerin die Ergebnisse der 17. Shell Jugendstudie 2015. "Sie macht sich Gedanken um ihre Zukunft, nimmt ihr Leben selbst in die Hand und interessiert sich für andere und für das, was in der Welt geschieht."

Besonders "toll" findet die Genossin, dass die deutsche Jugend offener denn je gegenüber Zuwanderung eingestellt ist und weniger Angst vor Fremden (29 Prozent) als vor Fremdenfeindlichkeit (48 Prozent) hat. Tatsächlich belegt die Studie, dass unter den jungen Leuten zwischen 12 und 25 Jahren 53 Prozent sagen, die Bundesrepublik solle so viele Zuwanderer aufnehmen wie bisher oder sogar noch mehr.

In den beiden letzten Erhebungen aus den Jahren 2006 und 2010 lag dieser Wert bei 29 beziehungsweise 48 Prozent. Bloß noch 37 Prozent der Jugendlichen plädieren für eine Verringerung der Zuwanderung (2002: 48 Prozent, 2006: 58 Prozent). Allerdings gibt es hier einen markanten Unterschied zwischen West und Ost: Nur 35 Prozent der Jugendlichen aus den alten Ländern wünschen sich eine geringere Migration nach Deutschland, aber 49 Prozent in den neuen Ländern, einschließlich Berlin.

Die Autoren der repräsentativen Analyse weisen darauf hin, dass sie die Werte und Einstellungen der ersten Generation untersucht haben, die vollständig im wiedervereinigten Deutschland aufgewachsen ist. Die Wissenschaftler bezeichnen die Altersgruppe als "pragmatische Generation im Aufbruch" und "hochgradig tolerant".

Deren Optimismus ist offenkundig groß: 61 Prozent blicken zuversichtlich in die persönliche Zukunft - vor fünf Jahren waren es 59 Prozent. Erstmals seit über 20 Jahren beurteilt eine Mehrheit der Jugendlichen (52 Prozent) auch die gesamtgesellschaftliche Zukunft optimistisch. Allerdings stagniert die Zuversicht junger Leute aus sozial schwachen Schichten, deren Anteil an der Alterskohorte Studienleiter Professor Mathias Albert von der Uni Bielefeld auf 15 Prozent beziffert.

Zwar messen die meisten jungen Menschen der Familie einen hohen Stellenwert bei (72 Prozent), doch sank der Anteil der Befragten mit Kinderwunsch von 69 Prozent im Jahr 2010 auf heute nur noch 64 Prozent. Zugleich können sich immer mehr Jugendliche vorstellen, später als Single zu leben. Vier Fünftel der Jugendlichen wünschen sich, ihre Arbeitszeit den privaten Bedürfnissen weitgehend anpassen zu können. 95 Prozent wollen vor allem einen "sicheren Arbeitsplatz".

Neben Beruf und Familie ist der jungen Generation auch die Politik wichtig: 41 Prozent zeigen sich politisch interessiert (2002: 30 Prozent). Zufrieden mit der Demokratie in Deutschland sind immerhin 77 Prozent der Jugendlichen im Westen, dagegen nur 54 Prozent im Osten. Auf die Frage nach ihren Ängsten nannten die jungen Leute am häufigsten Terroranschläge (73 Prozent) und einen möglichen Krieg in Europa (62 Prozent).

72 Prozent der Jugendlichen glauben, vorsichtig mit ihren persönlichen Daten im Internet umzugehen. Durchschnittlich 18,4 Stunden pro Woche sind sie online, 2006 waren es noch weniger als 10 Stunden. Zwei Fünftel der Befragten meinen, dass man "bei sozialen Netzwerken deshalb dabei sein muss, weil man sonst nicht mitbekommt, was die anderen machen". Mehr als vier Fünftel glauben, dass große Konzerne wie Google oder Facebook mit ihren Nutzern und deren Daten viel Geld verdienen. Entsprechend gering ist ihr Vertrauen in diese Unternehmen.

Mehrheit ist optimistisch und tolerant
Ob bei Partys, der Ausbildung, in der Schule oder der Freizeit: Die Jugend ist eine "pragmatische Generation im Aufbruch" und "hochgradig tolerant". Foto: dpa

Mehrheit ist optimistisch und tolerant

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14.10.2015, 12:00 Uhr
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