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Fahrgastzahlen

Mehr Stuttgarter tauschen Auto gegen Bus und Bahn

VVS meldet neuen Rekord, will aber noch mehr Pendler aus der Region zum Umstieg bewegen.

17.02.2018
  • DOMINIQUE LEIBBRAND

Stuttgart. Rekordmeldungen sind beim Stuttgarter Verkehrs- und Tarifverbund (VVS) obligatorisch – da macht die Bilanz für 2017 keine Ausnahme: „Wir sind nochmal besser geworden“, sagte Fritz Kuhn, grüner Oberbürgermeister und VVS-Aufsichtsratsvorsitzender, am Freitag vor Journalisten. Konkret bedeutet das, dass die Zahl der Fahrten in Bussen und Bahnen 2017 um 2,3 Prozent auf 382 Millionen zugenommen hat. Damit liege man über dem Bundesschnitt von 1,4 Prozent. Entsprechend stiegen auch die Ticketeinnahmen, und zwar um 3,3 Prozent auf rund 533 Millionen Euro. „Das ist gut, weil wir so weiter investieren können“, so Kuhn.

Mit den steigenden Fahrgastzahlen hat sich auch der sogenannte Modal Split verändert – mehr Stuttgarter tauschen das Auto gegen Bus und Bahn. Am Stuttgarter Kesselrand habe der ÖPNV mit einem Anteil von 52 Prozent am Gesamtverkehr im Vergleich zum Autoverkehr mit 48 Prozent nun die Nase vorn, sagte Kuhn. Anders sehe es allerdings beim Blick auf die Gemarkungsgrenze aus: Da seien die umweltfreundlichen Verkehrsmittel mit 25 Prozent gegenüber 75 Prozent beim Autoverkehr weit abgeschlagen.

Um mehr Menschen aus der Region von der Straße zu bringen, setzt Kuhn auf die Metropolexpresszüge, die 2019 starten. Außerdem will er sich bei der anstehenden Vereinfachung des Tarifsystems dafür einsetzen, dass davon nicht nur Stuttgarter, sondern Pendler im gesamten VVS-Gebiet profitieren.

Wachsende Zahl von Abonenten

Seinen Erfolg führt der VVS vor allem auf die weiter wachsende Zahl von Abonnenten zurück. Mittlerweile seien mehr als eine halbe Million Menschen in der Region Stuttgart Stammkunden, sagte Horst Stammler, einer der beiden VVS-Geschäftsführer. Als Zugpferde gelten das Firmenticket mit nun 78 000 Nutzern und 620 beteiligten Firmen, das Seniorenticket und das Azubi-Ticket mit einem Plus von satten 25 Prozent. Auch das günstigere Tagesticket, das der VVS während der Feinstaubalarm-Periode zwischen Oktober und April anbietet, wird angenommen. Die Zahl der verkauften Tagesfahrkarten habe sich verfünffacht, seit es das Angebot gebe, sagte Stammler.

Die Rekordzahlen sind für den Verbund indes nicht nur Segen, sondern auch Fluch, denn vor allem zu Stoßzeiten sind viele Linien an der Kapazitätsgrenze. Den Vorstoß des Bundes, den ÖPNV kostenlos anzubieten, hält Kuhn daher für nicht realisierbar, weil das das System nicht packe. Zuvor müsse die Infrastruktur ausgebaut werden. Da das jedoch langwierig ist, will der VVS mehr Pendler dazu bringen, außerhalb der Stoßzeiten zu fahren. Der Preis für das 9-Uhr-Ticket wurde deshalb zum Jahresbeginn gesenkt. Dominique Leibbrand

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17.02.2018, 06:00 Uhr
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