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Mehr Flüchtlinge starten eine Lehre
Ausbildungsmarkt

Mehr Flüchtlinge starten eine Lehre

Im Südwesten ist fast jede zehnte Stelle nicht besetzt. Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut will daher Hauptschülern den Jobeinstieg erleichtern.

21.11.2017
  • MATTHIAS JEDELE

Stuttgart. Gute Lehrstellen-Bewerber bleiben Mangelware. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass im Jahr 2017 die Zahl der Bewerber mit 67 401 gegenüber dem Vorjahr um 2,7 Prozent gestiegen ist und dass mit 2285 mehr als doppelt so viele Flüchtlinge wie im Vorjahr im Südwesten eine Ausbildung begonnen haben. Beim Spitzengespräch zur Ausbildungssituation waren sich am Montag daher alle Partner des Ausbildungsbündnisses einig, dass der Ausbildungsmarkt zwar funktioniert, bei knapp 10 Prozent unbesetzter Lehrstellen aber weiter Handlungsbedarf besteht.

„Jugendliche mit einem Hauptschulabschluss stellen ein Viertel aller neuen Auszubildenden dar. Sie haben nach wie vor Chancen auf einen Ausbildungsplatz, gerade auch angesichts der vielen unbesetzten Ausbildungsplätze“, warb Wirtschafts- und Arbeitsministerin von Baden-Württemberg Nicole Hoffmeister-Kraut daher für bessere Ausbildungschancen von Jugendlichen mit Hauptschulabschluss.

Positive Entwicklung

Besonders zufrieden zeigte sich die Politikerin bei der positiven Entwicklung in der Ausbildungsvermittlung von Flüchtlingen: „Dieses Jahr haben 2285 gemeldete Bewerber mit Fluchthintergrund eine Ausbildung begonnen. Das ist eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr von mehr als 150 Prozent und zeigt, dass wir im Südwesten gut aufgestellt sind.“

Christian Rauch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, bewertet die Lage ebenfalls positiv: „Für junge Menschen im Land ergeben sich weiterhin gute Aussichten, den Ausbildungsplatz im Wunschberuf zu bekommen. Die individuellen Chancen hängen jedoch stark von der Region, der Qualifikation und den Berufswünschen ab.“

Nachgebessert werden sollte die Zusammenarbeit zwischen Firmen und Schulen. „Damit der Übergang von der Schule in die Ausbildung für Jugendliche mit einem Hauptschulabschluss bestmöglich gelingen kann, brauchen wir eine hervorragende Berufsorientierung“, sagte Karl Schäuble, Vizepräsident der Arbeitgeber Baden-Württemberg. Auch verbindliche Mindeststandards, auf die sich Schüler, Eltern und eben auch die Ausbildungsbetriebe sicher verlassen können, seien wichtig.

Das sieht auch Volker Schebesta, Staatssekretär im Kultusministerium Baden-Württemberg, so: „Wir unternehmen in den neuen Bildungsplänen große Anstrengungen über die Verankerung des Faches Wirtschaft, Berufs- und Studienorientierung, die berufliches Orientierung der Schülerinnen und Schüler zu stärken. Besonders umfassende Orientierungsangebote zum Berufseinstieg gilt es für Jugendliche mit einem Hauptschulabschluss weiter auszubauen.“

Die stellvertretende Landesvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Gabriele Frenzer-Wolf, geht dies nicht weit genug: „Hauptschulabsolventen werden beim Übergang in die Ausbildung offensichtlich benachteiligt.“ Sie nimmt die Unternehmen in die Pflicht: „Die Ausbildungsbetriebe müssen ihre bisherige ,Rosinenpickerei' beenden und auch Absolventen der Hauptschule Chancen auf eine Ausbildung eröffnen. Nur mit einer besseren Ausbildungsqualität und guter Arbeit können auch Branchen mit vielen unbesetzten Ausbildungsplätzen Jugendliche für sich gewinnen.“

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21.11.2017, 06:00 Uhr
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