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Kommentar

Mehr Arbeit – mehr Geld

Wenn die Bevorzugung von Privatpatienten beklagt wird, macht sich das häufig an den Wartezeiten auf einen Arzttermin fest – in der Art der medizinischen Behandlung gibt es die gern zitierte Zwei-Klassen-Medizin ja nicht wirklich. Aber tatsächlich kommen privat Krankenversicherte häufig schneller an einen Termin.

24.07.2018

Von HAJO ZENKER

Berlin. Dagegen geht der Bundesgesundheitsminister nun vor. Er tut das mit Zuckerbrot und Peitsche. So verordnet er den niedergelassenen Medizinern fünf Sprechstunden pro Woche mehr und verpflichtet sie zudem, auch offene Sprechstunden anzubieten, für die es keine Terminvergabe gibt.

Andererseits bekommen dann die Ärzte, die zusätzlich zum bisherigen Patientenstamm neue Hilfesuchende aufnehmen, mehr Geld. Bisher wurde Mehrarbeit ja häufig nicht entlohnt, weil die Budgets der Praxen gedeckelt sind. Nun löst Geld nicht jedes Problem. Wer sowieso schon jede Woche mehr als 50 Stunden in der Praxis zubringt, wird sich nicht unbedingt von Zusatzeinnahmen zu noch mehr Arbeit verführen lassen. Für andere Ärzte aber kann das interessant sein. Selbst wenn sich nur ein Teil der Mediziner beteiligt, käme angesichts von rund 150 000 niedergelassenen Ärzten in Deutschland eine stattliche Zahl zusätzlicher Behandlungen dazu.

Natürlich bekommt man so das grundsätzliche Problem, dass es generell an Ärzten fehlt, nicht in den Griff. Dazu müssten etwa die Bundesländer die Zahl der Medizin-Studienplätze deutlich aufstocken. Und das würde auch erst in Jahren wirken. Von heute auf morgen einen passenden Termin beim Wunschmediziner zu bekommen, bleibt eine Illusion. Aber aus dem Vorhandenen mehr zu machen, das könnte gelingen.

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Erstellt:
24. Juli 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
24. Juli 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 24. Juli 2018, 06:00 Uhr

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