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Die Idee wird zum Geschäft

Medizinische Projekte sollen mit der ersten Tübinger Medtech School laufen lernen

Diese Schulbank wurde genau 100 Tage gedrückt und zwar von Männern und Frauen, die die Schule eigentlich schon hinter sich haben. Die erste „Medtech Startup School“ in Tübingen vermittelte die Grundlagen, mit denen innovative Projekte auf unternehmerische Beine gestellt werden. Gestern Nachmittag stellten zehn Teams ihre (Geschäfts-)Ideen vor.

13.10.2015
  • Ulla Steuernagel

Tübingen. Zehn Teams aus jungen Forscher(inne)n haben nun 100 Tage lang gelernt, wie ihre Idee in eine unternehmerische Form gebracht werden kann. Dabei erhielten sie Unterstützung von Anwälten, Wirtschaftsexperten und gestandenen Wissenschaftlern.

Der Augenmediziner Prof. Eberhart Zrenner gab am gestrigen „Demo Day“ mit eigenen Erfahrungen Anstoß und Ermutigung. In seinem Eröffnungsvortrag präsentierte er ein Foto vom New Yorker Time Square. Eine große Werbetafel zeigte den Chip, den Zrenner mit der Retina Implant AG auf den Markt gebracht hatte und der Blinden einen Teil des Sehvermögens zurückgibt. Zwölf Jahre zuvor hätte er sich solche Publicity nicht vorstellen können, die Suche nach Geldgebern erwies sich da als recht schwierig. Zrenner riet den jungen Forschern auch auf den unvermeidlichen Durststrecken zwischen Universität und Wirtschaft nicht aufzugeben.

Auch die innovative Idee der 100-Tage-Startup-School wird im nächsten Jahre fortgesetzt. Das baden-württembergische Finanzministerium und das Bildungs-und Forschungsministerium haben das Projekt mit mehr als 100 000 Euro gefördert. Dieses Startup-Lehrmodell, das sich am Vorbild der amerikanischen Stanford University orientiert, wurde erstmalig an einer bundesdeutschen Universität erprobt.

Alle Projekte eint die Idee, das Gesundheitssystem zu verbessern und dabei die elektronischen Möglichkeiten auszuschöpfen. Das reicht von einer Smartphone-App für Schaganfall-Patienten bis hin zu einen Mikrochip zur Früherkennung neurodegenerativer Erkrankungen.

Nicht nur Forscher der Lebenswissenschaften sind zu Werke gegangen. Jonas Auer etwa studiert in Stuttgart Informatik und hat sich zusammen mit Johannes Hartmann, Student der Medizin-Informatik, ein Tablet ausgedacht, mit dem die Daten von Schlaganfall-Patienten schon auf dem Weg in die Klinik weitergegeben werden können. „Eigentlich ganz simpel“, sagt Auer. Das robuste Tablet wird von den Studenten gerade um eine Software für Herzinfarkt-Patienten erweitert.

Ein Messgerät, das einem Fitnessband ähnelt und auch modernen Design-Vorstellungen entsprechen soll, wollen zwei Medienstudenten aus Stuttgart bis spätestens Frühjahr 2017 auf den Markt bringen. Zusammen mit dem Tübinger Hertie-Institut haben sie es entwickelt. Es soll die Daten von Epilepsie-Patienten festhalten und womöglich einmal Epilepsie-Anfälle vorhersagen können. Eine „Smart TMS Coil“, eine Spule, die EEG-Daten mit der Transkraniellen Magnetstimulation (TMS) kombiniert, haben sich Dr. Ujwal Chaudhary und Diljit Kajal ausgedacht. Die Aktivität des Gehirns wird dabei elektronisch gemessen und, wenn nötig, stimuliert. Damit werde die Therapie vieler neurologischer Erkrankungen präziser und individueller, so die Tübinger Forscher.

Medizinische Projekte sollen mit der ersten Tübinger Medtech School laufen lernen
Prof. Eberhart Zrenner (am Mikro) hat die Forschung mit seiner Firma Retina Implant AG ebenfalls zum Produkt werden lassen.Bild: Metz

Zum Demo Day in der Tübinger Kelter lud die Universität mit ihrer Abteilung für Forschungsförderung und Technologietransfer, das Universitätsklinikum, die Medical Innovations Incubator GmbH und die BioRegio Stern ein, der regionalen Wirtschaftsförderung im Bereich Life Sciences. Die Technologietransferstelle unterstützt Wissenschaftler der Tübinger Universität bei der Patentierung von Erfindungen, der Lizenzierung von Schutzrechten und bei Unternehmensgründungen. Die Medical Innovations Incubator GmbH bildet eine Brücke zwischen wissenschaftlicher oder klinischer Idee und der Realisierung als Produkt. Sie ist eine Tochter der Stiftung für Medizininnovationen.

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13.10.2015, 12:00 Uhr
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