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Masterplan für Integration
Asylbewerber Omar Ceesay werkelt mit dem Chef einer Tettnanger Schreinerei an einer Glasscheibe, die in eine Tür eingesetzt wird. Die Unternehmer im Land sind sich einig, dass Flüchtlinge schneller Arbeit bekommen sollten. Foto: dpa
Kommunen und Kammern legen Regierung Zehn-Punkte-Programm vor

Masterplan für Integration

Ein Bündnis von Gewicht: Wirtschaft, Kommunen und Arbeitsverwaltung fordern gemeinsam konkrete Maßnahmen zur Integration der Flüchtlinge.

12.08.2016
  • BETTINA WIESELMANN

Stuttgart. Das Staatsministerium und einschlägige Ministerien bekamen gestern Post von einem Bündnis der besonderen Art. Die drei kommunalen Landesverbände, die Arbeitgeberverbände, IHK und Handwerkskammer sowie die regionale Bundesagentur für Arbeit wollen mit der Landesregierung an einem Strang in dieselbe Richtung ziehen, damit es „zu einer geordneten und strukturierten Integration“ der bleibeberechtigten Flüchtlinge kommt.

Dabei gehen sie mit ihrem „Vorschlag für ein Maßnahmenpaket zur Integration und Beschäftigung“ davon aus: „Es gilt deutlich schneller und besser zu werden, als dies bei vergangenen Flüchtlingszugängen der Fall war.“ So hätten Studien zufolge Geflüchtete früherer Wellen erst nach 15 Jahren die Beschäftigungsquote anderer Zuwanderer erreicht und dann auch nur dauerhaft niedrigere Einkommen erzielt. Nötig sei es jetzt, Prioritäten zu setzen und koordiniert auf rechtlich sicherem Terrain vorzugehen.

Dringlich vom Land gefordert wird deshalb ein steuernder Masterplan, der den gesetzlichen Rahmen für eine gelingende Integration für alle Beteiligten absteckt. „Das Bundesintegrationsgesetz ist hierzu nur ein erster Schritt.“ Wichtig sei, dass die entsprechenden Maßnahmen der Bevölkerung auch erklärt würden, „damit extreme Strömungen keinen Nährboden finden“. Kommunen, Verbände und Kammern sehen sich dabei ebenfalls gefordert.

Die Gesamtgesellschaft hat das Bündnis auch im Blick mit seiner Absage an einen isolierten Ausbildungs- und Arbeitspakt für Flüchtlinge. Ohne Bezug zu den betrieblichen Notwendigkeiten wäre er weder wirtschaftlich noch unterstützte er eine nachhaltige Integration. Der Arbeitsmarkt sei aber derzeit „geprägt von einer großen Aufnahmefähigkeit für Personen mit Vermittlungshemmnissen“, das betreffe nicht nur Flüchtlinge. Im Fokus des Positionspapiers stehen sie gleichwohl. Bei einer durchschnittlichen Anerkennungsquote von mehr als 60 Prozent sei 2016 damit zu rechnen, dass „bis zu 78 000 anerkannte Asylbewerber einen grundsätzlich uneingeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg erlangen werden“.

Das vorgelegte Zehn-Punkte-Papier spricht sich für ein regionales Übergangsmanagement aus. Alle Akteure vor Ort müssten die Zusammenarbeit koordinieren und transparente Strukturen schaffen, damit der Übergang von der Schule in eine möglichst qualifizierte Tätigkeit erleichtert werde. Ansprechpartner könnten Integrationsmanager sein in den Kommunen, die als „Anker einer gelingenden Integration“ gesehen werden.

Flüchtlinge, aber auch andere Migrantengruppen kämen schneller zu einer qualifizierten Berufstätigkeit, wenn die Anerkennung beruflicher Qualifikationen erleichtert würde, auch wenn diese nicht immer auch formaler Natur seien. Gefordert wird auch, Integrations- und Sprachkurse endlich zeitnah anzubieten.

Plädiert wird dafür, „innovative Arbeitsmarkt- und Qualifizierungsinstrumente“ einzusetzen. So könne Erwerbsarbeit mit Teilzeit-Ausbildung verknüpft werden. Bei Sprachdefiziten müsse die Vermittlung von Fachkenntnis intelligent mit der Vermittlung von Sprache verknüpft werden. Bekannt gemacht und unbürokratisch gehandhabt werden müsse die Möglichkeit, Integrationskurse mit Arbeitsmarktqualifizierung zu kombinieren. Auch mit der modularen Nachqualifizierung von An- und Ungelernten habe man beste Erfahrungen gemacht. Um eine nachhaltige Integration von niedrig Qualifizierten zu erreichen, die sonst von hohem Arbeitsmarktrisiko betroffen seien, sei an eine helfende Begleitung zu denken.

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12.08.2016, 06:00 Uhr
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