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Schwert-Attacke in Schule

Maskierter tötet in Schweden zwei Menschen und stirbt durch Polizeischüsse

Ein 21-jähriger Mann ist in einer Schule mit hohem Einwandereranteil im südschwedischen Trollhättan mit einem Schwert Amok gelaufen. Sowohl der Täter als auch ein Lehrer und ein Schüler starben.

23.10.2015
  • ANDRÉ ANWAR

Stockholm Es ist der erste Amoklauf an einer Schule im relativ beschaulichen Schweden. Das Land steht unter Schock. Gestern Morgen gegen kurz vor zehn Uhr drang ein schwarz gekleideter, schlanker Mann mit einer Darth-Vader-Maske und mit Kopfhörern, aus denen laute Musik dröhnte, in die Kronan-Schule mit rund 400 Schülern im westschwedischen Trollhättan ein.

Der 21-Jährige hatte zwei Waffen in den Händen. "Es handelt sich um ein großes Messer, eine Art Schwert und ein weiteres Messer", so ein Polizeisprecher. Der Täter ermordete damit einen Lehrer im Eingangsbereich und verletzte dort einen weiteren Lehrer. Dann ging er in die Schule hinein und klopfte an Klassenzimmertüren. An zwei unterschiedlichen Türen öffneten zwei Schüler im Alter von 11 und 15 Jahren. Der Täter verletzte diese sehr schwer.

Ein Notruf ging um 10.10 Uhr ein. Zahlreiche Lehrer reagierten schnell und verschlossen die Klassenzimmer, in denen sie unterrichteten. Der Täter griff die eintreffende Polizei an. Diese schoss den inzwischen identifizierten Täter, vermutlich ein Schwede, daraufhin nieder.

"Vor der Schule waren massenweise Eltern, Schüler und Polizisten. Viele weinten, und waren unglaublich besorgt um ihre Kinder", sagte eine Mutter der Zeitung "Aftonbladet". Ihre Erleichterung sei riesig gewesen, als ihre Tochter gegen 12 Uhr unverletzt aus dem Gebäude kam. Alle Schüler mussten vor dem Verlassen des Gebäudes von der Polizei erfasst werden. Deshalb dauerte es so lange, bis sie hinausdurften.

Während der Zustand des niedergestochenen 15-Jährigen nach einer Notoperationen am Nachmittag stabil war, verstarb der 11-Jährige, den die Stiche in Brust und Leber getroffen hatten, im Krankenhaus. Der verletzte Lehrer schwebte weiter in Lebensgefahr mit erheblichen Wunden im Unterleib. Auch der Täter starb an seinen Verletzungen durch die Schüsse der Polizei. Über mögliche Motive wollte die Polizei keine Auskünfte geben. In der Wohnung des Täters habe man allerlei Anhaltspunkte gefunden, wolle diese aber nicht kommentieren, hieß es auf einer Pressekonferenz am späten Nachmittag. Es wurde in Medien darüber spekuliert, inwieweit der Täter, der angeblich selbst nicht auf die Kronan-Schule gegangen ist, rechtsradikal sein könnte. Die Schule wird überwiegend von Kindern mit Einwandererhintergrund besucht. Der Täter soll zumindest rechtsradikale Facebook-Seiten gemocht haben, hieß es. Er könne ein Anders-Breivik-Nachahmer gewesen sein. Auch soll in einer Nachbarschule am Vortag eine Warnung eingegangen sein, die Kronan-Schule am Donnerstag zu meiden. Diese Informationen waren gestern noch nicht bestätigt.

Die Polizei ist sich laut der Zeitung "Aftonbladet" bislang aber sicher, dass es sich beim 21-Jährigen Amokläufer um einen Einzeltäter handelt. Am Nachmittag wurde seine Wohnung durchsucht.

Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven besuchte am Nachmittag die unter Schock stehende Stadt Trollhättan und sprach von einem "schweren Tag für Schweden".

Maskierter tötet in Schweden zwei Menschen und stirbt durch Polizeischüsse
Schwedische Polizisten sichern den Tatort. Rechts ein Handyfoto des maskierten Täters vor dem tödlichen Angriff. Fotos: afp

Maskierter tötet in Schweden zwei Menschen und stirbt durch Polizeischüsse

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23.10.2015, 12:00 Uhr
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