Bietigheim-Bissingen

Maschinenbauer Dürr bekommt Corona-Folgen deutlich zu spüren

Dürr setzt künftig verstärkt auf die Medizintechnik. Doch der Ausbau des neuen Standbeins dauert mehrere Jahre. Deshalb bleibt das Geschäft mit den Lackieranlagen und Holzmaschinen weiter wichtig. Im Corona-Jahr lief es nicht gut.

25.02.2021

Von dpa

Das Logo der Dürr AG klebt auf einem Sealing-Roboter. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

Bietigheim-Bissingen. Der Maschinen- und Anlagenbauer Dürr will den Bereich Medizintechnik ausbauen. Ziel sei es, ihn zu einem wesentlichen Standbein zu machen, sagte Vorstandschef Ralf Dieter am Donnerstag in Bietigheim-Bissingen (Kreis Ludwigsburg). Durch den Kauf einer Mehrheitsbeteiligung am Automatisierungsspezialisten Teamtechnik Anfang des Jahres ist Dürr nun auf dem neuen Feld aktiv. Hier werden bisher gut 40 Millionen Euro Umsatz gemacht. In fünf Jahren sollen es deutlich über 100 Millionen Euro sein.

Dürr ist vor allem durch seine Lackieranlagen und seine Tochter, den Holzbearbeitungsmaschinenhersteller Homag bekannt. Das börsennotierte Unternehmen will die Folgen der Corona-Pandemie schnell hinter sich lassen. Eine Rückkehr zum Vorkrisenniveau erwartet Vorstandschef Dieter aber noch nicht. So soll der Umsatz im laufenden Geschäftsjahr auf 3,45 bis 3,65 Milliarden Euro zulegen. Im vergangenen Jahr war der Umsatz den vorläufigen Zahlen zufolge um rund 15 Prozent auf rund 3,3 Milliarden Euro gesunken.

Beim Auftragseingang musste Dürr 2020 herbe Einbußen verzeichnen, er sackte um ein Fünftel auf 3,3 Milliarden Euro ab. Unter dem Strich stand ein Verlust von rund 14 Millionen Euro, nachdem Dürr ein Jahr zuvor noch einen Überschuss von knapp 130 Millionen Euro erwirtschaftet hatte. Dieter verwies darauf, dass das Geschäft im zweiten Halbjahr nach dem Tiefpunkt des zweiten Quartals wieder spürbar zugelegt habe. „Wir haben 2020 gut bewältigt und erwarten für 2021 Zuwächse bei Auftragseingang und Umsatz, aber noch keine Rückkehr auf das Vorkrisenniveau“, verdeutlichte der Manager.

Im Zuge der Corona-Krise legte das Unternehmen ein Sparprogramm auf und kündigte unter anderem den Abbau von etwa 600 Stellen im europäischen Automobilgeschäft an. Ende vergangenen Jahres beschäftigte das Unternehmen weltweit 16 525 Menschen, davon 7931 in Deutschland. Aktuell werden 17 300 Mitarbeiter gezählt. Der Zuwachs erklärt sich durch den jüngsten Zukauf.

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Erstellt:
25. Februar 2021, 08:34 Uhr
Aktualisiert:
25. Februar 2021, 12:10 Uhr
zuletzt aktualisiert: 25. Februar 2021, 12:10 Uhr

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