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Wurstsalat-Eis oder Löner?

Markus Beuter und Thorsten Wolff scheiterten im Finale der SWR-Quizshow

In die „Hall of Fame“ schafften es Markus Beuter und Thorsten Wolff am Sonntagabend in der SWR-Sendung „Die Quizhelden – wer kennt den Südwesten?“ nicht. Aber die zwei Vorsitzenden der Narrenzunft Tübingen schlugen sich mehr als achtbar.

29.02.2016

Von WERNER BAUKNECHT

Markus Beuter (links) und Thorsten Wolff, die Vorsitzenden der Tübinger Narrenzunft, am Sonntag Abend in der SWR-Sendung „Die Quizhelden – wer kennt den Südwesten?“.Bild: Bauknecht

Der Anruf einer Castingagentur ereilte Beuter im Herbst 2015. Ob er und Wolff bei einem neuen Format mitmachen wollten, einer Quizshow im Dritten Programm? Eingeladen in die Sendung seien „Helden des Alltags“, also engagierte Bürger, die sich in ihrer Heimat ehrenamtlich betätigen. Zum Beispiel Markus Beuter und Thorsten Wolff als erste und zweite Vorsitzende der Narrenzunft Tübingen.

„Wir haben erst mal überlegt“, so Beuter, „aber dass es öffentlich-rechtlich war, hat uns überzeugt.“ Die Aufzeichnung der Sendung fand bereits im November statt. Einen ganzen Tag verbrachten sie in Baden-Baden. Die Aufzeichnung lief „in einem Rutsch“ durch, die anfängliche Nervosität habe sich schnell gelegt, sagen die beiden. Aber heiß sei es im Studio gewesen, meint Beuter, „ich war froh, dass sie mir die Glatze abgepudert haben.“ Angetan waren beide von der Professionalität der Fernsehleute.

Das Prinzip der Sendung: Zwei geladene Teams treten gegeneinander an, die Sieger danach gegen eine prominente „Expertenrunde“ aus drei Mitspielern des Senders. Am Sonntag bestand diese aus Dennis Wilms (Wissenschaft und Technik), Julia Scharf (Sport und Gesundheit) und Natalie Lumpp (Essen und Trinken). Moderator ist Jens Hübschen.

Zunächst werden den beiden Teams getrennt Fragen gestellt, mit denen sie die ersten Punkte sammeln können. Die Gegnerinnen der Tübinger waren zwei Frauen, die mit ihrem Engagement eine Kirchenorgel bei Weingarten gerettet hatten.

Als die Narrenzünftler dran waren, stimmten sie das Rateteam erst mal auf den Tübinger Narrenruf ein: „Närrele – goats no“. Die Expertenrunde macht willig mit. Beste Stimmung also im Studio.

Die Runde gegen die beiden Frauen gewannen die Narrenzünftler souverän, und damit ihre ersten 1000 Euro. Die Fragen hatten eine Multiple Choice-Auswahl. Da galt es etwa zu erraten, wo Trainer Jürgen Klopp geboren ist (Stuttgart), wie das Spielgerät beim Eishockey heißt (Puck) oder was das saarländische „Haawebroddler“ bedeutet (Dummschwätzer). Im Finale traten Beuter und Wolff gegen die Experten an. Das Ziel: alle drei schlagen. Dann stünden sie in der „Hall of Fame“ und bekämen 2500 Euro. Ansonsten gäbe es für jeden Sieg gegen einen Experten oder eine Expertin 500 Euro. Die beiden Tübinger kalauerten sich locker durch die Sendung, was sie nicht wussten, wurde mit einem lockeren Spruch geraten. So zum Beispiel die Frage, welchen Job Einstein auf dem Oktoberfest in den 20er Jahren hatte (Glühbirnen im Festzelt einschrauben). Tatsächlich gelang ihnen ein Sieg über die Experten Wilms und Scharf. Wobei die Sportexpertin sich in der Tat nicht sonderlich kompetent anstellte: Weder wusste sie, was „doing a Klinsmann“ bedeutete (ein simulierter Hechtsprung ins Wasser), noch das ungefähre Alter Fritz Walters beim WM-Sieg 1954 – sie schätzte ihn auf 18 (er war tatsächlich 33).

Spannung pur dann bei der letzten Fragerunde mit der Expertin Lumpp. Ums Essen ging’s, und die Frage lautete, welche neue Speise 2014 beim Patentamt angemeldet worden ist. Die beiden Tübinger entschieden sich für Eiscreme, die nach Wurstsalat schmeckt. Die Expertin tippte auf eine Mischung aus Döner und Lyoner, den „Löner“, wie der Moderator launig anmerkte. Und so war es denn auch. Die beiden hatten insgesamt 2000 Euro gewonnen, aber den Sprung in die „Hall of Fame“ denkbar knapp verfehlt.

Zufrieden waren sie trotzdem. „Wir haben gezeigt“, meint Lehrer Beuter, „dass Narren auch mal was anderes können als bloß Blödsinn machen.“ Den Gewinn werden sie „irgendwann“ ihrem Verein spenden. „Aber nicht gleich“, erklärt der erste Vorsitzende, „denn bald sind Wahlen, und wenn wir das Geld jetzt schon spenden, dann sieht das so aus, als wollten wir uns die Stimmen kaufen.“

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Erstellt:
29. Februar 2016, 17:00 Uhr
Aktualisiert:
29. Februar 2016, 17:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 29. Februar 2016, 17:00 Uhr

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