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E-Mobilität

Markt für private Ladesäulen kommt langsam in Fahrt

Das Angebot an sogenannten Wallboxen für Hausbesitzer wächst. An öffentlichen Ladepunkten klappt es mit der Technik, doch die Tarife sind ein Wirrwarr.

24.06.2019

Von VORNAME NACHNAME (AUTOR IN VZ)

Wer elektrisch Auto fahren will, braucht eine zuverlässig verfügbare Lademöglichkeit. Für Hausbesitzer ist das kein Problem. Doch an öffentlichen Ladesäulen herrscht immer noch ein Tarif-Wirrwarr. Foto: Bernd Weissbrod/dpa

E-Autos sind teuer in der Anschaffung, haben eine geringere Reichweite als Verbrenner und müssen unterwegs zu unvorhersehbaren Bedingungen aufgeladen werden. Das sind die wichtigsten Gründe, die Verbraucher bislang von der Anschaffung eines Elektro-Autos abhalten. Wer allerdings über eine Garage oder einen festen Stellplatz verfügt, kann das Elektro-Zeitalter wohl schneller einläuten – ganz im Gegensatz zu Bewohnern von Mehrfamilienhäusern. Ihnen stehen laut Branchenverband BDEW erhebliche Hindernisse im Miet- und Wohneigentumsrecht im Weg.

Derweil forcieren Stromwirtschaft und Autohersteller den Vertrieb von autotauglichen Starkstrom-Anschlüssen für Privathaushalte, sogenannte Wallboxen für das heimische Stromnetz – vorzugsweise zu betreiben mit Öko-Strom, wenn denn die Elektromobilität einen positiven Umwelteffekt haben soll. Zwischen 300 EUR und 1900 EUR zuzüglich der Installation durch einen Fachbetrieb kosten die zwölf Modelle, die der ADAC kürzlich auf Sicherheit und Alltagstauglichkeit getestet hat.

Geht man – wie die Nationale Plattform der Mobilität für Deutschland – von 7 Mio. E-Fahrzeugen im Jahr 2030 aus, werden nach Schätzung des Energieverbandes BDEW 6 Mio. Boxen benötigt.

Die ADAC-Sieger-Box vom fränkischen Hersteller ABL kostet knapp 900 EUR und kann mit ausreichenden 11 Kilowatt verschiedenste Elektrosysteme laden. In der Gruppe der schnellsten Stromspender mit einer Ladeleistung von 22 Kilowatt liegt die Amtron Xtra 22 C2 von Mennekes auf Platz1. Sie ist die teuerste der getesteten Wallboxen.

Die Boxen werden auch von Autoherstellern beim Kauf von Batteriefahrzeugen angeboten, ohne dass diese selbst die Ladegeräte bauen. Die Autoindustrie arbeitet hier mit den Wallboxen-Herstellern zusammen.

Darüberhinaus bieten derzeit Arbeitgeber und Handelsketten wie Lidl, Aldi oder Ikea Gratis-Zapfsäulen an. Fraglich ist, wie lange diese aus Imagegründen eingerichteten Angebote in einem Massenmarkt aufrecht erhalten werden. Schon heute gilt an kommerziellen Zapfsäulen, dass Auswärts-Strom mindestens rund 30 Prozent teurer ist als im heimischen Haushaltsnetz, wie der Anbieter Innogy bestätigt.

Wollen Fahrer ihr Fahrzeug auswärts laden, wird es schnell kompliziert. Dabei ist laut Stiftung Warentest nicht die Technik das Problem: Stecker am Auto und die Ladesäulen seien meist kompatibel. Jedoch seien die Preise alles andere als einheitlich. Zwar müss an den öffentlichen Säulen seit 1. April einen Preis pro Kilowattstunde (kWh) ausgewiesen sein. Doch werde das längst nicht überall umgesetzt.

Auch aus anderen Gründen wüssten Kunden vor dem Tanken nicht, wie viel sie für die Kilowattstunde bezahlen müssen. So gebe es beispielsweise Ladesäulen, bei den jeder Tankvorgang 6 EUR koste. Aber wie viel Strom fließe, stehe in den Sternen, bemängelt die Stiftung Warentest. Mit Blick auf die vielen Tarife und Abrechnungsmodelle an öffentlichen Ladesäulen spricht Gero Lücking, einer der Geschäftsführer des Stromanbieters Lichtblick, daher von einem „babylonischen Wirrwarr“. Christian Ebner, Alexander Bögelein

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Erstellt:
24. Juni 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
24. Juni 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 24. Juni 2019, 06:00 Uhr

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