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Doppelmord in Herne

Marcel H. räumt Taten ein

Im Prozess um den Doppelmord in Herne trägt der Anwalt des 19-jährigen Angeklagten ein Geständnis vor.

09.09.2017
  • DPA

Herne. Der 19-jährige Marcel H. hat die Bluttaten an einem Nachbarsjungen und einem ehemaligen Schulfreund in Herne gestanden. „Der Angeklagte betont, dass er den Anklagevorwürfen nicht entgegentritt“, sagte sein Anwalt Michael Emde zum Prozessauftakt vor dem Bochumer Landgericht. Er werte das als Geständnis. Zu Einzelheiten wolle Marcel H. aber keine Angaben machen – auch nicht zu seinem Lebenslauf.

Die ersten Zuschauer waren schon vor 6 Uhr am Bochumer Landgericht, um sich einen der knapp 60 Sitzplätze zu sichern. Die Mütter beider Opfer waren anwesend. „Eigentlich ist das alles nicht zu ertragen“, sagte die Mutter des kleinen Jaden. „Aber ich will ihn mit meinen Augen fixieren.“ Ihr Anwalt Reinhard Peters hat eine Schmerzensgeldklage über 100 000 Euro eingereicht.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Marcel H. ihren Sohn unter einem Vorwand in den Keller seiner ehemaligen Herner Wohnung gelockt hat. Der Junge habe ihm beim Aufstellen einer Leiter helfen sollen. Dann soll alles schnell gegangen sein: „Der Angeklagte stach mit einem Klappmesser mit circa neun Zentimeter langer Klinge insgesamt 52 Mal auf das überraschte Kind ein“, heißt es in der Anklage. Das Motiv sei Mordlust gewesen. Staatsanwalt Danyal Maibaum: „Er handelte in dem Streben danach, einen Menschen sterben zu sehen.“ Nach der Tat soll Marcel H. Bilder der Kinderleiche verschickt haben, die kurze Zeit später im Internet aufgetaucht sind. Außerdem setzte er eine Sprachnachricht ins Netz. Darin heißt es unter anderem „Ich habe hier gerade den Nachbarn umgebracht. Meine Hand blutet jetzt – und das ist das Einzige, was mich gerade stört.“

Das zweite Opfer war ein ehemaliger Schulfreund des Angeklagten. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sich Marcel H. bei dem 22-Jährigen verstecken wollte. Als der jedoch mit der Polizei gedroht habe, soll Marcel H. ihn ermordet haben.

Laut Anklage hatte sich ein Kampf entwickelt, in dessen Verlauf Marcel H. 68 Mal zugestochen habe. Er habe die Geheimnummern für ein Handy und die EC-Karte erpresst und den 22-Jährigen dann mit einem Gürtel stranguliert. Marcel H. habe sich noch zwei Tage in der Wohnung des 22-Jährigen versteckt.

Der 19-Jährige hatte sich am 9. März selbst gestellt. Er war am Abend in einem Imbiss aufgetaucht, der in der Nähe des zweiten Tatorts lag. Als Heranwachsenden erwartet ihn eine Höchststrafe von 15 Jahren. dpa

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09.09.2017, 06:00 Uhr
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